Sören Nissen hatte nicht unbedingt jeder auf der Rechnung, dennoch sicherte sich der 33-Jährige den Landesmeistertitel im Cyclocross. Der gebürtige Däne ging in Kayl zum ersten Mal an den Start der luxemburgischen Meisterschaft, denn er erhielt erst Ende des letzten Jahres die doppelte Staatsbürgerschaft.

Tageblatt: Glückwunsch zum Titel. Bislang bist du in dieser Saison nicht sonderlich aufgefallen. Wie kommt es, dass du gerade beim nationalen Saisonhöhepunkt zuschlagen konntest?
Sören Nissen: Danke. Ich hatte mir die Meisterschaft als Ziel gesteckt. Es ist richtig, dass ich diese Cross-Saison nicht ganz auf der Höhe war. Das lag ganz einfach daran, dass meine Mountainbike-Saison bis in den Oktober hineinreichte. Deshalb musste ich im November, als die anderen voll gefahren sind, eine Pause einlegen. Den Rückstand holt man halt nicht so leicht auf.

Wie bist du die Vorbereitung denn angegangen?
In meiner Situation machte es wenig Sinn, mich auf die Rennen am Sonntag zu fokussieren. Da die Form noch nicht da war, konnte ich ohnehin kein gutes Resultat erzielen. Deshalb habe ich das Hauptaugenmerk auf das Training gelegt und auch samstags noch mal eine längere Einheit eingelegt. Ich habe alles auf den heutigen Tag (Samstag, d.Red.) ausgerichtet. Ich dachte mir einfach alles oder nichts und es hat gut geklappt. (lacht)

Hat dich der Verlauf des Rennens überrascht? Immerhin hattest du die Konkurrenz relativ schnell im Griff.
Es hat mich schon ein wenig überrascht, dass ich so früh im Rennen auf die Spitze aufschließen konnte. Ich hätte eigentlich gedacht, dass das bis in die letzten Runden dauern würde. Aber es lief heute alles optimal.

Was bedeutet dir dieser Meistertitel?
Ich bin sehr glücklich und stolz. Seitdem klar war, dass es mit dem Pass klappen würde, war ich voll motiviert. Ich bin froh, jetzt für Luxemburg starten zu können und dem Land sowie dem Verband somit etwas zurückgeben zu können.

Wirst du das Landesmeistertrikot diese Saison noch tragen?
Leider nein, denn ich werde nächste Woche nach Spanien fliegen, um meine Mountainbike-Saison vorzubereiten, die in drei Wochen beginnen wird. Außerdem darf ich bei internationalen UCI-Wettkämpfen noch nicht für Luxemburg starten. Wenn man die Nationalität wechselt, wird man erst einmal für zwei Jahre gesperrt. Da ich den Antrag bereits letztes Jahr gemacht habe, darf ich Luxemburg ab 2019 auch bei internationalen UCI-Rennen vertreten.

Vielleicht noch ein Wort zum Espoir Félix Schreiber, der lange vorne lag.
Félix ist mit seinen 18 Jahren schon ein sehr guter Fahrer. Er hat in dieser Saison immerhin schon vier Rennen gewonnen und war auch heute wieder bärenstark. Am meisten beeindruckt mich seine Konstanz. In seinem Alter bereits eine komplette Saison auf einem so hohen Niveau zu fahren, ist mehr als respektabel. Es wäre cool, wenn Félix sich auch in Zukunft auf den Cross und die Offroad-Disziplinen konzentrieren würde. Das wäre sicherlich ein Gewinn für Luxemburg.

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