Ein Poller in Emeringen bewegt die Gemüter. Der Wegabschneider soll schon bald verhindern, dass gestresste Pendler die Abkürzung durch das 100-Einwohner-Dorf nutzen, um den Stau in Bad Mondorf zu umfahren.

“Es ist wirklich verrückt, wie viele Autos hier morgens und abends durchfahren”, erzählt ein Einwohner von Emeringen. Er erlebt den Verkehr in dem kleinen Dorf, das zur Gemeinde Schengen gehört, jeden Tag hautnah. “Das Schlimmste ist, dass Fahrer sehr aufs Gas drücken und sogar aggressiv werden”, klagt er. Ginge es nicht schnell genug, würden einige hupen und schreien. “Es wundert mich, dass noch kein Unfall passiert ist.” Der kleine Wirtschaftsweg, der Emeringen mit Frankreich verbindet, ist inzwischen zum Politikum geworden. Seit mehr als einem Jahr beschweren sich die Bewohner über die Verkehrssituation in dem kleinen Grenzdorf. Denn offenbar nutzen viele Pendler aus Frankreich den “Kierchewee” als Schleichweg, um den Stau in Bad Mondorf zu umgehen. Dabei ist der Weg nicht für den Durchgangsverkehr gedacht. Nur Anwohner und landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen eigentlich hier über die Grenze fahren.

“Wie viele Tote muss es geben?”

Aber an das Schild, das diese Regelung klar anzeigt, scheinen sich nicht alle halten zu wollen. “Es sind etwa 400 Autos, die morgens innerhalb von etwa vier Stunden hier durchfahren”, sagt ein Emeringer im Gespräch mit dem Tageblatt.

Deshalb hat die Schengener Gemeindeverwaltung zu einer drastischen Maßnahme gegriffen: Mitten auf dem “Kierchewee” bauten Arbeiter einen einfahrbaren Poller ein. Der Wegabschneider soll illegale Abkürzer aus dem Dorf verbannen. Ende Juni soll er erstmals ausgefahren werde. Pünktlich zur Stoßzeit: von 6 bis 9 Uhr morgens und 16 bis 19 Uhr abends.

Die Entscheidung zu dem Hindernis fiel bereits vor den Gemeindewahlen im Oktober 2017. Der neue Gemeinderat schloss sich dem Votum an. Die Gemeinde sei alles andere als glücklich, zu solchen Maßnahmen greifen zu müssen, erklärt der Schöffenrat in einer Stellungnahme. Allerdings musste gehandelt werden: Die Verantwortlichen seien darüber informiert worden, dass bereits ein Hund sein Leben lassen musste. Offenbar war ein abkürzender Autofahrer über den Bürgersteig gefahren; der Besitzer habe noch schnell genug zur Seite springen können. “Wie viele Verletzte oder Tote muss es geben, um eine Reaktion zu rechtfertigen?”, fragen sich die Gemeindeverantwortlichen.

Trotz aller Unannehmlichkeiten zeigen die verkehrsgeplagten Anwohner in Emeringen etwas Verständnis für die stressgeplagten Pendler. “An schlimmen Tagen staut es wegen der Ampeln in Bad Mondorf immerhin bis nach Püttlingen zurück”, sagt ein Anwohner.

Vor vollendete Tatsachen gestellt

Im Emeringen direkt gegenüberliegenden französischen Püttlingen fühlt man sich trotzdem vor vollendete Tatsachen gestellt. “Wir bekamen lediglich eines Tages einen Anruf, in dem uns mitgeteilt wurde, dass die Straße aufgrund von Arbeiten gesperrt werde”, heißt es von Seiten der Gemeinde.

Der Püttlinger Bürgermeister Joseph Ghamo versteht zwar die Situation der Emeringer Anwohner. Trotzdem sieht er die Einrichtung eines Pollers nicht als Lösung: “Emeringen spiegelt die gesamte Lage der Grenzgänger wider. Immer mehr Menschen fahren morgens von Frankreich nach Luxemburg und abends wieder zurück. Das ist eine Herausforderung, die nicht auf lokaler Ebene geklärt werden kann”, sagt Ghamo. Das Problem würde mit der Schließung des “Kierchewee” nur verlagert und nicht gelöst. “Schon jetzt staut sich der Verkehr an der Grenze bei Bad Mondorf, dem nach Düdelingen meistgenutzten Grenzübergang zwischen Luxemburg und Frankreich”, erklärt Ghamo. “Das wird nun nur noch schlimmer werden.” Alle Bürgermeister der Grenzgemeinden müssten sich zusammensetzen, um gemeinsam über eine Lösung zu diskutieren.

Ab Ende Juni heißt es für die Grenzgänger aber fürs Erste: aufgepasst. Denn da die Luxemburger Gemeinde auf französischem Gebiet keine Schilder aufstellen darf, werden Autofahrer erst auf dem letzten Meter vor dem neuen Hindernis gewarnt. Bei Dunkelheit soll sich automatisch ein Warnlicht einschalten – und auch der Pfosten selbst soll leuchten. “Alles ist bereit, wir warten nur noch darauf, dass Creos den Poller ans Stromnetz anschließt”, teilt der technische Dienst der Gemeinde Schengen mit.

14 Kommentare

    • Ma Jemp du wunns jo net am Duerf a muss net op deng Kanner faerten déi op de Busarrêt gin an de Gefohren vun munchem Raser ausgesaat sin. Emmer einfach blöd ze schwetzen wann een net betraff as.

    • also ech wunnen an dem Duerf! Et as katastrophal wie munch Autofuerer sech hei behuelen.
      Et geht hinnen net schnell genug an passen net ob aaner op. Mein Kand as bal um Trottoir ungestouss gin!
      As dat dann nach hinnehmbar?
      Ah an Jemp, wann een keng Ahnung iwert die genau Situatioun huet, soll een flait besser net topesch äntwerten.

    • Wars de schon enge Kéier an engem belschen Duerf un der Grenz, wou där iwwerall stin? Déi intresséiert keen, do gett einfach driwwer geflun!

  1. Komplette Chantierschaos zou Mondorf.
    Do sinn se am gaang alles zou zebetonieren.
    Wou sollen dann déi vill Grenzgänger sech déplacéieren,ëtt ass alles
    op engkem Raum verplangt.Weider esou.

  2. Welche Ampeln in Bad Mondorf? Da sind keine Ampeln, das würde noch fehlen… Dort müsste DRINGEND eine Umgehungsstrasse hin, theoretisch absolut machbar aber das ganze Thema Grenzgängerverkehr wird von Mondorfs Gemeinde totgeschwiegen. Die letzte Zählung der Autos ist mehrere Jahre her und wurde vor 4-5 Jahren nur benutzt um zu beschwichtigen. Aber Hauptsache der Betrieb an den Tankstellen rollt, dieser verursacht bereits grosse Verkehrsprobleme weil die Autos sich mitten auf der Hauptstrasse in die Schlange stellen oder weil genervte Autofahrer einfach nicht mehr von der Tankstelle wegkommen, da hilft dann irgendwann nur noch Augen zu und durch.
    Die Gemeinde tut einfach garnichts und verweist seelenruhig darauf dass man den Pendlerbus benutzen sollte und dass die französische Gemeinde Mondorff es vor einigen Jahren abgelehnt hat zusammen mit Bad Mondorf einen grösseren P&R Parkplatz anzulegen. Als würde solch ein Parkplatz das Problem auch nur ansatzweise lösen… Wahrscheinlich wird irgendwann in 10 Jahren, wenn ganrichts mehr geht die Umgehungsstrasse diskutiert und dann in 30 Jahren vielleicht gebaut… Vielleicht sollte man einfach die Brücke über die Gander abreissen, das würde doch helfen?!!

  3. Wann een well haart duerchgreifen misst een eng Radikal Vignette vun 500 EUR fier all Letzeboier Strooss aféiren an den öffentlechen Transport gratis maan .Déi Vignette kann een jo na ma den letzeboier Autostaxen verrechenen (sou wéi an Deitschland geplangt). Mais leider ass den den öffentlechen Transport net prett fier sou eng Mass vun Leit. Ech selwer fueren Bus, Velo an Moto well et mam Auto onméiglech ass.

    • Ech weess net genau wat Dir mir bzw. de Lieser domat soe wëllt, mee anscheinend hutt dir d’Ironie vu mengem Kommentar net verstanen? Natierlech well keen déi Bréck ofrappen, mee leider ass d’Mondorfer Gemeng, aus wat fir enge Grënn och ëmmer, net emol bereet iwwert Léisungen nozedenken. An e puer Joer herrscht zu Mondorf bei der Douane an der Route de Luxembourg esou e Chaos dass d’Bierger wäerten op d’Barrikade klammen, genau wei d’Awunner vu Schengen/Emeringen an dat kann een och ganz gutt novollzéie wann een emol sur Place mat de Leit schwätzt! An dobäi wäert et net bléiwe well och d’Frontalieren d’Nues längst voll hunn. D’Mondorfer Gemeng misst zesumme mam Staat no wierkleche Léisunge sichen, fir de Verkéier aus dem Nadelör matzen durch d’Duerf ze kréien, an zwar elo, net muer!

  4. Keng Autoe méi op där Strooss? Fantastesch, da kënne mir Motosfuerer elo mat 200 do fueren.

    Sou wéi et ausgesäit, geet e Smart och laanscht.

  5. Et ass een nun emol net eleng op der Welt …

    Op der enger Sait get et emmer mei Auto’en, op der aanerer ëmmer manner Stroossen. Sou kann daat net goen!

    Ech si bestëmmt net begeeschtert, dass vill Leit iwwer d’Schleichweer fueren a gesinn all Dag Manoeuveren, dei mei ewei gefeierlech sin. Sou fueren zu Alzeng allt Leit iwwer d’Busspur oder op der Geigebunn. Aanere fueren durch den sens interdit, alles « sch..ssegal ». Daat kann e jo net ënnerstëtzen, mee et ass trotzdem eng natiirlech Reaktioun. Et ass de Leit einfach net meiglech an enger prévisibler Zait unzekommen. Fiirt en um 7.00 fort, a kennt een um 8.00 oder vlaicht um 9.00 un. Mir erwaarden awer, dass all Mensch op senger Arbecht ass, wa mer e brauchen … Um 6.00 fortfueren ass och net ëmmer meiglech, d’Leit hun och nach aaner Suergen wei de Wee op d’Arbecht an erem heem. Owes ass et jo och net besser, sou dass vill Leit 13 oder 14 Stonne ennerwee sin, fir 8 Stonnen ze schaffen.

    Et ass net an der Rei, dass Feldweer benotzt gin wann et verbueden ass, mee et ass och net an der Rei dass d’Leit (an et sin net nemmen Frontalier’en) ganz mat hieren Suergen eleng gelooss gin. Anstänneg Stroossen, en gudden a flächendeckenden öffentlëchen Transport (en Tram iwwer de Kirchbierg as en Deel dervun, mee geet nach laang net duer), an et duerf virun allem net 30Joer daueren bis et realiseiert ass.

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