„Do You Remember“ war das Motto der jährlichen „Night Vigil“, die am vergangenen Wochenende in der Burg von Bourscheid stattfand. Die Mahnwache wird von der 2004 ins Leben gerufenen Vereinigung „Friends of Patton’s 26th Infantry Division“ organisiert.

Bei der Feier, die zu Ehren der Soldaten, die bei der Rundstedt-Offensive für die Befreiung der Region kämpften, stattfindet, wurde betont, dass die Schlacht nicht nur den Norden des Landes betraf, sondern ganz Luxemburg. Man müsse aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und jeglicher Form von Extremismus Einhalt gebieten.

Die Zeremonie wird immer an einem Ort abgehalten, an dem ein Soldat gefallen ist. In Bourscheid war es Richard L. Forster. Als er am 21. Januar 1945 auf der Sauerbrücke in der Nähe des Dorfes auf deutsche Soldaten stieß, wurde er von seiner Kompanie getrennt und für vermisst erklärt. Einige Tage später wurde seine Leiche gefunden.

Blitzvorstoß in den Luxemburger Ardennen

Die „Operation Herbstnebel“, wie die Deutschen sie nannten, begann am 16. Dezember 1944 und endete hierzulande am 12. Februar 1945 mit der Befreiung von Vianden. Durch ihren Blitzvorstoß in den Luxemburger und belgischen Ardennen versuchten die deutschen Streitkräfte, den Hafen von Antwerpen zurückzuerobern. Die Nazis wollten somit den Treibstoffnachschub unterbinden, den die Alliierten für ihren Vormarsch benötigten.

Die Amerikaner wurden vom Angriff überrascht und mussten empfindliche Rückschläge wegstecken, ehe sie es schafften, die Deutschen wieder zurückzudrängen. Erschwert wurde die Gegenoffensive durch die schlechte Witterung, die Luftangriffe unmöglich machte.

Eine Million Soldaten in der Schlacht

Insgesamt waren mehr als eine Million Soldaten an der Schlacht beteiligt. Für die USA war es die größte Landschlacht des Zweiten Weltkriegs. Die deutschen Verluste der Ardennenoffensive betrugen mehr als 85.000 Mann (Tote, Vermisste, Verwundete). Bei den Alliierten waren es mehr als 75.000. Mehr als 500 Zivilisten ließen in den hart umkämpften Regionen ihr Leben. Dazu kamen Tausende, die evakuiert wurden.

Mehrere Städte und Dörfer wurden im Kampfgebiet dem Erdboden gleichgemacht. Mehr als 20.000 Häuser wurden Schätzungen zufolge durch das Artilleriefeuer und die Bomben zerstört. Auch heute noch sind die Kampfspuren an vielen Fassaden älterer Gebäude erkennbar. Weite Landstriche wurden zudem durch Minen und Bomben verseucht.

 

Wer war George Smith Patton jr.?

George Smith Patton jr. wurde am 11. November 1885 in San Gabriel (USA/Kalifornien) geboren. Er studierte an der Militärakademie in Westpoint und nahm an den Olympischen Spielen von 1912 im Fünfkampf teil, wo er den fünften Platz belegte.Unter General Pershing kämpfte Captain Patton während des Ersten Weltkriegs an der Westfront in Europa.

Im Zweiten Weltkrieg nahm Patton an der Landung der Alliierten im November 1942 in Nordafrika und 1943 in Sizilien teil. Weil er aber einen Soldaten im Lazarett geohrfeigt und bedroht hatte, spielte er bei der Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 zunächst keine Rolle.

Patton wurde aber rehabilitiert – und bedankte sich für das Vertrauen seiner Vorgesetzten, indem er maßgeblich am Erfolg des Frankreich-Feldzuges und der Ardennenoffensive beteiligt war. Eines der Markenzeichen des Pferdeliebhabers war unter anderem ein gravierter, vernickelter Revolver mit Elfenbeingriff. Patton hatte ständig seinen Bullterrier Willie in der Nähe.

Nach dem Krieg war Patton Militärgouverneur von Bayern. Aufgrund seiner antisemitischen und antisowjetischen Äußerungen wurde ihm das Kommando der 3. Armee entzogen. Am 9. Dezember 1945 hatte Patton einen schweren Autounfall, an dessen Folgen er am 21. Dezember in Heidelberg starb. Er wurde auf dem Soldatenfriedhof in Hamm beigesetzt.

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