Mit dem Ausscheiden im Meisterschafts-Halbfinale ging bei der Amicale Steinsel eine Ära zu Ende. Mit Liz Schmitz und Trainer René Keiser verabschiedeten sich die Stützen der erfolgreichen Jahre. Die 30-jährige Kapitänin blickt auf eine bewegende Karriere zurück.

Von Gabi Besenius

„Bereits vergangene Saison spielte ich mit dem Gedanken, aufzuhören, doch ich ließ mich überreden, noch ein Jahr weiterzumachen. Ich bin jetzt fast 25 Jahre dabei, jetzt ist eine Zeit gekommen, in der ich mit Familie und Freunden mehr unternehmen möchte. Ich bin dankbar für alles und habe viele Leute aus verschiedenen Kulturen kennengelernt. Ich habe viel gegeben, und Basketball gibt einem viel zurück“, kommentiert Liz Schmitz ihren Rücktritt.

Auch wenn sich die 30-Jährige sicherlich einen erfreulicheren Abschied von der Basketball-Bühne gewünscht hätte, so kann sie auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Zusammen mit Erfolgstrainer René Keiser, der sich ebenfalls in die Basketballrente verabschiedet, gewann Schmitz mit Steinsel zwischen 2014 und 2019 sieben Titel (vier Meistertitel und drei Pokale). Gab es ein Erfolgsrezept? „Es gab ein großes Vertrauen zwischen Spielerinnen und Trainer. Wir hatten stets gute ausländische Spielerinnen und es war eine gewisse Konstanz vorhanden. Ren’ hat sehr gute Menschenkenntnisse und hat auch mal den Kopf für uns hingehalten, wenn es nötig war. 90 Prozent der Spielerinnen, die zur Amicale gewechselt sind, sind wegen ihm gekommen“, erklärt die ehemalige Nationalspielerin, die mit der FLBB-Auswahl 2013 die Goldmedaille bei den Spielen der kleinen europäischen Staaten vor heimischem Publikum gewann – ein weiteres Highlight ihrer Karriere: „Die Mannschaft hat damals während drei Jahren auf dieses Ziel hingearbeitet und im Endeffekt alles richtig gemacht.“

Karrierestart mit sechs Jahren

Begonnen hat die Karriere von Liz Schmitz im Alter von sechs Jahren in Contern. Mit dem Conterner Verein verbindet sie ihre „Lehrjahre“: „Ich habe alles in Contern gelernt. Ich hatte mit vielen engagierten Vereinsleuten und Trainern zu tun und bin zu der großen Conterner Zeit, in der Kris Bernath und Claire Margue aktiv waren, dort aufgewachsen. Auch wenn ich auf der Bank saß, konnte ich hineinschnuppern und nahm die Ambitionen mit auf meinen Weg“, blickt Liz Schmitz zurück. Beim Double 2004 und dem Pokalgewinn 2005 war sie beide Male im Kader.

Während zwei Jahren kombinierte sie Studien im Ausland und Basketball in Contern, was nicht ideal war. „Ich war nicht richtig bei den Studien und nicht richtig beim Basketball.“ Danach ergab sich für Schmitz die Gelegenheit, in Namur auf Korbjagd zu gehen. „Ich war zwar nicht als Profi engagiert, trainierte jedoch zwei Mal am Tag und spielte mit sechs Ausländerinnen zusammen.“

„Der Weg ist das Ziel“

Dann zog es sie nach Charleroi, ehe sie zwei Jahre in Gent als Profi in einem jungen Team spielte. „Es war eine gute Mischung: Zwei Jahre habe ich viel hinzugelernt. Danach musste ich Verantwortung übernehmen“, so die ehemalige Nationalspielerin. Als sie nach Luxemburg zurückkam, war eine Rückkehr nach Contern der eigentliche Plan: Doch zwei Faktoren entschieden zugunsten von Steinsel: „In Contern spielten zwei Ausländerinnen auf der gleichen Position wie ich und es waren kaum noch Spielerinnen aus meiner Conterner Zeit aktiv.“

So ließ sie sich von René Keiser überzeugen, mit nach Steinsel zu wechseln. Es sollte eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit vielen schönen Momenten werden, wie beispielsweise dem ersten Meistertitel. Dieser kam nach einem Umbruch im Steinseler Team ganz unerwartet. Hinzu kam der Pokalsieg 2017, nachdem man im Vorjahr unglücklich im Halbfinale verloren hatte.

Erfolg und Dominanz

Ein weiteres Highlight war für Schmitz das Double im vergangenen Jahr: „Es ist schwer, konstant zu sein. Ich weiß nicht, ob so schnell jemand es schafft, sieben Titel in fünf Jahren zu gewinnen.“ Trotz der vielen Erfolge hebt sie nicht nur die Titel hervor: „Der Weg ist das Ziel: Es sind auch die Momente dazwischen, die wichtig sind. Man muss auch lernen, mit Niederlagen klarzukommen und nicht gleich alles hinzuschmeißen. Irgendwann trägt die viele Arbeit ihre Früchte, aber nicht schon nach einem Jahr, und das vergessen viele junge Spieler.“

Der Erfolg und die Dominanz der Steinseler Damen sind nicht nur auf die Leistung der Spielerinnen und des Trainers zurückzuführen, sondern auch auf die Arbeit des Vereins: „Ich hatte großes Glück, in einem Verein aktiv gewesen zu sein, der genauso viel Energie in die Damen wie in die Herren steckt. Bei vielen Klubs sind es entweder die Damen oder die Herren – vielleicht auch aus finanziellen Gründen, und das sieht man nicht nur beim Basketball“, so die 30-Jährige, die Steinsel als Assistenztrainerin erhalten bleiben wird.

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