An den Stränden zwischen El Campello und Torrevieja bei Alicante weht auf einer Strecke von 70 Kilometern die rote Fahne: Wegen einer Masseninvasion der für den Menschen gefährlichen Quallenart namens Portugiesische Galeere (Physalia physalis) herrscht über die Pfingsttage Badeverbot.

Jetzt sind Exemplare der Physalia physalis auch auf der Ferieninsel Ibiza aufgetaucht. Am Strand von Cala Molí (Sant Josep) wurden sie an Land gespült, so ein Bericht der lokalen Zeitung “Diario de Ibiza“.

Auf den bis zu 30 Meter langen Tentakeln der bläulich schimmernden Qualle sitzen giftige Nesselzellen. Der Kontakt mit ihnen ist äußerst schmerzhaft und kann bei geschwächten Menschen einen neurogenen Schock auslösen, der sogar tödlich enden kann.

Die Portugiesische Galeere ist normalerweise nicht im Mittelmeer heimisch. Vermutlich wurde sie durch starke Strömungen vom Atlantik durch die Straße von Gibraltar bis an die alicantinische Küste gespült.

Was tun gegen Quallenverbrennungen?

1. Keine Panik im Wasser

Die meisten Kontakte mit Quallen gibt es natürlich beim Badespaß. Wird man von einem Teil der Qualle berührt, in dem sich Nesselzellen befinden, kann das höllisch wehtun. Trotz der Schmerzen sollte man Ruhe bewahren und schnell, aber nicht panisch zum Strand schwimmen. Schlägt man um sich oder gerät in Panik, kann man mit weiteren Nesselfäden in Kontakt kommen oder zahlreiche Nesselzellen aktivieren, was den Schmerz nur noch weiter steigert.

2. Rasierschaum und Kreditkarte einpacken

Trifft man auf eine Qualle, kann es sein, dass man sich durch die Nesselzellen, die in den Tentakeln oder auch Nesselfäden, sitzen, Verbrennungen zuzieht. Besonders schmerzhaft ist es, wenn die Nesselfäden auch noch an der Haut kleben bleiben. Diese muss man sofort entfernen, denn meist sind beim ersten Kontakt nur ein minimaler Anteil des Nesselzellen aufgeplatzt. Wer die Nesselfäden einfach wegwischen will, oder gar Süßwasser oder Alkohol draufkippt, kann weitere Nesselkapseln zum Entladen bringen. Abhilfe schaffen können Rasierschaum und eine Kreditkarte: Den Schaum dick aufsprühen und dann mit der Plastikkarte die Nesselfäden einfach “abrasieren”. Wer kein Rasierschaum bei Hand hat, kann die Tentakel auch vorsichtig mit Sand bestreuen und dann durch Abschaben entfernen.

3. Quallenart identifizieren

Schon im Voraus kann man sich informieren, welche Quallenarten in seinem Urlaubsparadies vorkommen und wie gefährlich diese sind. Trotzdem können auch “fremde” Arten etwa durch die Strömung herangetragen werden. Handelt es sich um eine ungefährliche Art, wie etwa die Ohrenqualle, Lungenqualle oder Spiegelqualle, kann es sich bei den Verbrennungen lediglich um Hautreizungen handeln, die nach wenigen Stunden wieder verschwunden sind. Kennt man die Qualle nicht oder ist die Gesamtlänge der Reizungen mehr als vier bis sechs Meter, sollte man einen Arzt aufsuchen. Gleiches gilt auch, wenn plötzlicher Schwindel, Übelkeit oder Atemnot auftritt. Ein Foto vom Übeltäter oder den Tentakel kann bei der Identifizierung helfen.

4. Kühlen, trinken, eincremen

Sind alle Nesselfäden entfernt und ist man sich sicher, dass es sich um eine harmlose Hautverbrennung handelt, sollte man die Haut mit viel Eis kühlen und Wasser trinken, um die Schmerzen zu lindern. Wer eine Antihistamin-, Kortison- oder Brandcreme bei Hand hat, kann diese auch auf die Verbrennungen auftragen.

 

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