Der „Escher Krëschtmoart“ ist nun seit genau drei Wochen geöffnet. Wir haben ihm einen Besuch abgestattet und die Menschen gefragt, wie ihnen die diesjährige Auflage gefällt.

Von Lisa Rock

Die 87-jährige Rentnerin Anne-Marie kommt mindestens einmal die Woche zum Escher Weihnachtsmarkt, um dort zu essen. „Schon als kleines Mädchen verzauberte mich Weihnachten. Besonders die schön dekorierten Weihnachtsmärkte, die Musik, den Glühwein und die festliche Stimmung möchte ich mir nicht entgehen lassen.“ Gestern, als wir die Rollstuhlfahrerin dort antrafen, war sie in Begleitung ihrer Enkelin Zoé, die ihre Begeisterung für das Fest der Liebe teilt.

„Der ‘Escher Krëschtmoart’ ist meiner Meinung nach von der Größe her perfekt: nicht zu klein und nicht zu groß. Am besten gefällt mir, dass es hier kein Gedrängel wie auf dem Weihnachtsmarkt in der Hauptstadt gibt“, erzählt die 25-jährige Erzieherin. Mit dem Angebot – also rund 30 Hütten und Stände, an denen eine Vielfalt an Essen, Dekoartikeln und Accessoires feilgeboten werden – sind die beiden äußerst zufrieden.

Mittagspause auf dem Weihnachtsmarkt

Auch die Freundinnen Chantal, Martine und Nancy waren am Donnerstag dort. Sie arbeiten und wohnen in Esch und verbringen ihre Mittagspause ab und zu auf dem Weihnachtsmarkt. „Die Atmosphäre ist angenehm, der Eingang ist schön hergerichtet und die Musik ist – im Gegensatz zum Weihnachtsmarkt auf dem Knuedler – nicht zu laut“, meint Nancy. Chantal zieht gar einen Vergleich zu einem der ältesten Weihnachtsmärkte Europas: „Der ‘Escher Krëschtmoart’ ähnelt dem von Straßburg – vor allem was die Stimmung angeht.“ Zu bemängeln haben die Freundinnen lediglich, dass es hier keine heißen Kastanien gibt und dass der Markt abends recht früh schließt – nämlich bereits um 20 Uhr.

Mit den Standinhabern haben wir uns ebenfalls unterhalten – so auch mit Elodie. Schon seit 15 Jahren verkauft sie verschiedene karamellisierte Nüsse und Nougat auf dem Escher Weihnachtsmarkt. „Die Nachfrage ist ziemlich groß. Jeden Tag gehen zwischen 40 und 60 Tütchen mit Nüssen oder Nougat über unsere Theke“, so die Betreiberin der Hütte „Chez Nono“.

Große Nachfrage

In unmittelbarer Nähe findet man den Stand von Jessica, an dem selbst genähte Mützen, Wickelschals, Schlauchtücher und „Zipfel-Cagoules“ angeboten werden. Sogar Waschlappen mit aufgenähten Namen oder Abbildungen kann man hier kaufen. Jessicas Vater Pierrot ist besonders stolz auf sie: „Das ist bereits das dritte Jahr, dass meine Tochter hier einen Stand hat. Sie näht alles selbst.“ Jedes Jahr würden sich mehr Menschen für Jessicas Waren interessieren – was laut dem Rentner darauf zurückzuführen sei, dass die Qualität stimmt und sich herumspricht.

„Die Nachfrage ist so groß, dass sie allein vom Verkauf der Ware leben kann.“ Neben den Kopfbedeckungen und Schals näht die junge Frau auch Hüllen für Taschentuchboxen, die wie kleine Sofas aussehen. Laut Pierrot sind die Besucher des Weihnachtsmarktes von diesem Produkt begeistert.

Suppen und Stollen vom CIGL

Auch das CIGL Esch („Centre d’initiative et de gestion local“) ist auf dem Escher Weihnachtsmarkt vertreten. Hier werden Suppen, Gemüse, Marmelade und Stollen verkauft – und zwar aus Zutaten, die aus biologischem und lokalem Anbau stammen. Obwohl sich die Suppen dem Standbetreiber zufolge sehr gut verkaufen, soll die Nachfrage nach den restlichen Lebensmitteln leider nicht sonderlich groß sein.

Eine Neuheit gibt es übrigens seit dem 9. Dezember: Am vergangenen Sonntag hat Alexis nämlich seinen Stand aufgerichtet, an dem er Würstchen in zahlreichen Geschmacksrichtungen – wie beispielsweise Chili, Knoblauch und grüner Pfeffer – anbietet. „Ich bin das erste Mal hier auf dem ‘Escher Krëschtmoart’. Bis jetzt zähle ich leider noch nicht sehr viel Kundschaft“, berichtet der 61-Jährige. Er vertritt die Meinung, dass die meisten Menschen den Markt aufsuchen, um hier in geselligem Beisammensein etwas zu essen oder zu trinken. Würstchen, die man erst zu Hause zubereiten muss, kommen da eher nicht so gut an.

Hoffnung darauf, dass seine Kundschaft noch wachsen wird, hat der Rentner allerdings noch, da sein Stand erst seit kurzer Zeit hier vertreten ist – und immerhin ist der „Escher Krëschtmoart“ auch noch bis zum 23. Dezember geöffnet.

2 Kommentare

  1. alle die nicht nach dem Genuß von Glühwein oder anderen Alkoholika mit dem Auto aus der Stadt nach Esch fahren wollen.
    Ich finden Weihnachtsmarkt gut gelungen.

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