Auf Einladung von Post-Generaldirektor Claude Strasser sowie der stellvertretenden General- und Post-Courrier-Direktorin Hjoerdis Stahl besuchte Wirtschaftsminister Etienne Schneider am Dienstag die Hallen der Logistikabteilung der Post in Luxemburg-Findel.

Von Julie Riva

Heutzutage werden nicht mehr so viele Briefe verschickt wie noch in vergangenen Jahren. Dementsprechend hat sich die Post in Luxemburg ein neues Standbein aufgebaut: die Logistik. “Der neue Standort in Findel steht stellvertretend für unser Bestreben, unsere Logistikaktivitäten weiterzuentwickeln und zu stärken”, betonte Claude Strasser. Dies reiht sich in die aktuelle Strategie ein, die von der Regierung in den letzten Jahren gefördert wurde.

Laut Etienne Schneider (LSAP) bietet sich das Großherzogtum dank seiner zentralen Lage und seiner guten Verbindungen dazu an, um als Logistikzentrum von Europa zu fungieren. “Zudem verfügt Luxemburg mit seiner Forschung im Hightech-Bereich und mit seinem Finanzplatz über viele Arbeitsplätze, für die hochqualifizierte Arbeitskräfte benötigt werden. Die Einrichtung eines Logistikzentrums hat es uns erlaubt, neue Arbeitsplätze für Menschen zu schaffen, die keine so hohe Qualifikation besitzen”, so der Wirtschaftsminister. Luxemburg hat mittlerweile bereits über 100 Millionen Euro in die Logistik investiert. Derzeit gibt es 700 Firmen, die sich hierzulande darauf spezialisiert haben, sowie Logistikhallen in einer Größe von insgesamt 200.000 Quadratmetern und 13.000 Menschen, die in diesem Bereich tätig sind.

Regale voll Spielzeug

Am Dienstagmorgen ging es um die Logistikaktivitäten der Post, die sich der Minister zusammen mit der Presse zeigen ließ. Aktuell mietet die Post 6.500 Quadratmeter im ehemaligen Cargo Center, um ihren Logistikaktivitäten nachgehen zu können. Luxemburg-Findel ist mit seiner hervorragenden Anbindung an das Straßen- und Luftverkehrsnetz ein strategisch wichtiger Standort. Dies ist allerdings nur eine vorläufige Lösung, bis sich eine neue Einrichtung für die Vertriebsaktivitäten der Post finden lässt. Zuerst wurde der Minister durch Regale voll mit Kinderspielzeug geführt. Dies gehört zu einer der Aktivitäten, mit der sich die Logistik bei der Post befasst: die “E-Commerce Fulfillment Services”. Hier werden Waren von Verkäufern gelagert; werden diese dann per Internet bestellt, dann können sie direkt vor Ort verpackt und von den verschiedenen Paketdiensten rausgeschickt werden.

Ein bekanntes Kindergeschäft aus Luxemburg lagert hier beispielsweise sein Spielzeug und verschickt es von den Lagerhallen der Post aus überallhin. Dem Minister und der anwesenden Presse wurde anhand von zwei Bestellungen gezeigt, wie die Arbeiter mit ihrem Scanner das richtige Produkt im Regal finden, um es anschließend zur Packstation zu bringen. Das System zeigt einem die richtige Paketgröße, druckt die Adresse und schickt dem Kunden eine Nachricht, dass das Paket versandbereit ist, zusätzlich mit dem ausgewählten Lieferdienst und der Tracking-Nummer. Der Minister scherzte, dass die Kunden keine Ahnung hätten, mit welchem Aufgebot an Presse ihre Bestellungen bearbeitet worden seien. Ein nächster Schritt wäre es für kleinere Geschäfte, einen Webshop zu betreiben. Dann würde sich die Post völlig um die Lagerung und den Versand der Waren von kleinen Geschäften kümmern, die sich einen solchen Aufwand nicht leisten könnten. Die Lagerhalle bietet immerhin Platz für 200.500 Paletten.

In ganz Europa

Im März 2017 wurden die Logistikaktivitäten der Post in Luxemburg aufgenommen. 2016 war Etienne Schneider mit den Verantwortlichen der Post in Singapur unterwegs, um mit Kunden aus dem asiatischen Raum Verträge auszuhandeln und diese dann zu unterzeichnen. Das Resultat hiervon ist die Logistikaktivität unter dem Namen “International Parcel Logistics”. Diese beschäftigt sich mit dem Paketversand von Asien nach ganz Europa, mit Luxemburg als Dreh- und Angelpunkt. Anfangs lag das Paketvolumen bei nur 2.000 pro Tag. “Aktuell erreichen uns rund 18.000 Pakete pro Tag aus Asien”, so Achim Taylor, Verantwortlicher der Logistikaktivitäten von Post Luxemburg.

Die Pakete kommen morgens mit dem Flugzeug an und werden dann in die Lagerhalle gebracht. Hier wird alles für die einzelnen Länder wie Frankreich, Deutschland, Belgien, Spanien, Schweden und Italien vorsortiert, kodiert und durch den Zoll geschickt. Bereits im Vorfeld, wenn sich die Pakete noch in der Luft befinden, wählt der Zoll nach verschiedenen Kriterien jene aus, die kontrolliert werden sollen. Dem Minister wurde gezeigt, wie die Säcke, in denen sich die betroffenen Pakete befinden, gescannt werden, um jene verschickte Ware zu finden, die überprüft werden soll.

Ganz spannend fand der Minister, was hier für verbotene Substanzen gefunden werden könnten. Die Realität ist aber weitaus weniger aufregend. Da täglich nur zwei bis drei Prozent der Waren kontrolliert werden können, wird vor allem geschaut, ob der angegebene Wert der Ware mit dem reellen übereinstimmt. Falls nicht, muss der Kunden etwas nachzahlen.

3 Kommentare

  1. Die Pakete kommen morgens oder tief in der Nacht mit dem Flugzeug an, werden dann in die Lagerhalle gebracht. Hier wird alles für Destination Frankreich, Deutschland, Belgien, Spanien, Schweden und Italien vorsortiert, kodiert und durch den Zoll geschickt.
    Genau sou wei LuxairCargo jo Déieren aus aner Kontinenten afléien léisst, mat Schwein handelt, e kléngen Zoo opbaut, fir “zwechen-ze-lageren”, duerno op den LKW bis zu 1000 Km oder méi… ginn elo Spillsachen weltweit hin an hier kutschéiert, alles vu Lëtzebuerg aus … Wei rührend ! Mir vergiessen dat de Findel sech entgéintgesaat vun allem wat ecologesch an gesondheetlech Risike sinn, einfach ouni Verstand, just weinst de Suen permanent vergréissert ! Alles gëtt einfach esou ugeholl…
    Guer net ze schwätzen vu Kameidi, Co2 a Klimawandel.

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