Im März 2018 stand Jelena Ostapenko auf dem fünften Weltranglistenplatz.
2019 kam sie nach einer Verletzung nur schwer in die Saison. Erst bei ihren letzten beiden Auftritten und nach einem Trainerwechsel lief es für sie wieder besser: Finale in Linz und Sieg in Luxemburg. Bei der Pressekonferenz nach dem Titelgewinn strahlte Jelena Ostapenko dementsprechend auch übers ganze Gesicht.

Von Marc Biwer / Fotos von Gerry Schmit und Jerry Gerard

Tageblatt: Es muss ein besonderes Gefühl sein, wenn man die Saison mit einem Titel beenden kann.
Jelena Ostopenko: Natürlich ist es ein tolles Gefühl! Es war
eine fantastische Woche für mich – und ich denke, dass ich heute (gestern) sehr gut gespielt habe.

War es für Sie einfacher, als Sie sich das vorgestellt haben?
Ein Finale ist ein Finale. Das ist immer anders als jedes andere Match. Die Aufregung ist größer. Es spukt dir dauernd im Kopf herum, dass du Titelträgerin wirst, wenn du dieses Spiel gewinnst. Das beeinträchtigt einen ein bisschen. Ich wusste auch, dass Julia eine Spielerin ist, die sehr gut aufschlägt. Erst als mir das Break gelungen ist, habe ich mich wohler gefühlt und hatte das Selbstvertrauen zurück. Die Spielfreude der letzten Tage war wieder zu sehen.

Seit Linz werden Sie von Marion Bartoli gecoacht. Welchen Einfluss hat sie auf Ihren Sieg?
Marion hat wenig an meinem Spiel verändert. Es ist vielmehr so, dass sie psychisch positive Dinge in mir weckt – dass ich immer an mich glauben und meinen Weg gehen soll. Ob ich auch weiterhin mit ihr trainieren werde, weiß ich noch nicht – und darum werde ich dazu kein Statement abgeben. Wir werden die nächste Saison vorbereiten und dann werde ich auf den Netzwerken verkünden, wie es weitergeht.

Was war der Unterschied zwischen Linz und Luxemburg?
Linz hatte für mich andere Bedingungen, der Platz war wesentlich langsamer. Die Spielerinnen haben einfach nur versucht, den Ball zurückzuschlagen, was wegen der Trägheit des Platzes einfacher war. In Luxemburg war der Belag wesentlich schneller und das kommt meinem Spiel eher entgegen. Linz hat aber mein Selbstvertrauen für das Turnier hier gestärkt.

Es ist Ihr erster Turniersieg seit zwei Jahren, eine lange Durststrecke …
Diese Saison lief nicht so gut. Aber im Jahr zuvor habe ich nicht schlecht und erfolglos gespielt. Ich stand mehrmals im Finale. Nur der letzte Erfolg fehlte. 2019 hat es an Konstanz und an Selbstvertrauen gefehlt. Ich bin quasi im Kreis gelaufen, weil ich aus diesen Gründen keine Spiele gewonnen habe – meine Psyche war daraufhin immer mehr angeschlagen. Aber das ist nun vorbei. Ich habe wieder Freude daran, Tennis zu spielen.

Sie haben sich für die nächste Saison die Top 10 vorgenommen, oder?
Ich werde jedenfalls daran arbeiten, die Top Ten zu erreichen. Ich weiß, dass ich es spielerisch drauf habe. Ich muss jetzt mein Selbstvertrauen stabilisieren und stärken. Passt alles gut zusammen, dann weiß ich, dass ich eigentlich jede Spielerin schlagen kann.

Sie haben dem Publikum versprochen, dass Sie Ihren Titel verteidigen wollen. Werden Sie Wort halten?
Ich hoffe schon. Ich habe sehr gerne hier gespielt. Es ist ein tolles Turnier und ich werde alles dransetzen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

 

 

 

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