Es wächst und wächst und wächst: Eine Wertsteigerung von mehr als 52 Prozent im vergangenen Jahr hat Amazon zum wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. Der Onlinehändler mit europäischem Sitz in Luxemburg ist damit erstmals an Apple und Google vorbeigezogen.

Der US-Onlinehändler Amazon ist zur weltweit wertvollsten Marke aufgestiegen. Der Konzern schob sich vorbei an den US-Technologieriesen Apple und Google, wie der neue BrandZ Report der 100 wertvollsten Marken ergab.

In den Top Ten sind acht US-Unternehmen zu finden – darunter Facebook und Visa sowie die beiden chinesischen Internetriesen Alibaba und Tencent. Der BrandZ Report des Analyseinstituts Kantar beziffert den Markenwert von Amazon auf 315 Milliarden Dollar (278 Milliarden Euro) – ein Plus von 52 Prozent im Vorjahresvergleich.

Amazon habe „intelligent zugekauft“ und damit neue Einkommensströme erschlossen, biete seinen Kunden einen „exzellenten Service“ und sei in der Lage, seinen Konkurrenten mit einem „weit gefächerten Ökosystem von Produkten und Dienstleistungen“ stets voraus zu sein, erklärte Kantar. Es gebe „wenig Hinweise“, dass sich das Wachstum verlangsamen werde.

315 Milliarden Dollar Markenwert

Das Wachstum Amazons wird auch in Luxemburg deutlich. Seit 2003 hat der Konzern seinen europäischen Sitz in Luxemburg. An den beiden Standorten Clausen und Kirchberg arbeiten mittlerweile rund 2.300 Amazonias in Vollzeit. Damit gehört der Konzern zu einem der größten Arbeitgeber im Land. Zudem gehören zum Luxemburger Unternehmen weitere 4.000 Mitarbeiter, die im europäischen Ausland arbeiten.

2018 war Google noch auf Platz eins gelandet, fiel nun aber mit einem Markenwert von 309 Milliarden Dollar auf Platz drei. Apple blieb mit knapp 309,5 Milliarden Dollar auf dem zweiten Platz. Visa landete auf Platz fünf, Facebook auf Platz sechs. Den siebten Rang erkletterte der chinesische Online-Händler Alibaba, der mit 131,2 Milliarden Dollar Markenwert zwei Plätze zulegen konnte. Er positionierte sich damit vor Tencent mit 130,9 Milliarden Dollar auf Platz acht – Tencent fiel im Vorjahresvergleich um drei Plätze in der BrandZ-Rangfolge.

Rang neun und Rang zehn belegen McDonald’s und der Kommunikationskonzern AT&T. Die führenden Unternehmen hätten „disruptive“ Geschäftsmodelle, um die traditionelle Konkurrenz in den Bereichen Technologie, Finanzen und Handel zu schlagen, erklärte Kantar.

Der „phänomenale“ Aufstieg von Amazon zeige, dass Marken immer weniger einzelnen Branchen oder Regionen zugerechnet würden. „Die Grenzen verschwimmen. Durch technologische Kompetenz können Marken wie Amazon, Google und Alibaba über verschiedene Wege eine große Palette an Dienstleistungen anbieten.“

Erfolgreichste Aufsteiger sind dem Bericht zufolge Instagram, die Sportbekleidungsmarke Lululemon und Netflix. Neu in der Liste der 100 sind unter anderem die Luxusmarke Chanel, aus China der Fahrdienstvermittler Didi, der Smartphonehersteller Xiaomi und der Hausgerätehersteller Haier sowie die Spielekonsole Xbox von Microsoft.
Kantar, das der britischen Werbegruppe WPP gehört, wertet für den BrandZ Report nach eigenen Angaben Daten von 3,7 Millionen Konsumenten aus. AFP/ps

3 Kommentare

  1. Ein moderner Sklavenhändler. Schade, dass es so weit gekommen ist, war aber vorauszusehen. Habe immer ein schlechtes Gewissen wenn ich bei denen bestelle. Letztens wieder, halbes Land abgeklappert um einpaar Spezialsicherungen zu bekommen, leider ohne Erfolg. Bei Amazon fündig geworden, Wert 5 €, Porto 5 €. Früher hätte ich das bei Buchholtz & Ettinger bekommen.

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