Zwei Wochen nach der 0:2-Niederlage gegen Olympiakos Piräus in Luxemburg will der F91 heute in Griechenland das Rückspiel positiver gestalten (21.00 Uhr im Karaiskakis-Stadion). Nach drei Gruppenspielen ist die Elf von Trainer Dino Toppmöller noch immer punkt- und torlos. Zumindest eine der beiden Serien soll heute ein Ende nehmen.

Aus Piräus berichtet Tageblatt-Redakteur Dan Elvinger

Der F91 Düdelingen hat unruhige Wochen hinter sich. Direkt nach der 0:2-Niederlage gegen Olympiakos Piräus gab es für den amtierenden luxemburgischen Meister eine 1:3-Schlappe in der BGL Ligue gegen Tabellenführer Jeunesse Esch. Vier Tage später reagierte das Team aus der „Forge du Sud“ mit einem 9:2-Kantersieg in Rümelingen. Kurz davor sorgte eine Personalie im Verein für Unruhe. Torwart Joe Frising wurde aus disziplinarischen Gründen suspendiert und darf bis zum Ende des Jahres nicht mehr mit seinen Teamkollegen trainieren.

F91-Trainer Dino Toppmöller überrascht die aktuelle Situation nicht. „Wir durchleben gerade die beste Phase der Klubgeschichte, aber es ist auch klar, dass die Spieler nicht immer bei 100 Prozent sein können. Man musste damit rechnen, dass irgendwann Schwierigkeiten auftreten würden. Die Entscheidung, Frising aus der Mannschaft zu nehmen, hat die Truppe auch nicht beeinflusst.“ Im Tor wird heute Landry Bonnefoi stehen. Erstens weil Frising suspendiert ist und Joubert noch nicht fit ist, zweitens weil er vor zwei Wochen gegen Olympiakos einige Glanzparaden auftischte.

Spielsystem steht noch nicht fest

Ob Toppmöller auch diesmal von Beginn an auf ein 5-3-2-System wie in der ersten Halbzeit des Hinspiels setzen oder auf die bewährte 4-4-2-Taktik zurückgreifen wird, steht noch nicht fest. „Die Systeme funktionieren und es gibt derzeit keinen Grund, größere Veränderungen vorzunehmen“, sagt der Deutsche. Der serbische Routinier Milan Bisevac besitzt nach seinem ersten Europa-League-Einsatz für den F91 von Beginn an auch diesmal gute Chancen auf einen Platz in der Startelf. Wohl aber eher als Mittelfeldabräumer denn als Innenverteidiger. Stelvio da Cruz könnte der Leidtragende dieser Entscheidung sein.  „Er ruft derzeit nicht sein gesamtes Leistungsvermögen ab, auch weil er sich zuletzt mit Verletzungen herumplagte. Bisevac ist ein erfahrener Spieler, der sich blind auf dem Platz zurechtfindet.“

Auch Nicolas Perez hat sich wieder in den Fokus seines Trainers geschossen. Nach seinen vier Toren im Meisterschaftsspiel gegen Rümelingen ist der Franzose eine weitere Option für die Angriffsreihe. „Er hat sich in den vergangenen Wochen im Training enorm gesteigert. Davor hatte man ab und zu den Eindruck, dass er etwas lustlos ist. Mittlerweile hat er verstanden, was von ihm verlangt wird“, so Toppmöller, der mit dem Gefühl nach Piräus reiste, dass seine Spieler bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen und das Punkte- und Torekonto zu eröffnen: „Die Mannschaft ist heiß und brennt darauf, zu beweisen, dass sie in der Lage ist, in dieser Gruppe Punkte zu holen. Wenn es 0:0 in der Halbzeit steht, fängt der Gegner vielleicht an zu zweifeln …“

Es läuft wieder

Bei Olympiakos ist es mittlerweile zur Gewohnheit geworden, dass die Null steht. Jedoch zuletzt immer im positiven Sinne für das Team aus dem Hafen von Piräus. Nach dem 2:0-Erfolg im Stade Josy Barthel folgten in der griechischen Meisterschaft zwei schnörkellose Siege gegen Panachaiki (2:0) und Aris Saloniki (1:0). Die „Legende“ hat sich wieder auf Platz drei gehievt. Vor zwei Wochen stand noch der fünfte Rang zu Buche.

Der portugiesische Trainer Pedro Martins scheint mittlerweile wieder das Erfolgsrezept zurückgefunden zu haben, scheut aber nicht davor, innerhalb der Mannschaft zu rotieren. Heute gegen Düdelingen will der 48-Jährige wieder auf eine stark veränderte Startelf setzen. Der ehemalige Topstar Yaya Touré könnte zu seinem ersten Einsatz in der Europa League von Beginn an kommen. Im Vergleich zum letzten Duell mit dem F91 könnte es zu sechs bis acht Veränderungen kommen. Am starken Pressing von Beginn an wird dies nicht viel ändern, denn Olympiakos wird heute von rund 30.000 fanatischen Zuschauern angefeuert werden, die alles andere als einen deutlichen Sieg gegen den Underdog aus Luxemburg nicht akzeptieren werden.

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