Rund 1.700 Schüler verlassen jährlich die Sekundarschule ohne Abschluss. Die Quote der Schulabbrecher hatte sich in den letzten Jahren auf neun Prozent stabilisiert, stieg zuletzt jedoch erneut auf 13 Prozent an. Ein Mediator für schulische Belange soll dieser Tendenz entgegenwirken.

In seinem Bericht zur Gesetzesvorlage “Schulmediator” nennt der Parlamentsausschuss unter Berufung auf das Unterrichtsministerium drei große Probleme, denen sich Luxemburgs Schulwesen gegenüber sieht: Die Einschulung von Migrantenkindern und von Kindern mit spezifischen Erziehungsbedürfnissen sowie Schüler, die die Schule abbrechen. Für jeden einzelnen Bereich wollte das Schulministerium einen eigenen Mediator. Auf Anraten des Staatsrats, der vor einer allzu schwerfälligen Struktur warnte, wird sich nun ein einziger Ombudsman der Problematik annehmen.

Die Ursachen, warum es zum Schulabbruch kommt, seien vielfältig, so Berichterstatter Claude Lamberty (DP) am Mittwoch im Parlament: Wiederholte schulische Misserfolge, Überforderung, der Eindruck, dass die eigenen Talente nicht erkannt werden, mangelnde Unterstützung zu Hause, fehlende Sprachkenntnisse, Behinderung … Die Grünen-Sprecherin Josée Lorsché nannte weitere Gründe. Bei 22 Prozent sei die Entscheidung zum Schulabbruch auf Klassenwiederholung zurückzuführen; 48 Prozent hörten auf, zur Schule zu gehen, weil sie keine Praktikantenstelle oder die gewünschte Lehrstelle fanden.

Kein “Meckerkasten”

Der Mediator soll in Konfliktfällen vermitteln, die zum schulischen Scheitern der Jugendlichen beigetragen haben können. Dabei sollen mögliche Ursachen des Versagens ergründet werden. Ein potenzieller Grund wäre etwa das Fehlen einer entsprechenden Ausbildung oder ein schlecht funktionierender Schulbetrieb. Der Mediator soll Ansprechpartner für volljährige Schüler, Eltern minderjähriger Schüler, Lehrer und andere Mitarbeiter des Unterrichtswesens sein. Nach Untersuchung der Sachlage kann er der Schule entsprechende Empfehlungen aussprechen. Sein jährlicher Bericht soll öffentlich sein. Ein “Meckerkasten” etwa wegen einer ungenügenden Note oder einer Disziplinarstrafe sei der Mediator jedoch nicht, betonte Lamberty.

Die Opposition bemängelte insbesondere die Schaffung einer neuen Struktur. Sie sei keinesfalls von deren Mehrwert überzeugt, sagte Françoise Hetto-Gaasch (CSV) und verwies dabei auf bereits bestehende Anlaufstellen. Von einem weiteren Ausbau des “administrativen Wasserkopfs” sprach ADR-Parlamentarier Fernand Kartheiser. Manchmal habe man den Eindruck, als habe das Land mehr Organe als Schulpersonal, meinte seinerseits David Wagner (“déi Lénk”) und fügte hinzu, dass in der Diskussion über die Schule die Bedeutung der sozialen Herkunft für den schulischen Erfolg stets ausgeklammert werde.

Das Projekt wurde mit den 32 Stimmen der Mehrheit bei drei Nein-Stimmen und 25 Enthaltungen angenommen.

3 Kommentare

  1. Gudde Kommentar vum David Wagner. Ech kennen e puer Enseignante. Den Echo ass emmer: Sie mussen ewell d’Elterenroll iwwerhuelen an d’administrativ Arbescht ass ze grouss.

  2. Wéi as et mam “décrochage universitaire”? Mat enger Première(13e) alleng no x Joren Studium ouni Ofschloss steht een hei am Land och extrem schlecht do. Allgemeng sin Jobs mat enger 1ere alleng ganz rare mettlerweil. Héier Ausbildungen(wéi an Däitschland) gett et keng, BTS gett et net an all Beräich. Dann as een zimlech schlecht drun.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here