Mehr Kontrolle und Polizeipräsenz zur Vermeidung von Straßenkriminalität wie Drogenhandel und Vandalismus – das wünschen sich die Escher Bürger, wie eine Befragung ergeben hat. Im Gegenzug wünschen sie sich auch mehr Grün, mehr Aufenthaltsmöglichkeiten und smartere Anzeigen von verfügbaren Parkplätzen.

Rund 1.300 Bürger haben an einer Befragung des Schöffenrats zur Verschönerung des Stadtzentrums teilgenommen. Neben kurzfristigen Maßnahmen wie der Verbesserung des Parkleitsystems, neuen Sitzbänken und zusätzlicher Begrünung sollen auch längerfristige Konzepte zur Bekämpfung des Leerstands ausgearbeitet werden.

Ob Einwohner, Besucher, Arbeiter oder Grenzgänger, fast jeder, der sich seit dem Frühjahr mehr oder weniger regelmäßig in der Stadt Esch aufgehalten hat, weiß, dass dort ein Verfahren zur Revitalisierung des Stadtzentrums eingeleitet wurde. Ziel davon ist, den Stadtkern nach den Wünschen und Belieben seiner Bewohner und Gäste zu optimieren und zu gestalten.

Das Beteiligungsverfahren dieser Revitalisierung, das die Interessen, Sorgen und Begierden der Escher und der Menschen, die regelmäßig in der Stadt verkehren, zu berücksichtigen versucht, wurde auf Wunsch des Schöffenrats in Zusammenarbeit mit dem Architektenbüro WW+ durchgeführt.

Anfang Mai bis Juli diesen Jahres fand die intensive Phase der Partizipation statt. Die Bürger konnten auf verschiedene Art mitmachen. So konnten sie Fragebogen ausfüllen, Informationsbooklets lesen, an Kick-off-Veranstaltungen und Stadtteilspaziergängen teilnehmen und sich Interviews und Befragungen in der Fußgängerzone unterziehen. All diese Methoden erlaubten den Teilnehmern, sowohl Kritik auszuüben als auch Vorschläge für die Verbesserung des Zustandes des Escher Stadtzentrums zu machen.

Die wichtigste Methode, die Meinungen des Volkes zu erfahren und zu berücksichtigen, war der Fragebogen. Dieser wurde zwischen Mai und Juli von rund 1.300 Eschern ausgefüllt. „Diese Zahl zeugt vom großen Interesse der Menschen, dieses Projekt ist ihnen nicht gleichgültig“, meinte Bürgermeister Georges Mischo.

In dem Fragebogen waren insgesamt 19 Fragen zu sechs Themen enthalten: Mobilität, Aufenthaltsqualität und Gestaltung, Qualität des Branchenmixes, Qualität als Wohnstandort, Demografie und Gesellschaft.

Von den 1.300 Teilnehmern waren 60% weiblich und 40% männlich, die meisten waren zwischen 31 und 50 Jahre alt. 73% besitzen die luxemburgische Nationalität, 76% haben ihren Wohnsitz in der Stadt Esch und die meisten Befragten gaben an, dass die zukünftige Entwicklung des Zentrums ihnen wichtig bzw. sehr wichtig sei.

Nach der Auswertung der Fragebögen zeigt sich deutlich: Den Bewohnern und Besuchern liegt vor allem die Sicherheit und die Sauberkeit ihrer Stadt am Herzen. Man äußerte den Wunsch nach einer stärkeren sozialen Kontrolle, einer stärkeren Polizeipräsenz, der Vermeidung von Straßenkriminalität, der Untersagung des öffentlichen Drogenhandels und -konsums und der Prävention von Vandalismus.

Wichtige Themen im Bereich Sauberkeit sind die Steigerung der Anzahl an Mülleimern, die Verringerung von Hundekot im öffentlichen Raum und die Reduzierung der „dreckigen Ecken“ der Stadt.

Kurz- und längerfristige Maßnahmen

Die Gemeinde Esch will deshalb ab 2019 Maßnahmen ergreifen, damit ihre Bewohner sich sicherer fühlen. Dazu gehören die Verbesserung der Beleuchtungssituation, eine Erhöhung der Kameraüberwachung und eine vermehrte Polizeipräsenz. Im Bereich der Sauberkeit des Escher Zentrums soll ebenfalls ab 2019 gehandelt werden.

Neben Sicherheit und Sauberkeit haben die Teilnehmer des Fragebogens auch etwas am öffentlichen Transport auszusetzen. Bessere Informationen über den öffentlichen Transport, mehr Parkmöglichkeiten und eine bessere Auskunft über die bereits vorhandenen Parkplätze und Parkhäuser sind gefragt.

Als kurzfristige Maßnahmen will der Schöffenrat eine Verkehrsreduzierung einleiten und das Parkleitsystem verbessern, damit die Parkplätze leichter aufzufinden sind. Die Anzahl der Parkmöglichkeiten wird allerdings nicht erhöht, da diese bereits nachweislich ausreichend sei, wie der Bürgermeister erläuterte.

Des Weiteren fordern die Bewohner Eschs mehr Bäume und Sträucher in der rue de l’Alzette und den Nebenstraßen. Auch mehr Bänke, Spielplätze und öffentliche Toiletten empfindet die Bevölkerung der Stadt als notwendig. Die Gemeinde hat vor, diese Wünsche zu berücksichtigen.

Daneben sollen mittel- bis langfristige Maßnahmen ausgearbeitet werden, die auch die Situation der Geschäfte verbessern. Es brauche ein komplementäres Angebot zu den Shoppingmalls in Belval, das nicht bei großen Handelsketten, sondern bei kleinen Läden zu suchen sei, hieß es gestern.

Kreisel wird abgeschafft

Der Kreisverkehr an der Passerelle zum Galgenberg am Boulevard J. F. Kennedy soll künftig abgeschafft werden, um den Verkehrsfluss zu verbessern, erklärte Bürgermeister Georges Mischo. Der Kreisel stamme aus der Zeit, als der Busbahnhof noch an dem Ort war, wo heute die Jugendherberge steht und habe mittlerweile seine Funktion verloren.

Leerstand

Konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Leerstands in der Alzettestraße hat der Schöffenrat noch nicht vorzuweisen. Die im Koalitionsvertrag angekündigte Förderung von Pop-up-Stores im Zentrum werde zwar geprüft, doch eine Strategie habe man noch nicht, erklärte Schöffe Pim Knaff. Auch die Vermietung der leer stehenden Wohnungen über den Geschäftslokalen sei eher Teil einer langfristigen Planung.

Direkter Weg nach Belval

Der Schöffenrat möchte erneut Druck auf die CFL und ArcelorMittal ausüben, um eine direkte Fahrrad- und Fußgängerverbindung zwischen Belval und dem Stadtzentrum herzustellen. Die Idee, einen Weg über das Stahlwerkgelände zu öffnen, gibt es schon seit Jahren, doch mangelt es bislang an der Umsetzung.

Verengung

Die kleineren Straßen im Zentrum, die die Alzettestraße durchkreuzen, sollen vorerst für den motorisierten Verkehr geöffnet bleiben, betonte Mischo. Allerdings würden einige dieser Straßen bereits 2019 durch verkehrsberuhigende Maßnahmen verengt.

LR/LL

1 Kommentar

  1. sehr interessanter Artikel, aber leider sieht die Realität in Esch / Alzette anders aus es wird viel geredet, geplant aber nichts umgesetzt, wie man im Artikel lesen kann ist das Hauptinteresse immer noch Belval und wie man es integrieren kann.
    Man sollte in erster Linie mal versuchen die City von Esch / Alzette zu reinigen, teilweise erneuern, Mißstände beseitigen und natürlich für die Sicherheit der Bürger zu sorgen.
    Aus eigener Erfahrung habe ich festgestellt das trotz mehrerer Reklamationen sich nichts ändert, das was die Gemeinde am besten kann sind Parkplätze für Anwohner ( Rue des Rempards ) zu streichen, Parking residentiel zu erweitern und zusätzliche Parkautomaten aufstellen um noch mehr Geld zu kassieren, aber der Rest bleibt Illusion.
    Ich persönlich würde mich freuen wenn nur ein Teil der angekündigten Maßnahmen erfolgreich ausgeführt würde, alleine schon um den Namen ” KULTURHAUPTSTADT ” zu verdienen.
    In diesem Sinne ein Bürger der nicht befragt wurde.

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