In Esch wird in absehbarer Zukunft ein neues Stadtviertel entstehen, mit allem, was dazugehört: Wohnungen, Raum für Büros, Geschäften, kleinen Firmen, Restaurants, Cafés, einem zentralen Platz mit unterirdischem Parkhaus. Der historischen Bedeutung des ehemaligen Industrieareals zwischen rue d’Audun und rue de Barbourg soll Rechnung getragen werden. Erhaltenswerte industrielle Gebäude sollen bestehen bleiben und in das Projekt integriert werden.

Von unserem Korrespondenten Paul Huybrechts

Wichtig ist zu erwähnen, dass das vorgestellte Projekt den Bürgern lediglich eine grobe Idee vermitteln sollte, wie die urbanistische Erschließung dieses ehemaligen Industriegeländes in etwa aussehen könnte. Nichts davon ist beschlossene Sache, lediglich die Modifikation des PAG für das besagte Gelände ist beschlossen und definiert einige grundlegende Parameter wie die Nutzung und die Bebauungsdichte.

Die Beteiligung der Bürger an diesem Projekt ist ausdrücklich erwünscht, weshalb dann auch in dieser frühen Phase bereits eine öffentliche Vorstellung stattfand. Den Planern, einem multidisziplinären, internationalen Team, liegt am Herzen, die Geschichte dieses Geländes fortzuschreiben. Es wird nicht alles abgerissen und plattgewalzt, um Neues zu schaffen, sondern es soll ein neues Kapitel geschrieben werden.

Das neue Viertel soll als Verbindung zwischen “Brill” und “Hiel” fungieren. Bebauungsdichte und Gebäudehöhen werden den jeweils angrenzenden Vierteln angepasst und sollen dazwischen fließend verlaufen. Der näher am Stadtgebiet liegende Teil wird demnach dichter bebaut. Den Planern schweben hier eine Schule, eine “Maison relais” und ein Kinderhort vor. Wie bereits erwähnt soll auch in diesem Teil ein zentraler Platz entstehen, in etwa in der Größe des Rathausplatzes.

Verschiedene Gebäude bleiben erhalten

In dem anderen Teil des Areals, der näher an der Natur liegt, nimmt die Bebauungsdichte ab. Dort wird Wohnen in einer ruhigen und grünen Lage ermöglichen. Das Planungsteam vereint vielfältige Kompetenzen und setzt sich zusammen aus Iko Real Estate, City Tools (Soziologen, Urbanisten), den Architekturbüros A2M, Bruck + Weckerle und Moreno sowie der Agentur Babylone (Landschaftsgestaltung).

Die Folgen dieses Projektes auf die Umwelt sollen so gering wie möglich gehalten werden. Ressourcen wie Energie und Wasser werden mittels modernster Technologien verwaltet, auch die biologische Vielfalt und ein in puncto Geschwindigkeit regulierter Verkehr werden gefördert. Erhalten bleiben die Turbinenhalle, die Gebläsehalle, die Lagerhalle, das einmalige Weichenstellhaus und die lange Bachsteinmauer entlang der rue d’Audun.

Mehrere Herausforderungen müssen noch gemeistert werden. Dazu gehören die Sanierung des Bodens sowie die verkehrstechnische und urbanistische Anbindung des Areals, das durch den Verlauf der Eisenbahnlinie Esch – Audun-le-Tiche von der “Hiel” abgetrennt ist.
Der Zeitrahmen für ein Projekt dieser Größenordnung steht noch nicht fest. Arbeitsgruppen mit Bürgerbeteiligung werden ihre Arbeit im ersten Trimester 2019 aufnehmen. Für die Umsetzung des gesamtes Projektes wird ein Zeitraum von 15 Jahren veranschlagt. Gebaut wird in Etappen, begonnen mit dem der Stadt am nächsten gelegenen Gebiet.

1 Kommentar

  1. Esch/Alzette investiert immer nur in Randgebiete aber in der Innenstadt gibt es auch viel zu reparieren und zu erneuern, kaputte Straßenlaternen, auf dem Gemeindeplatz stehen seit Monaten ausgefahrene Verteiler kästendie man Abends bei der schlechten Beleuchtung nicht sieht, sogar ein abgebrochener Laternenmast steht ohne Absicherung im Dunkeln, wer da nicht aufpaßt der legt sich aber voll aufs Gesicht, für solche Sachen hat man entweder keine Zeit um das zu beheben oder man ist einfach zu geizig diese Mißstände zu beseitigen, aber Geld für neue Stadtviertel ist anscheinend Geld da.
    Esch/Alzette will 2022 Kulturhauptstadt werden, na dann strengt euch mal an um das zu gefallen aller zu schaffen, ich sehe da schwarz.

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