Der Einstieg von Investor Flavio Becca beim deutschen Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern ist seit Dienstag definitiv vom Tisch. Eine überraschende Wendung brachte das Aus des Luxemburgers, was die Fans des Vereins durchaus freuen dürfte.

Becca hat entweder zu hoch gepokert oder er ist zu blauäugig an die Sache herangegangen. Oder aber er hatte gar kein wirkliches Interesse am Verein. Das sind die drei Hypothesen, die die Meldungen der letzten Tage zulassen. Für eine gewisse Blauäugigkeit, besser Überheblichkeit, spricht, dass Becca seinen Einstieg offenbar an einen Rücktritt von Beiratsmitglied Littig geknüpft hatte. Für die Fans der Roten Teufel ein klarer Erpressungsversuch eines potenziellen (und fremden) Kreditgebers.

Das funktioniert vielleicht bei einem belgischen Drittligisten, bei einem vierfachen deutschen Meister mit fast 20.000 Mitgliedern und einer trotz der jahrelangen sportlichen Misere noch immer riesigen Fanbasis geht so etwas jedoch nicht. Vor allem, weil die Fußball-Anhänger in Deutschland mehr als in anderen Ländern die sogenannte 50+1-Regelung verteidigen. Die macht es Investoren unmöglich, die Stimmenmehrheit in einem Klub zu übernehmen. Auch das Ausgliederungsmodell der Profiabteilung des 1. FC Kaiserslautern ist darauf ausgelegt, einer einzigen Person nicht zu viel Macht zuzugestehen. Der Verein soll weiter den Mitgliedern gehören.

Da Becca zudem nicht kommunizierte, entstand der Eindruck eines gefräßigen Immobilienmoguls, der von der finanziellen Notsituation des FCK profitieren wollte. Nach dem Motto „Friss oder stirb“ – Becca-Deal oder keine Lizenz für die kommende Saison.
Gestern war die Erleichterung beim Großteil der Anhängerschaft jedenfalls riesig, auch wenn sich das Nein zu Becca auf lange Sicht als Fehler entpuppen könnte. Für die FCK-Fans hat der Fußball über das Geld gesiegt.

Und Becca selbst wird aus der Episode vielleicht auch etwas lernen: dass im Milliardengeschäft Fußball längst noch nicht alles käuflich ist.

12 Kommentare

  1. Dem @Jang seng Fro as schon berechtigt.
    Awer eppes muss een dem Här Becca awer héich urechnen: Hien wellt net drop setzen bleiwen. An well hien een Deel vun sengen villen Suen wellt onbedingt ennert “Vollek” brengen kennt hien jo eng Fondatioun grennen an zbsp. Leit ennerstetzen denen et net sou gut geet. Dat géif him vill méi Unerkennung brengen wéi se mat Fussball an aneren Spillereien eventuel an den Sand ze setzen. Et gin awer och nach vill aner Beccaen hei am Land an déi spillen Donald Duck. Hien as anescht. Chapeau!

  2. Jang
    Du muss daat wei den Becca machen
    Moies frei opstoen an owes speit schloofen goen
    Du muss daat maachen waat heen mecht
    Investeieren , sech trauen eppes ze machen an nett feerten 1cts ze verleieren
    Voila
    Nett nemmen kritiseieren mee machen

  3. Guido,
    Wéini steets du dann muerges op ?
    Méchst du daat selwecht vieilleicht wéi den Becca?
    Kuck eemol richtig hannert d’Kulissen,dann schwetzt de
    eventuel ganz aanescht.

  4. Scharfsinnig und mit spitzer Feder analysiert, sehr gut! Wie auch immer – er war zumindest kurzzeitig über die Grenze hinaus DAS Gesprächsthema! Wie heißt es doch bei Berthold Brecht? “Und die einen sind im Dunkeln und die anderen sind im Licht, doch man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht”…

  5. Wat ass dat een FCK? Sorry, mais wéi déi allermeeschte Leit interesséieren ech mech net fir Tennis, an et nerft mech datt dauernd esou gemat gëtt wéi wann dat wichteg wier oder wéi wann Sport eppes mat Neiegkeeten ze dinn hätt. Datt doriwwer a SPORT-Zeitunge bericht gëtt ass jo ganz ok, mais ech bezuelen een Zeitungsabo fir richteg Neiegkeeten an net fir déi Dommheeten do!

Schreiben Sie einen Kommentar zu Hubertus Antwort abbrechen


Please enter your comment!
Please enter your name here