Die letzte Healthcity-Filiale in Luxemburg verschwindet. Der OGBL ist entrüstet und kritisiert vor allem die Informationspolitik des Unternehmens. Denn Mitarbeiter und Kunden wurden nicht im Vorfeld hierüber informiert – und standen am 4. November plötzlich vor einer Baustelle, auf der ab dem 1. Dezember ein Studio der Low-Cost-Fitnesskette Basic Fit seine Türen öffnen soll.

Am 29. Oktober erfuhren die fünf Mitarbeiter des Healthcity-Fitnesszentrums in Sandweiler von der Übernahme des Betriebs. Das Sportstudio sollte vom 4. bis zum 30. November wegen Umbauarbeiten geschlossen bleiben, um dann am 1. Dezember wieder unter neuem Namen zu öffnen. Davon sei im Vorfeld nie die Rede gewesen, kritisiert der OGBL, und auch die Kunden waren nicht auf diese Änderung vorbereitet. Am 31. Oktober, also zwei Tage danach, folgte dann der nächste Skandal: Die fünf Mitarbeiter wurden entlassen.

Laut OGBL ist dieser Umgang mit den Angestellten „skandalös und unwürdig“. Bereits 2017 hatte er die „Inspection du travail et des mines“ eingeschaltet, um dem Mangel an Transparenz der Verantwortlichen gegenüber den Arbeitnehmern nachzugehen. „Die Zuständigen, die in den Niederlanden sitzen, sind sich nicht darüber im Klaren, welche desaströsen Konsequenzen ihre Entscheidungen, die sie an den Mitarbeitern vorbei getroffen haben, für diese haben“, schreibt die Gewerkschaft.

Wenn jeder sich Fitnesstrainer nennen darf

Darüber hinaus kritisiert der OGBL die Preis- und Personalpolitik von Basic Fit. „Der Konzern betreibt soziales Dumping. Die Mitarbeiter wurden von externen Firmen eingestellt und sind lediglich für den Empfang der Kunden zuständig. Die sogenannten ‚Fitness-Coaches’ sind eigentlich selbstständig und nicht vertraglich an das Unternehmen gebunden.“ Im Gegensatz dazu habe Healthcity mit ausgebildeten Trainern zusammengearbeitet, die außerdem über einen Kollektivvertrag verfügten.

5 Kommentare

  1. “Die sogenannten ‚Fitness-Coaches’ sind eigentlich selbstständig und nicht vertraglich an das Unternehmen gebunden.”

    Bei den Architekten ist genau das Vorschrift, damit der Kunde jemanden bekommt, der dazu da ist _seine_ Wünsche zu erfüllen anstatt die eines Betriebes.

    Genau so ist es hier. Wieso hier angestellte Jasager bevorzugt werden sollen, die die Kunden zu den extra zu bezahlenden Zusatzkursen und Materialien zu dirigieren ist mir schleierhaft.

    Für nicht mal 20€ im Monat liebe ich mein Billig-Sportstudio.

    Leute die das 5-20fache zahlen für das Gleiche, tun mir leid.

    Dafür leiste ich mir dann lieber ein paar Stunden selbständige Dumping-Fitnesscoaches pro Woche.

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