Die italienische Gemeinschaft in Esch ist „not amused“. Im Wahljahr 2018 wird die „Festa de l’Unità“ zum ersten Mal seit 47 Jahren nicht veranstaltet werden können. Der neue schwarz-grün-blaue Schöffenrat der Stadt Esch hat den Veranstaltern seine Unterstützung entzogen.

Ende Februar dieses Jahres hat der Escher CSV-Bürgermeister Georges Mischo dem „Circolo Amici dell’Unità“ in einem Schreiben mitteilen lassen, dass der neue Schöffenrat beschlossen habe, das Konzept der Personalfeier zu überdenken und entschieden habe, die Feier nicht mehr auf dem Galgenberg auszurichten. In der Vergangenheit hatte die Stadt Esch dem „Circolo“ des „Partito Democratico Lussemburgo“ das Zelt der Personalfeier jedes Jahr für ihre „Festa de l’Unità“ zur Verfügung gestellt. Damit ist es nun vorbei: „Par conséquent, nous voudrions clarifier dès à présent que la Ville d’Esch ne contribuera plus activement à l’organisation de la Fiesta [sic] Dell’Unità par la prise en charge du chapiteau ou par une autre aide matérielle“, heißt es in dem Schreiben weiter. Der Vereinigung stehe es aber frei, einen außerordentlichen Zuschuss bei der Gemeindeverwaltung zu beantragen.

Aus politischen Gründen

Giovanni Grilli, seit fast 35 Jahren Präsident des Organisationskomitees, hat daraufhin ein Treffen mit dem neuen CSV-„déi gréng“-DP-Schöffenrat beantragt. Eine erste Unterredung fand am 2. Mai statt. Der Bürgermeister und seine Schöffen Martin Kox („déi gréng“) und Pim Knaff (DP) hätten bei der Zusammenkunft beteuert, dass noch keine Entscheidung getroffen worden sei, erzählt Grilli. Bei einem zweiten Treffen am 29. Mai habe Kox ihm dann eine finanzielle Unterstützung beim Anmieten des Zeltes in Aussicht gestellt. Bis heute habe er aber keine definitive Antwort vom Schöffen bekommen, bedauert Grilli. Jetzt sei es eh zu spät, denn die Organisation des Festes nehme mehrere Monate in Anspruch.
Giovanni Grilli und Umberto Picariello, ebenfalls Mitglied des Festkomitees, finden es Schade, dass die traditionelle „Festa de l’Unità“ in diesem Jahr nicht mehr stattfinden kann.

Sie sind der Meinung, dass die neue Escher Stadtführung ihnen die Unterstützung aus politischen Gründen entzogen hat. Der „Partito Democratico“, der die Organisation des Festes vor einer Reihe von Jahren von den Kommunisten übernommen hat, ist eine italienische Mitte-links-Partei. Die LSAP hatte die Veranstaltung stets unterstützt.
Der neue christlich-liberale Schöffenrat vertrete jetzt eine andere Ansicht, sagen Grilli und Picariello. Dabei sei die „Festa europea dell’Unità“, wie sie seit einigen Jahren genannt wird, vor allem ein großes Volksfest, das nicht nur von Mitgliedern der italienischen Diaspora, sondern von allen Eschern besucht werde. Zwar finde am Sonntagmorgen immer ein politisches Rundtischgespräch statt, doch die politische Dimension des Festes sei im Vergleich zu früher stark zurückgegangen, betont Grilli. Zudem habe man zum Rundtischgespräch immer Vertreter aller demokratischen Parteien eingeladen. Selbstverständlich auch von CSV und DP.

Seit 45 Jahren findet die „Festa de l’Unità“ fast ununterbrochen am letzten Wochenende im September auf dem Galgenberg statt. Nur zur 100-Jahr-Feier der Stadt Esch und der Stadt Düdelingen wurden jeweils Sonderauflagen organisiert. Die ersten beiden Feste waren 1971 und 1972 noch auf der Escher place de la Paix veranstaltet worden. Damals noch von den Anhängern des „Partito Comunista Italiano“ (PCI) in Luxemburg. Ursprünglich wurde mit dem Erlös des Festes die 1924 von Antonio Gramsci gegründete Tageszeitung l’Unità unterstützt. Die „Festa de l’Unità“ wird bis heute in vielen Gegenden Italiens gefeiert, auch wenn die linke Zeitung mittlerweile eingestellt wurde. Das luxemburgische Fest war das einzige, das außerhalb Italiens stattfand. Aus ganz Europa kamen italienische Familien deswegen jahrzehntelang nach Esch zu Besuch.

1973 erlaubte der damalige KPL-Bürgermeister Arthur Useldinger den Anhängern des PCI, ihr Fest auf dem Galgenberg auszutragen. Lange Zeit organisierten sie die Feier in Eigenregie. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung des PCI übernahmen die Anhänger des sozialdemokratischen „Partito Democratico“ (PD) mit der Unterstützung des OGBL die Organisation des Festes. Auch sie kümmerten sich lange Zeit selbst um Aufbau und Organisation. Doch im Laufe der Jahre wurde die Miete für das Zelt immer teurer. Viele Mitglieder des Organisationsteams sind mittlerweile im Rentenalter und schaffen es körperlich nicht mehr, sich am Aufbau des Zeltes zu beteiligen, auch wenn sie die italienischen Spezialitäten, die beim Fest angeboten wurden, immer noch selbst kochten.

Deshalb hatte der Schöffenrat aus LSAP, „déi gréng“ und „déi Lénk“ vor sieben Jahren beschlossen, den Veranstaltern der „Festa de l’Unità“ unter die Arme zu greifen. Das Zelt, das die Gemeinde immer am letzten Freitag im September für die Personalfeier auf dem Galgenberg angemietet hat, stellten sie den „Amici dell’Unità“ für ihr traditionelles Fest zur Verfügung.

Personalfeier in Rockhal

Doch damit soll nun Schluss sein. Die Personalfeier soll Tageblatt-Informationen zufolge in diesem Jahr in der Rockhal in Belval stattfinden. Der „Circolo Amici dell’Unità“ hat nach Alternativen zum Galgenberg gesucht. Die Kulturfabrik sei am letzten Septemberwochenende schon besetzt, die Hochofenterrasse ungeeignet. In der Gemeinde Sanem hätte Bürgermeister Georges Engel (LSAP) sie mit offenen Armen empfangen. Doch die angebotene Halle sei zu klein für ein solches Fest gewesen, meint Umberto Picariello. Und die „Festa de l’Unità“ gehöre nun mal nach Esch. Bürgermeister Georges Mischo wollte sich auf Nachfrage nicht zu der Angelegenheit äußern.

11 Kommentare

    • D’Italiener aus allen Regio’unen vun Italien hun jiddereen hirt eegent Fest hei zu Lëtzebuerg.
      Esouguer d’Sarden: déi hun 2 Kluppen wou een deen aneren wollt iwertrompen mat senger Zoustännechkeet. Lo geet do näischt méi mat “amigo mio ” ënnert hinnen.
      Ee Geschäftsmann vun Esch, Frënd vu mir, war ëmmer fir d’Kommunisten, hätt sech ni Lëtzebuerger wëlle maan, huet op Sardinien gebaut a wunnt do, weist op Facebook stolz säin Auto …mat lëtzebuerger Plakken (säit iwer 15 Joer / hien as all Jor 6 Méint hei an der Vakanz!) a versteet nët dass zu Lëtzebuerg d’Kommunisten nach nët an der Regierung sin, an een säin fréiert Appartement am Escher Zentrum fir 3 mol méi Grolli verkaft huet wéi hien virun 15 Jor derfir kritt huet.
      Ee löschtecht Vollek eben. Gin dofir och gudd eens mat hinnen.

  1. Ganz esou wéi et am Artikel sugestéiert gëtt ass et nët .
    Festa de l’Unità gëtt et zanter 46 Joer dovun huet Gemeng Esch erreicht déi läscht 7 Joer Zelt bezuelt ,déi 39 Joer virdrun huet den Veräin et selwer bezuelt . Wann ein Veräin en Zelt vir eng Féier wëll lounen muss den Veräin et och selwer bezuelen . Wéisou hei eng Ausnahm maachen ?

    • Dest Joer sollt déi 47. Editioun sin. An am Artikel steet “Deshalb hatte der Schöffenrat aus LSAP, „déi gréng“ und „déi Lénk“ vor sieben Jahren beschlossen, den Veranstaltern der „Festa de l’Unità“ unter die Arme zu greifen. Das Zelt, das die Gemeinde immer am letzten Freitag im September für die Personalfeier auf dem Galgenberg angemietet hat, stellten sie den „Amici dell’Unità“ für ihr traditionelles Fest zur Verfügung”.

      • Titel ” Der “Festa de l’Unità” droht das Ende”

        Daat ass awer nët d’Schold vun der Escher Gemeng bzw dem Schäfferot . D’Unità huet entweder keng Suen oder wëll nëtt selwer bezuelen . Wéi gesoot wëll ech en Zelt an Fest organiséieren muss ech Suen hunn an nëtt hoffen dat en Anneren dovir bezillt . Zemols wëll een vun der Unità ganzt d’Joer näischt héiert an gesäit .

        • Ech hunn och keng Loscht méi fir Nationalfeierdag ze bezuelen. D’ganzt Joer héiert ee näischt dovun an zwee Deeg am Joer danzen dann Zaldote ronderëm, gi Waffe gewisen, e Fliger flitt iwwer d’Stad, an et gi nach Knupperte lassgelooss, déi net nëmmen deier kaschte mä och nach deck Ëmweltverschmotzung verursaachen, Schwéiermetaller, Plastik, asw, an d’Natur gelaangen, a net ze vergiessen, de Kaméidi, dee Mënsch an Déier nervt…

  2. Die Unterstellung politische Gründe wären ausschlagbegend sind kindisch. Wohl kaum nachvollziehbar, dass die Gemeindefête nur umgemodelt wird nur um der Unita zu schaden. Jeder in Esch nicht die Unita als Volksfest wahr und Politiker aller Couleur lassen sich dort gerne sehen. Aber Herr Laboulle ist wieder zufrieden, wenn er die neue Mannschaft schlecht machen kann. Wie jeder andere Club soll/kann Subside für dieses tolle Fest angefragen. Diese einseitige Darstellung nerven.

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