Viele große Projekte stellten die Führung der CFL und Infrastrukturminister
François Bausch dem Personal der Eisenbahngesellschaft gestern vor. Bis 2023 hat die CFL nämlich viel vor.

Zunächst zog die Führungsriege der nationalen Bahngesellschaft allerdings ein Fazit der Entwicklung der letzten Jahre. Sie betonten, dass das Luxemburger Eisenbahnnetz sternförmig verläuft, mit Luxemburg als Knotenpunkt. Allerdings habe es in den letzten Jahren einen flagranten Passagieranstieg auf der Schiene gegeben. Zwischen 2005 und 2015 wurden 60 Prozent mehr Fahrgäste gezählt. Inzwischen nutzen über 22,5 Millionen Personen das Angebot der CFL. Und auch auf dem Gebiet des Gütertransports stößt man so langsam an die Kapazitätsgrenze.

3,8 Milliarden Euro Investition

Die nationale Eisenbahngesellschaft reagiert nun auf diese Entwicklung. Gemäß den fünf Säulen der Firma (Sicherheit, Qualität, Innovation, Know-how und Leistung) wurde ein ehrgeiziges Investitionsprogramm aufgestellt.

Zwischen 2003 und 2013 wurden schon 1,364 Milliarden Euro in die CFL-Infrastruktur investiert. Bis 2023 sollen 3,802 Milliarden hinzukommen. Seit 2013 wurde der Fuhrpark mit insgesamt 29 neuen Triebwagen deutlich erweitert. In den nächsten Jahren sollen mehrere Tausend Sitzplätze hinzugefügt werden, so CFL-Direktor Marc Wengler.

Bisher wurden schon fünf neue Haltestellen (Volmerange-les-Mines, Mamer-Lycée, Lamadelaine, Belval-Universität, Belval-Lycée) in Betrieb genommen. In den nächsten Jahren steht die Verwirklichung von 17 Großprojekten auf der Agenda der CFL. Sie sollen die Kapazitäten erhöhen, die Dienstleistungen verbessern und eine optimale Sicherheit gewährleisten.

Die Highlights sind:

  • Flächendeckende Einführung der Sicherheitssysteme ETCS und GSM-R
  • Systematischer Abbau der Bahnübergänge
  • Bau der Strecke Luxemburg-Bettemburg
  • Bau eines zweiten Viaduktes Pulvermühle
  • Doppelgleisiger Ausbau der Strecke Luxemburg-Sandweiler-Contern
  • Ausbau des Bahnhofs Luxemburg
  • Fertigstellung der Umsteigeplattform Pfaffenthal-Kirchberg mit der Standseilbahn
  • Schaffung des Periferiebahnhofs Howald
  • Modernisierung der Bahnhöfe  und Haltestellen Ettelbrück, Kleinbettingen, Lorentzweiler, Cents-Hamm, Sandweiler-Contern, Bettemburg, Walferdingen, Berchem, Mersch, Rodange, Wasserbillig und Capellen
  • Schaffung von Park+Ride in Ettelbrück, Mersch, Wasserbillig,  Rodange, Bascharage und Ulflingen
  • Erweiterung des Fuhrparks
  • Bau einer neuen Betriebsleitzentrale
  • Neugestaltung des Fahrplans ab dem 10. Dezember 2017, um laut Marc Wengler Verspätungen zu vermeiden
  • Digitalisierung der Information und Dienstleistungen an den Reisenden via Anzeigen, App, Online-Ticketverkauf,  übersichtliche Internetseite, WLAN an den Haltestellen, in den Zügen und Bussen … Ziel ist es, den Kunden schnelle und andauernde Informationen zu liefern, besonders bei Störungen oder Vorfällen auf dem Netz. Schaffner werden zudem mit Tablets ausgestattet.
  • Förderung des Carsharing – Die Inbetriebnahme soll noch im Dezember dieses Jahres erfolgen: 20 Stationen mit 84 Fahrzeugen. Es gehe darum, die CFL zu positionieren, auch auf internationaler Ebene, betonte Infrastrukturminister Bausch. Bei der “neuen Mobilität” spiele der Schienenverkehr eine wichtige Rolle. Die EU kritisiere immer, dass nicht genug in die Schiene investiert werde. In Luxemburg sei das nicht der Fall.

9 Kommentare

  1. Statt in Carsharing zu tun, sollte die Eisen(!)bahn sich in erster Linie mal um Züge und Busse kümmern und dafür sorgen, dass sie fahrplanmässig fahren.

  2. “Bau eines zweiten Viaduktes Pulvermühle” Tatsächlich? Ein echt luxemburgischer BER? Hat im letzten Jahrhundert DP-Transportminister Henri Grethen beschlossen. Der Bau begann 2009… soll nach mehrfach verschobenen Terminen 2019 fertig sein
    Digitale Informationsanzeigen gibt es doch schon in den Zügen. Bloss dass sie nicht funktionieren.
    Und dass die Pünktlichkeit besser wird, wenn ab dem 10. Dezember noch mehr Züge rollen und es noch mehr in den Bahnhöfen Bettemburg und Luxemburg stauen wird ist ein schöner Traum.
    Am WIFI im rollenden Zug sind schon andere (DB, SNCF) gescheitert. Aber bei stehenden Zügen im Stau könnte es schon klappen … Umsteigeverbindungen zwischen den Linien 60 (Rodange-Esch-Luxemburg) und 10 (Luxemburg-Ettelbrück-Ulflingen) klappen seit Jahren wegen der “normalen” Verspätungen nicht mehr sichergestellt.
    Was in der Liste fehlt ist ein Audit eines schweizer Bahnspezialisten. – Sorry, gab es anscheinend schon. Ergebnis …?
    Aber was soll’s. Öffentlicher Transport ist, mit Ausnahme der Tram, eh ein Thema, das die wenigsten interessiert. Sieht man auch an der Zahl der Kommentare hier

  3. Investitionen sind eine ( gute ) Sache, Rückbau der Verbindungen eine andere. Dem Vernehmen nach soll auf der Nordlinie 10 nur noch jeder zweite Zug die Bahnhöfe bedienen. Wir kommen wieder zurück zu der unglücklichen Regelung wie vor einigen Jahren ,
    nur mehr noch ein Zug pro Stunde statt zwei. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember wird für ein Grossteil der Bevölkerung Komfort
    und Akzeptanz bei der Eisenbahn zurück gedreht. Der Norden sagt schon mal Danke im voraus.

  4. Et ass secher eng gudd Saach wann eis Stroossen entlaascht gin mee am Endeffekt leeft et dorop eraus, dass t’Proletariat mam Bus, Zuch, Velo asw fiirt an den Häer & Madame Neiraïch confortabel matt hirer Limousine iwer dégagéiert Stroose an nullkommanichts vun A op B könne fuëren.

  5. An statt nachts die Leute in Bettenburg wegen arbeiten aus dem bett zu werfen hätten sie besser die arbeiten die soviel Lärm verursachen am tage zu erledigen es gibt sowieso jeden tag ausfälle und Verspätungen

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