Ein Ort zum Essen, Zusammensein und Lernen. Mit seinem Konzept “Meet, eat and study” zieht das neue Universitätsrestaurant, getauft “Food Lab”, im Erdgeschoss der “Maison des sciences humaines” reichlich Studenten an.

Von Lisa Rock

Am Montag hatte das Warten der hungrigen Studenten ein Ende. Das neue “Food Lab” wurde nach langer Ankündigung endlich eröffnet. Mit 254 Sitzplätzen ist die neue Mensa sogar noch größer und bietet mehr Studenten Platz als das bereits bestehende Universitätsrestaurant, das sich hinter der “Maison du savoir” befindet.

Das “Food Lab” soll allerdings nicht nur als Mensa dienen. Hinter dem Spruch “Meet, eat and study” steckt die Idee, dass dort mehr als nur gegessen werden kann: “Studenten, die nichts konsumieren, werden nicht gleich rausgejagt”, erklärt Monique Ludovicy, Leiterin der Betreibergesellschaft Restopolis. Über ihre Internetseite gab die Universität 250 Gutscheine heraus, mit denen die Studenten ein kostenloses Mittagessen im “Food Lab” ergattern konnten. Diese Marketingstrategie hat funktioniert. An ihrem Eröffnungstag am Montag war die neue Mensa bereits gut besucht

Ein neues Konzept

Bei allen Restaurants der Universität Luxemburg soll von nun an ein ganz neues Konzept eingeführt werden. Das “Food Lab” hat es mit seinem Motto vorgemacht. Die beiden anderen Mensen und die Take-out-Station in der “Maison de savoir” werden umbenannt und jeweils ähnliche Logos wie das des “Food Lab” bekommen, nur in unterschiedlichen Farben. Somit wird die Uni.lu in Zukunft das “Food Lab”, das “Food House”, die “Food Zone” und das “Food Café” besitzen. Mit diesen vier Restaurants und 600 Sitzgelegenheiten wird die Universität ihren Studenten nun genügend Platz zum Essen bieten können. Zu dem neuen Konzept gehören allerdings nicht nur neue Namen und farbige Logos. In anderen Restopolis-Restaurants gibt es nur drei Menüangebote: Vorspeise, Hauptspeise und Dessert; Vorspeise und Hauptspeise oder Hauptspeise und Dessert.

Im “Food Lab” jedoch können die Studenten die einzelnen Speisen nach Belieben kombinieren. Bestellungen von einzelnen Vorspeisen wie Salat und Suppe sind problemlos möglich. Auch einzelne Desserts können angefordert werden. Des Weiteren sollen beliebte Mahlzeiten wie Hamburger oder Kebabs, die bisher nur als Take-away erhältlich waren, in den Restaurants der Universität nun auch als richtige Hauptspeisen serviert werden. “Es geht dabei um Freiheit. Die Menschen wollen ihre Speisen nach ihrem eigenen Belieben kombinieren und variieren”, erklärt Monique Ludovicy. Diese Möglichkeit des Kombinierens und der Zusammensetzung wird jetzt an der Uni.lu getestet, doch Ludovicy hat keine Zweifel daran, dass es gut ankommen und zukünftig in allen anderen Restopolis-Restaurants umgesetzt wird.

Weniger Plastikmüll

Der ökologische Fußabdruck ist den Verantwortlichen ebenfalls wichtig. Dass die Schüler sämtlicher Lyzeen und die Studenten der Uni.lu ihre Mahlzeiten zum Mitnehmen bestellen und außerhalb der Cafeteria essen können, ist einerseits äußerst praktisch, andererseits jedoch schaden die Plastikverpackungen der Umwelt und verschmutzen den Campus, wenn sie nicht anständig in einem Mülleimer entsorgt, sondern einfach rücksichtslos auf den Boden geschmissen und auf Bänken liegen gelassen werden.

So wird demnächst versucht, die Restopolis-Konsumenten zu ermutigen, ihre Speisen in der Cafeteria zu essen. Monique Ludovicy hat allerdings noch eine andere Idee bezüglich der Take-away-Verpackungen aus Plastik. Demnächst soll eingeführt werden, dass die Studenten ihre eigenen Lunchboxen und Tupperware-Behälter mitbringen, damit das Mensapersonal ihnen die Take-out-Speisen so mitgeben können, ohne unnötig Plastikmüll zu produzieren. Die Einführung und der Verkauf von einer eigenen Restopolis-Lunchbox ist bereits im Gespräch.

Morgens und abends

Natürlich wird der Hunger der Studenten nicht nur mittags gestillt. Morgens gibt es sowohl im “Food Lab” als auch in den anderen Mensen der Universität eine Auswahl an Frühstück. “Die meisten Jugendlichen kaufen sich morgens ungesundes Gebäck, wir wollen sie davon abbringen”, erzählt Ludovicy. So stehen morgens neben den Backwaren selbst gemachte Müslis, Kuchen und Brote zum Verkauf. Abendessen gibt es jedoch nicht. Vor drei Jahren wurde es eine kurze Zeit lang angeboten.

Das hat jedoch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Mittlerweile hat der Studentenrat einen Antrag erstellt, dass in den Mensen wieder Abendessen serviert werden soll, da viele Studenten abends noch Vorlesungen haben. Die Anfrage ist groß, sodass wahrscheinlich bald auch abends Essen im neuen “Food Lab” serviert wird.


Restopolis

Restopolis ist eine Betreibergesellschaft, die mit dem „Service de l’éducation nationale“ zusammenarbeitet. Die Restopolis-Köche bekochen sämtliche Lyzeen, „Maisons relais“ und Internate des Landes sowie die Universität Luxemburg auf den Campus Limpertsberg, Kirchberg und Belval und die Schule der „Police grand-ducale“. Restopolis verfügt über 71 Restaurants und 52 Cafeterien. Pro Tag werden um die 17.000 Mahlzeiten verkauft. 32% der zum Kochen verwendeten Produkte sind lokal, 4% sind bio und 1% ist Fair Trade.

2 Kommentare

  1. Zitat : “Restopolis verfügt über 71 Restaurants und 52 Cafeterien.” ……….. Und keine eigene Website. Schon komisch dass ein Betrieb mit einer solchen Monopol-Stellung sich derart zugeknöpft gibt.

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