“Substanziell” mehr Geld bekommen die Luxemburger Forschungsinstitute in den nächsten Jahren vom Staat zur Verfügung gestellt. Das erklärte der für Hochschule und Forschung zuständige Minister Marc Hansen gestern der Presse, als er die neuen Abkommen mit der Uni und den Luxemburger Forschungsinstituten für die Jahre 2018 bis 2021 vorstellte.

Zuvor wurden die Abkommen mit der Universität und den Instituten LIST, LIH, Liser und FNR parallel verhandelt. In diesen vertraglichen Übereinkünften wird nicht nur der Geldbetrag festgelegt, den die Einrichtungen erhalten werden, sondern auch die Bedingungen, die von ihnen zu erfüllen sind. Diese Bedingungen seien sehr detailliert, meinte Hansen. Im Groben handele es sich um Qualitätskriterien wie etwa die Anzahl der zu publizierenden Arbeiten oder die Summe der Gelder, die aus anderen (zum Beispiel europäischen) Töpfen einzusammeln sind. Zudem soll die Zusammenarbeit der Einrichtungen gefördert werden. Darum lautet eine Bedingung, dass sie eine gewisse Anzahl an Publikationen in Gemeinschaftsarbeit veröffentlichen müssen.

Investitionen in den Hirnschmalz

“Wir investieren in den Hirnschmalz unserer Jugend und in die Zukunft unseres Landes”, erklärte Hansen. Die Gesamtsumme von 1,44 Milliarden Euro liegt um 25 Prozent über jener Summe, die in dem Zeitraum 2014 bis 2017 bereitgestellt wurde. 766,8 Millionen Euro von den 1,44 Milliarden gehen alleine schon an die Universität – das ist ein Plus von gut 30 Prozent gegenüber dem letzten Abkommen. Die Forschungseinrichtungen Liser, LIST und LIH erhalten zusammen 383 Millionen Euro. Der FNR erhält 265,4 Millionen für seine Arbeit. Weitere 20,5 Millionen stehen bereit, um anteilig an jene Institute, die am europäischen “Horizont 2020”-Programm teilnehmen, verteilt zu werden.

Die Verwaltungsräte der Forschungsinstitute sowie das Führungsgremium der Universität sollen die Abkommen bereits abgesegnet haben. Auch der Regierungsrat hat bereits grünes Licht gegeben. Die Abkommen werden nun über die nächsten zwei bis drei Wochen unterzeichnet und veröffentlicht. Jenes der Universität wird am Montag unterschrieben, wenn auch der neue Rektor Stéphane Pallage der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt wird. Er war bereits in die Endphase der Verhandlungen mit eingebunden, erklärte Marc Hansen.

Überprüfung in zwei Jahren

In den Abkommen ist vorgesehen, dass sie nach zwei Jahren noch einmal überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Außerdem unterliegen sie den Restriktionen der öffentlichen Haushalte in den nächsten Jahren. Wie genau die Universität und die Forschungsinstitute die Gelder einsetzen, ist ihnen überlassen. Hansen unterstrich in diesem Kontext die Autonomie der Universität.

Bei den Verhandlungen über die Höhe der zu vergebenen Gelder wurde laut Ministerium unter anderem berücksichtigt, wie gut die Institute die Bedingungen der letzten Jahre eingehalten haben. Das Ministerium zeigte sich diesbezüglich sehr zufrieden. “Global geschaut” seien sie erfüllt worden. Die Universität Luxemburg finanziert sich überwiegend aus öffentlichen Geldern. Selbst die sogenannten Drittmittel kämen vorwiegend aus öffentlichen Töpfen, meinte der Minister. Rund 97 bis 98 Prozent der Finanzierung stammten von der öffentlichen Hand.

2 Kommentare

  1. Hansen der Wohltäter. xD. Scherz, der Artikel ist schon zu begrüßen. lesenswert und auch schon informativ.

    Sehr geehrter Herr Greis, mich und wahrscheinlich viele andere auch würde es interessieren, ob Sie oder das Tageblattteam präzise Kenntnisse über dieses Abkommen mit all seinen enthaltenen Vorgaben, Abmachungen, Komponenten haben oder wurde dem Tageblatt die Einsicht in diese Dokumentation gewährt ?
    Was aber vorrangig interessanter sein könnte ob sie Kenntnisse darüber haben, ob dieses Abkommen, Dokument in seiner kompletten Form auch der Öffentlichkeit zur Einsicht bereit gestellt wird oder bleiben nur die Zahlen später im Haushaltsbudget des Landes nachzusehen oder nachzulesen ?

    • Die Abkommen werden laut Marc Hansen, nachdem sie unterschrieben sind, im Internet veröffentlicht. Der Artikel basiert auf Informationen des Ministers.

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