Der Präsident der französischen Großregion Le Grand Est ist am vergangenen Samstag von allen seinen Ämtern zurückgetreten. Philippe Richert (64) will nicht mehr.

Richert ist seit 35 Jahren in der Politik. Die schwierigsten Jahre hatte er zu bewältigen, als er Präsident des Elsass und später der zusammengefügten Region „Le Grand Est“ (Der große Osten) wurde. Das Elsass, Lothringen und die Champagne Ardennes wurden unter Staatspräsident Hollande zusammengefügt.

Diese Addition der Regionen haben im „großen Osten“ keinen Spaß gemacht. Es gab Meinungen, dass es besser wäre, das Elsass und das Mosel-Département zusammenzufügen und aus dem restlichen Lothringen und der Champagne Ardennes eine andere Region zu formen. Die sozialistische Regierung unter Francois Hollande zog in ganz Frankreich die Addition von bestehenden Regionen zu neuen vor.

Elsässer fühlten sich in ihrer Identität gestört

Ruhe hatte Richert, der auch zum Vorsitzenden der Vereinigung der Regionen in Frankreich  gewählt worden war, in dieser Großregion nie. Insbesondere die Elsässer fühlten sich in ihrer Identität gestört und machten häufig deutlich, dass sie sich im „großen Osten“ nicht zu Hause fühlten. Die Repräsentanten der Départements machten dies auch bei einem Besuch im Präsidentenpalast deutlich.

Richert, der sich nicht nur mit einer Opposition des Front National herumschlagen muss, hatte zusätzlich mit der Kürzung der Subventionen aus Paris zu kämpfen. Richert nahm die Kürzung zum Anlass, in einer Pressekonferenz am vergangenen Samstag  seinen Rücktritt von allen Ämtern und den beginn seines Ruhestandes zu verkünden.

Richert war Regionalpolitiker, war Senator und auch Minister.  Die große Region im Osten, größer als Belgien, die von der Schweizer bis zur belgischen Grenze 470.000 Grenzgänger  in die Schweiz, nach Deutschland, nach Luxemburg und nach Belgien entsendet, steht derzeit ohne Präsidenten da.

Innerhalb Frankreichs hat die Diskussion begonnen, wer dem Elsässer auf dem Platz an der spitze der Vereinigung der Regionen folgen soll, der ein wichtiger politischer Posten ist. Aussichtsreichster Kandidat ist bisher Renaud Muselier, Präsident der Region Alpen Côtes d´Azur.

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