Der Verwaltungsrat der „Caisse nationale de santé“ (CNS) nahm Ende Juli den Jahresbericht an, ein detailliertes Dokument, das auf mehr als 100 Seiten Einnahmen und Ausgaben von Gesundheits- und Geburtenkasse beleuchtet.

Die CNS steht vor größeren Herausforderungen im laufenden Jahr, als da wären die Umsetzung des Spitalgesetzes, die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen zur Verkürzung der Wartezeiten in den Notaufnahmen und die Umsetzung des DSP („Dossier des soins partagés“), durch das die Digitalisierung weiter vorangetrieben werden kann.
In dem Bericht werden die Hauptzahlen des vergangenen Jahres aufgelistet. So stieg die Zahl der Versicherten weiter an, was mit der Entwicklung des Arbeitsmarktes zusammenhängt.

2,8 Prozent mehr Versicherte

858.357 Personen sind bei der Gesundheitskasse versichert, das sind 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Auffallend ist die hohe Zahl von Versicherten, die nicht im Land leben. Die CNS betreut mehr als 300.000 Menschen, die außerhalb der Landesgrenzen wohnen, hauptsächlich Grenzgänger, die im nationalen Sozialsystem angemeldet sind.
Die Menge an elektronischer Post steigt weiter: So wurden im Vorjahr durchschnittlich 6.000 E-Mails monatlich an die Kasse gesandt (in Vorjahr waren es lediglich 4.100).

Mehr Krankmeldungen als 2017

768.799 Arbeitsunfähigkeitsbescheingungen (Krankmeldungen) gingen 2018 bei der Gesundheitskasse ein; es sind dies auffallend mehr als 2017, als 664.967 solcher Scheine eingingen. Die 16 Agenturen der CNS haben 251.404 Schecks ausgestellt, was einer Zunahme von 6,6 Prozent im Verhältnis zu 2017 entspricht. Die rund 4.960.000 rückvergüteten Rechnungen an die Versicherten bedeuten eine Zunahme von 230.000 im Vergleich zu 2017.

Im Jahresbericht behandelt wird u.a. auch der Bau einer „Cité de la sécurité sociale“, die gegenüber dem hauptstädtischen Bahnhofsgebäude entsteht. Das aktuelle Gebäude an der Escher Straße in Hollerich, das aus dem Jahr 1984 stammt und bereits ausgebaut worden war, genügt den Ansprüchen nicht mehr. Das neue Gebäude wird auf zehn Stockwerken sämtliche Dienste der sozialen Sicherheit unterbringen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2022 geplant.

Einen interessanten Aspekt im Bericht bilden auch die Zahlen über im Vorfeld der Behandlungen von der CNS genehmigte Eingriffe. So wurden 42.303 Zahnprothesen genehmigt, knapp 3.000 mehr als ein Jahr zuvor. 309.621 kinesiotherapeutische Behandlungen wurden von der Kasse rückvergütet. 9.132 Mal wurde eine Behandlung im Ausland von der Kasse bezahlt.

Pflegeversicherung: 4.093 neue Anträge

In dem CNS-Bericht ist ein Kapitel der Pflegeversicherung gewidmet. 4.093 Menschen stellten 2018 erstmals einen Antrag auf entsprechende Leistungen, 2.547 wurden neu eingeordnet.

973,5 Millionen Euro wurden von der Gesundheitskasse für Behandlungen in den Krankenhäusern des Landes ausgegeben. Es ist dies eine Steigerung von 8,1 Prozent im Verhältnis zum Jahr 2017, wo bereits 7,6 Prozent Mehrausgaben für diesen Bereich verzeichnet wurden als im Jahr 2016. Auch die globalen Ausgaben der CNS stiegen 2018 an.

Steigende globale CNS-Ausgaben

Die Ausgaben der Gesundheitskasse beliefen sich in Berichtsjahr auf 2.875,8 Millionen Euro, dies sind 173,3 Millionen mehr als 2017. Die Verwaltungskosten konnten dabei um 6 Prozent oder um 5,2 Millionen Euro gesenkt werden und betrugen 81,7 Millionen Euro., was allerdings nur das Resultat einer buchhalterischen Änderung ist. Ohne diese stiegen die administrativen Kosten um 4,6 Prozent. Die laufenden Einnahmen betrugen 2018 3,396 Milliarden Euro, die laufenden Ausgaben 3,264 Milliarden.

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