Der luxemburgische Finanzminister Pierre Gramegna war in den USA, um unter anderem über Fintech und den Brexit zu sprechen.

Der DP-Minister und eine Wirtschaftsdelegation haben zwischen dem 7. und 10. April u.a. San Francisco und das Silicon Valley in Kalifornien an der US-amerikanischen Westküste besucht. Treffen mit Vertretern mehrerer namhafter Unternehmen standen an, unter anderem von der Handelsplattform Ebay in San Jose und von zwei französischen Konzernen, die in Kalifornien aktiv sind.

Zum einen ist das die Großbank BNP Paribas. Der Multi betreibt dort eine Einrichtung, in der Zukunftsforschung betrieben wird. Mit deren Direktor unterhielt sich Gramegna laut Regierungsmitteilung über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Fintech und insbesondere über das Zusammenspiel zwischen moderner Fintech und klassischen Akteuren in der Finanzwelt.

Airbnb in Luxemburg

Als Fintech wird die Nutzung moderner Technologien in der Finanzwelt bezeichnet. Darunter fallen auch – aber nicht nur – Online-Bezahlsysteme. Zum anderen hat Gramegna das Innovationszentrum des französischen Telefonriesen Orange in Kalifornien besucht. Er traf sich außerdem mit einem Manager von Airbnb und sprach über die Expansionspläne der Firma in Europa sowie über die Rolle, die Luxemburg dabei spielen kann.

Airbnb ist eine Internet-Plattform, auf der Privatleute Ferienwohnungen zur kurzfristigen Miete anbieten können. In vielen Städten steht das Unternehmen in der Kritik, da es im Hotelgewerbe aktiv ist, ohne sich an die dort üblichen Spielregeln zu halten. Diesem Treffen widmet die Regierung in ihrer Mitteilung lediglich einen Satz. Tatsächlich wurde bereits am 4. Januar im Luxemburger Handelsregister eine Firma mit dem Namen “Airbnb Payments Luxembourg S.A.” eingetragen. Das Unternehmen gibt als Zweck u.a. den Handel mit “elektronischem Geld” an.

Dauerthema Brexit

Ferner diskutierte Gramegna mit Chris Larson, einem Mitbegründer der Kryptowährung Ripple, über die Zukunft elektronischer Währungen und die Pläne der Gruppe in Europa und Luxemburg. Das SnT (Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust) der Uni Luxemburg ist vor Kurzem ein gemeinsames Projekt mit der Ripple Blockchain University zur Erforschung von Mikrotransaktionen angegangen.

Gramegna kam auch in den USA nicht um das Thema Brexit herum. Er traf Jennifer Johnson, Präsidentin von Franklin Templeton Investments. Die Bank ist seit 1991 in Luxemburg präsent und verkauft aus dem Großherzogtum heraus seine Investmentfonds in 57 verschiedene Länder. Zentrale Themen beim Treffen waren die Weltwirtschaft und insbesondere der Brexit und seine Folgen für das Unternehmen.

Mehrmals besprochen wurde laut Regierungsschreiben die Reform der europäischen Finanzaufsichten. Die US-amerikanischen Gesprächspartner hätten sich besonders darüber gefreut, dass in den letzten Veränderungen am Reformtext den Anmerkungen Luxemburgs Rechnung getragen wurde – ganz im Sinne der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Am Ende seiner Reise nahm Gramegna in Washington D.C. an der Sitzung des Internationalen Währungsfonds teil.

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