Am Mittwoch mussten sich Théo W. und Dominic Ch. in zweiter Instanz vor dem Bezirksgericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, Drogenhandel im großen Stil betrieben zu haben.

Von Carlo Kass

Die Beschuldigten sollen große Mengen an Marihuana, Cannabis, Kokain und Haschisch verkauft haben – und das mitunter auch an Minderjährige. Hauptsächlich im Süden des Landes, in Esch/Alzette, Differdingen und Düdelingen, sollen sie tätig gewesen sein.

In erster Instanz standen neben den beiden Beschuldigten auch Sacha H., Andy C., Dany M. und Ermal H. vor Gericht. Die sechs Angeklagten wurden damals zu insgesamt 159 Monaten Haft verurteilt. Théo W. und Dominic Ch., die beide Berufung eingelegt haben, wurden zu vier bzw. drei Jahren Haft verdonnert, wovon zwei bzw. anderthalb zur Bewährung ausgesetzt wurden. Ermal H. erhielt indes eine zweijährige Haftstrafe, Dany M. und Sascha H. zwei Jahre Haft auf Bewährung und Andy C. drei Monate, die ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Gestern nun wurde der Fall von Théo W. und Dominic Ch. also in zweiter Instanz verhandelt. W. meinte, er habe nur mit Cannabis und Marihuana gehandelt. Der Hauptverantwortliche sei Andy C. gewesen – also jener Angeklagter, der unter anderem in erster Instanz gegen W. ausgesagt hatte. Seit rund einem Monat soll der Beschuldigte nun auch eine feste Anstellung bei einem Luxemburger Bauunternehmen haben.

Ein Angeklagter wollte “nur seinen Freunden aushelfen”

Dominic Ch. widersprach indes dem Vorwurf, im großen Stil mit Drogen gehandelt zu haben. So habe er eigenen Aussagen zufolge lediglich Freunden aushelfen wollen. Die Vorsitzende wollte daraufhin wissen, wie er denn in nur anderthalb Jahren an 56.000 Euro gekommen sei. In seiner Antwort gab Ch., der bisher noch nie vorbestraft war, hierauf keine konkrete Antwort und meinte lediglich, dumm gehandelt zu haben.

Sein Anwalt bemängelte unterdessen, dass sich das Urteil aus erster Instanz ausschließlich auf Aussagen von Drogenabhängigen basiert habe. Er ging dann auch auf die Anhörungen der Ermittler ein, die seiner Meinung nach alles andere als glaubwürdig und aussagekräftig seien. Die Angeklagten sollen zudem mit weitaus weniger Drogen gehandelt haben, als ihnen vorgeworfen wird, weswegen die Strafe herabgesetzt werden soll.

Der Verteidiger von Théo W. schloss sich dem Plädoyer seines Kollegen an und meinte, die anderen Beschuldigten hätten seinem Mandanten in erster Instanz den Verkauf von harten Drogen anhängen wollen. Andy C. habe W. regelrecht an den Pranger gestellt, um so etwaigen Konsequenzen seines eigenen Handelns aus dem Weg zu gehen.

Bestätigung des Urteils gefordert

Die Vertreterin der Generalstaatsanwaltschaft sah den Tatbestand allerdings etwas anders und erwähnte diesbezüglich auch diverse Beobachtungen und die Auswertung der Telefondaten durch Ermittler, die neben den Aussagen der Mitangeklagten das Urteil aus erster Instanz begründeten. Sie geht davon aus, dass Dominic Ch. mit rund einem Kilogramm Drogen gehandelt hat, und forderte die Bestätigung der ersten Instanz, ohne Ch. aber wieder in Haft zu schicken.

Auch für Théo W. verlangte sie die Bestätigung des Urteils aus erster Instanz, da er aber erst 24 Jahre alt sei, sei es auch möglich, die Strafe auf 36 Monate Haft mit großzügiger Bewährungsfrist herabzusetzen. Das Urteil wird am 9. Januar gesprochen.

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