Das aus gebrauchten Schiffscontainern zusammengesetzte Haus der kreislaufwirtschaftlichen Initiative BENU nimmt langsam Form an. Vor allem die Fassade aus bunten Plastikteilen verspricht ein echter Hingucker zu werden. Zwei Dutzend Ehrenamtliche haben in den vergangenen Wochen an ihrer Gestaltung mitgewirkt. Für Anfang Oktober ist die erste Einweihung geplant.

Mit Hälsen und Böden von leeren Plastikflaschen, Kronkorken, ausgedienten Spielzeugautos, Barbiepuppen und anderen Gegenständen, die viele andere wegwerfen würden, verschönert die kreislaufwirtschaftliche Initiative BENU seit einigen Wochen die Fassade ihres aus alten Schiffscontainern zusammengesetzten Gebäudes auf dem Parkplatz in der rue d’Audun. Damit diese Dinge an der Miscanthus-Fassade haften bleiben, wird zuerst eine Mischung aus Lehm, Zellulose und Pferdemist aufgetragen, die das Escher CIGL zusammengestellt hat. In diese Mischung werden dann die “Abfälle” hineingedrückt. Danach muss der Lehm nur noch aushärten.

Das Muster für die Fassade hat die 30-jährige Künstlerin Jennifer Lopes entworfen. Sie leitet das künstlerische Projekt zur Gestaltung der Fassade. Freiwillige Mitarbeiter gehen ihr zur Hand. Rund 25 Menschen hätten bislang mitgemacht, sagt Lopes. Manchmal seien es Gruppen von bis zu zehn Personen, manchmal kämen auch nur zwei, drei oder vier Helfer. Insbesondere an den Wochenenden helfen ganze Familien mit.

Erste Einweihung Anfang Oktober

Bisweilen würden sich auch Leute beteiligen, die rein zufällig an dem Gebäude auf dem Aldi-Parkplatz vorbeigehen und dann ganz spontan mitmachen, erzählt Jennifer Lopes. Auch der “Service national de la jeunesse” (SNJ), der in einigen Wochen einen Raum im BENU-Haus beziehen wird, habe schon mit einer Gruppe Jugendlicher geholfen.

Die junge Künstlerin aus Düdelingen arbeitet fünf Tage die Woche an der Fassade. Wenn das Wetter, wie bei unserem Besuch am vergangenen Mittwoch, einmal nicht mitspielt und sie keine Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern hat, sortiert sie im Innern des Containerhauses die Mittelteile der Plastikflaschen nach Farben. Mehrere prall gefüllte Tüten stehen noch vor der Tür. “In den vergangenen Wochen hatten wir Glück mit dem Wetter. Wir sind gut vorangekommen. Doch es bleibt noch viel zu tun”, sagt Jennifer Lopes. Die Fassade rund um den Eingangsbereich soll von bereits bekannteren Künstlern gestaltet werden. Dieses Werk soll sich ins Gesamtkonzept einfügen.

Bis Ende September soll die Fassade dann so weit fertig sein. Denn Anfang Oktober soll die erste vorläufige Einweihung in Anwesenheit von Politikern stattfinden. Auch BENU kann sich dem Wahlkampf nicht entziehen. Bis Oktober soll auch der hintere, von der rue d’Audun aus weniger sichtbare Teil des Gebäudes mit dem Miscanthus-Gemisch isoliert sein. Die Bauarbeiter werden nun, nach dem Ende des Kollektivurlaubs, bald wieder ihre Tätigkeit aufnehmen. Derweil haben Mitarbeiter des Escher CIGL bereits mit der Isolierung der Innenwände begonnen. Der BENU-Laden, wo upgecycelte Kleidung und Accessoires aus der Produktionsstätte im Lavandier-Gebäude verkauft werden, soll dann im November eröffnen.

Wer sich noch an der Gestaltung der Fassade beteiligen will, kann sich auf Facebook (www.facebook.com/benuvillageesch) oder per E-Mail an benu@benuvillageesch.lu anmelden.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here