Weltweit haben gerade Millionen Menschen Spaß damit, ihre Portätfotos mit der Software FaceApp zu verändern. Zwar kann man damit ein Gesicht auch jünger machen oder etwa dem jeweils anderen Geschlecht angleichen – besonders fasziniert aber derzeit der Blick in die Zukunft. Kein Wunder, denn hier liefert die App oft besonders gelungene Resultate. 

Je nachdem, wie man zum Altern steht, wirkt das entweder faszinierend oder erschreckend: Wer in der kostenlosen Version der App die Funktion “Alt” auswählt, dem verpasst das Programm jedenfalls meist sehr realistische die Merkmale des Alterns über 20 bis 30 Jahre: Das Gesicht durchziehen dann mehr oder weniger tiefe Furchen und viele kleinere Rillen, die Haare werden grau(er) und weniger, die Tränensäcke und Ohrläppchen größer,  sogar die Zähne verwittern realistisch.

Besonders bemerkenswert ist das Ergebnis bei Menschen, die auch als Erwachsene eine gewisse jugendliche Ausstrahlung besitzen – wie etwa bei Premierminister Xavier Bettel. 

Und so sieht das Programm den Vizepremier Etienne Schneider altern:

Mit dem Porträt von Superminister François Bausch kam das Programm besonders gut klar. Er sieht nicht nur überzeugend aus als Elder Statesman, …

… sondern kommt auch als Frau durchaus überzeugend rüber:

Bevor wir uns tatsächlich an eine weibliche Politikerin wagen, probieren wir einmal aus, wie realistisch die Software eigentlich ist. Dazu haben wir ein Bild von Désirée Nosbusch aus den frühen 80ern, als sie noch ein Teenager war, …

… altern lassen: Daneben ein aktuelles Foto aus diesem Jahr (dpa):

Während das Programm bei einigen Falten deutlich zu pessimistisch war, stimmen Anzahl , Tiefe und Position vieler Fältchen, etwa rund um die Augen, erstaunlich genau überein.

Die Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen kann sich wohl darauf einstellen, in etwas fernerer Zukunft so auszusehen:

Schauen wir mal zur Opposition. Wie lange es wohl dauert, bis der CSV-Vorsitzende Frank Engel dort graue Haare bekommt? Bei FaceApp dauert es nur einen Klick:

Generell geht die App davon aus, dass Männer zwar ergrauen, aber prinzipiell ihr Haar behalten. Zwar lichtet es sich in der Alterssimulation oder tritt zurück, aber ganz verschwunden ist es bei keinem unserer Testpersonen. So sieht das bei Finanzminister Gramegna aus.

Aber bei Frauen ist Haarverlust ja sowieso kein so verbreitetes Phänomen. So darf auch Martine Hansen (CSV) sich laut FaceApp darauf verlassen, dass ihre Frisur lediglich in einem anderen Ton schimmert:

Und so projiziert das Programm Piratenchef Sven Clement in die Zukunft:

Und Luxemburgs beliebtester Politiker? Bei FaceApp ist er zwar schlohweiß, aber immer noch engagiert bei der Sache, …

… während man diesem Herrn doch wohlmeinend sagen möchte, es sei nun vielleicht genug mit der aufreibenden Politik:

Aber so ist das nun mal mit dem Alter: Es macht vor niemandem halt.

Hätten Andy Schlecks Knie so lange durchgehalten, hätte er in ein paar Jahrzehnten im Trikot so ausgesehen:

Und verliert Rangar Yogeshwar seine Jugenhaftigkeit im Alter? Irgendwie nicht ganz:

Bei Kollege Jean Pütz kapituliert das Programm allerdings:

Das mag daran liegen, dass der deutsch-luxemburgische Wissenschaftsjournalist und Moderator nun mal auch schon jenseits der 80 ist: Beim Versuch, sein Gesicht weiter altern zu lassen, entstehen Strukturen und Artefakte, die etwas an die seltsamen “Aquarelle” erinnern, die Googles Deep Dream Generator einst ausspuckte.

Auch die Projektion der Star-Köchin Lea Linster überzeugt nur in Maßen:

Immerhin sieht man hier sehr deutlich, wie “liebevoll” FaceApp sich auch dem Gebiss widmet. Die einst strahlenden, kräftigen Zähne werden durchscheinend und haben abgesplitterte Kanten.

Beenden wollen wir unseren kleinen Blick in die Zukunft ganz oben im Staate – bei Großherzog Henri, der, nicht nur in der Computersimulation das Schicksal vieler Männer, seinem Vater enorm ähnlich sieht:


FaceApp ist für Android und iOS erhältlich. fgg

 

6 Kommentare

    • Einige von denen würden heute schon so aussehen ohne Botox und Plastikimplantaten, übrigens wie wird dieser Plastic entsorgt, oder kommt der mit in die Kiste.

  1. Deen Artikel ass ee gutt Beispill vu kriteschem Journalismus. Et geet alles hannerfrot. Z.B Wei ass et mat de biometresche Daten? kritt déi bei dësem Programm een drëtte? Wat geschitt mat dëse ? Wei steet et mam RGPD? Hellt dëse Programm sech net dach d‘Recht ob d‘Integraliteit vum User senge Fotoe zouzegräifen? A wei geséit et hei mam Dateschutz aus? Léiw Journaliste, maacht d‘Aan ob, hannerfrot an informéiert eis. Publicitéite kréie mir Konsumente schonn genuch.

    • Genee.
      Mais déi Datenkraaken mussen jo gefiddert ginn. An, se sinn hongerech. Immense hongerech.
      An 2 Wochen waert um Feissbook nees een “Spill” erauskommen, wou et drëmms geet Photoen vunn sech als Kannt ze posten. Duerno nees eent als Jugendlechen. Asw…

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