Eric Thill (DP) wird neuer Bürgermeister in Schieren. Der 25-Jährige ist damit das jüngste Gemeindeoberhaupt des Landes.

Von Olivier Halmes

Die Ereignisse überschlagen sich in Schieren. Der Gemeinderat hat am Mittwochabend im Anschluss an die öffentliche Sitzung beschlossen, einen neuen Schöffenrat zu bilden. Eric Thill wird Bürgermeister. Die Schöffen Ben Pierrard und Camille Pletschette sind ebenfalls neu im Schöffenrat. Damit hat das Gerangel am Ratstisch eine weitere abrupte Wendung genommen.

Wegen der geplanten Erweiterung des PAG am Léihbierg um 65 Ar Bauland war es zum Streit im Gemeinderat gekommen. Bei der Abstimmung zur Endfassung des neuen kommunalen Bebauungsplans (PAG) kam es bei der Sitzung vom 18. Oktober deswegen zu einer Patt-Situation. Noch-Bürgermeister André Schmit besitzt im besagten Areal ein Grundstück mit Haus. Auch die Eltern von Eric Thill sind dort ansässig.

Interessenkonflikt

Aus diesem Grunde durften die beiden Schöffenratsmitglieder auch nicht an der Abstimmung teilnehmen. Schmit hatte im Vorfeld zur damaligen Abstimmung seine Demission an der Spitze der Gemeinde bekannt gegeben. Dem Gesetz nach bleibt er aber so lange noch Bürgermeister, bis sein Nachfolger von der Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) vereidigt worden ist. Mit Tessy Kries ist vor einigen Tagen ein weiteres Mitglied aus dem Schöffenrat zurückgetreten. Ersetzt wurde Kries kommissarisch durch Camille Pletschette.

Susi Pfeiffer darf laut Entscheidung des Gemeinderates diesem nicht länger angehören. Dies wurde in einem der beiden öffentlichen Punkte der Sitzung am Mittwochabend diskutiert. Der Rätin wird von Noch-Bürgermeister André Schmit vorgeworfen, dass sie ihren Lebensmittelpunkt aktuell nicht in der Gemeinde hat. Sie begleite ihren Mann, einen Offizier der luxemburgischen Armee, während einer befristeten Zeit von 10 Monaten nach Brüssel. Pfeiffer wehrte sich gegen diese Anschuldigungen. Sie selbst und ihre Familie nehmen am Leben in Schieren weiterhin teil und seien am Wochenende und in den Ferien im Dorf. Zu den Ratssitzungen während der Woche wäre sie zudem anwesend und könne sich dementsprechend auch vorbereiten.

Unterstützung in ihrer Sichtweise erhielt sie von Eric Thill und Ben Pierrard. Patrick Heischbourg, François Wirth und André Schmit waren hingegen anderer Ansicht. Ratsmitglied Camille Pletschette enthielt sich der Abstimmung. Als Entscheidungsgrundlage wurden die Artikel 192 und 193 im Wahlgesetz angeführt. Schmit führte in seiner Begründung weiter an, dass die drei Kinder der Familie aktuell in Belgien zur Schule gingen. Susi Pfeiffer hat noch das Recht, beim Verwaltungsgericht Einspruch gegen die knappe Entscheidung des Gemeinderats einzulegen.

Gemeinderat nur noch zu sechst

Nachdem Susi Pfeiffer bis auf Weiteres nicht mehr dem Gemeinderat angehört, konnte über den Punkt zum Léihbierg auch nicht abgestimmt werden. Nach dem Abgang von Pfeiffer tagt der Gemeinderat nur noch zu sechst. Tessy Kries ist wegen ihres Mutterschaftsurlaubs während drei Monaten nicht verfügbar und war auch am Mittwoch nicht anwesend. Da Schmit und Thill wegen des besagten Interessenkonfliktes nicht an der Abstimmung teilnehmen durften, wurde die benötigte Zahl der Stimmen (Quorum) am Ratstisch nicht erreicht.

Im Anschluss der Sitzung wurde hinter verschlossenen Türen der neue Schöffenrat und  Bürgermeister von den Ratsmitgliedern bestimmt.

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