Fotos von Schwänen mit blutigen Hälsen und gerupften Federn, zusammengekauert auf einer Decke. Solche Bilder bleiben hängen. Wer würde diesen majestätischen Tieren etwas antun wollen? Die Antwort liefert ein umstrittener “Schwanenvater” aus Trier: gewaltbereite Jet-Ski-Fahrer aus Luxemburg.

Lothar Lorig ist Aufseher über eine Pflegestation für Schwäne an der Mosel. Seine Schilderungen über Wassersportler, die absichtlich mit “vollem Karacho” Schwäne überfahren, lösten eine Polemik aus. Naturschützer, Kommunalpolitiker und Tierfreunde empören sich.

Claude Hammer, Vorstandsmitglied im Club “Jet-Ski Lëtzebuerg”, bestreitet die Vorwürfe Lorigs. Nicht nur gebe es keine konkreten Beweise für solche Taten, auch sei das Jagen von Schwänen mit dem Jet-Ski vollkommener Irrsinn. Ein Zusammenstoß mit einem über 10 kg schweren Tier könne zu schweren Verletzungen bei einem Jet-Ski-Fahrer führen. Das Risiko würde sicherlich kein Wassersportler eingehen, erklärte der erfahrene Jet-Ski-Enthusiast.

Regeln werden eingehalten

Die Horror-Story um angebliche mordlüsterne Wassermotorrad-Gangs schlägt hohe Wellen. Aufgrund mehrerer Beschwerden sah sich die Luxemburger Regierung gezwungen, zu intervenieren. Sie weist in einer Mitteilung nochmals auf die Gesetzeslage hin. Beim “Führen von Wassermotorrädern auf dem deutsch-luxemburgischen Abschnitt der Mosel” müssen Regeln eingehalten werden, ansonsten drohen eine Verwarnung und Bußgelder.

Im Grunde gilt ein allgemeines Fahrverbot für diesen Abschnitt der Mosel. Eine Ausnahmeregelung gibt es: Zwischen 10 Uhr und 12 Uhr sowie zwischen 14 Uhr und 16 Uhr ist Jet-Ski-Fahren auf der Mosel erlaubt. Allerdings muss “ein klar erkennbarer Geradeauskurs eingehalten werden”. Hin-und-her-Fahren ist also verboten. Hammer betonte, dass die Polizei in letzter Zeit sehr viele Kontrollen durchführe.

Sind die Behauptungen von Lothar Lorig also nicht wahr? Der selbsternannte Naturschützer betreibt seit über einem Jahrzehnt eine Schwanenstation in Trier. Der Mann hat sich dem Schutz der Tiere verschrieben – allerdings sind seine Methoden umstritten.

Problematische Vorgeschichte

Das Veterinäramt der Kreisverwaltung Trier-Saarburg führte in den Jahren 2007 bis 2011 mehrere Kontrollen in Lorigs Auffangstation durch. Resultat der Kontrollen: “zu viele Schwäne (bis zu 79), davon viele auswilderungsfähig”. Der Betreiber der Station wurde aufgefordert, maximal 40 Schwäne in der Station zu behalten. “Auswilderungsfähige Tiere sind auszuwildern”, so das Urteil des Oberverwaltungsgerichts von Rheinland-Pfalz.

Am 12. Juni 2012 wurde die Station durch die Behörden geräumt: wieder zu viele Schwäne (62). Außerdem seien elf Tiere haltungsbedingt erkrankt. Die Vögel bekamen wegen “unzulänglicher Haltungsbedingungen” Ballengeschwüre. Die Tiere wurden in einer Station in Luxemburg untergebracht.

Am 13. Juni 2012 – also nur einen Tag später – fing Lothar Lorig zwei wildlebende Schwäne. Der Landkreis Trier-Saarburg untersagte ihm das Einfangen von Schwänen. Lorig reichte Klage gegen den Landkreis ein. Es entbrannte ein Rechtsstreit zwischen beiden Parteien. Lorig richtete eine Station im saarländischen Perl ein. 2017 wurde der Mann zu 4.500 Euro Strafe verurteilt. Er hatte 2015 einen weiteren Schwan in St. Aldegund illegal eingefangen und in seiner saarländischen Pflegestation untergebracht.

Der Werdegang des Tierschützers ist von Problemen mit den Umweltschutzbehörden geprägt. Grundsätzlich ist es fragwürdig, die Behauptung aufzustellen, dass Jet-Ski-Fahrer Jagd auf Schwäne machen, ohne vorher konkrete Beweise zu liefern. Die Behauptung des Tierschützers diene nur dazu, von eigenen Problemen mit der Station abzulenken, mutmaßte Hammer.

13 Kommentare

  1. Ich habe mal einem dieser Helden zugeschaut, der die Schwäne “gejagt” hat. Wohlweislich ist er nicht über sie gefahren, aber bis kurz davor und hat dann aprupt abgedreht (was ebenfalls verboten ist) um den Tieren Angst und Schrecken einzujagen . Traurige Helden !

  2. Wann ee beim Waasser Rou sicht, an sou e Jet-Ski taucht op, dann ass et séier eriwwer mat der Entspanung. En plus dréinen déi dann och nach besonnesch gären hir Touren do, wou se gesi ginn, wou also Leit sech ophalen. Et missten d’Zone geschafe ginn, wou déi Kaméidismécher sech kéinten op hirer “Spillsaach” austoben. Bei deem Kaméidi hält sech do bestëmmt kee Schwan méi op.

  3. Di jetskien sollen einfach verbuede gin.si stenken,machen immens kameidi,nerven dei di gaeren d rou beim waasser geneissen a spadseiere gin an henneren d fescher an d ruderer.ech ka mer gutt virstellen ,dass si mat hirem tempo d schwanen an aner waasserdeieren iwwerrennen oder verletzen an et net emol mierken.

  4. Gudden Mettech
    Als Président vum Bechmaacher Wasserski an als Jetski fuehrer well ech drop hinweisen, dass ett fir mech eng Politesch féehl Enschédung waar an nach emmer ass, den Slip ( Anlaach fir Booter an Jetskier an Wasser ze lossen ) teschend Réimech an Bechmaacher op zelossen fir Jidderén ! An dann nach Campingcaren op ze lossen, wou mir dach nett weit ewech éen Camping hun. Daat bréngt matt sech dass do iwert den WK +/- 10-20 déer Campingcarer stinn natiirlech huerd halschend och nach éen Jetski derbei !! Daat sin Probléem Jetski fuehrer, sie haslen sech nett un Réglementer, leider ! Kloer gin ett och schwaarts Schoof ennert den Letzebuerger, awer daat ass Minoritéit
    Schwaanen sin zu 90% zu Réimech well se do vun den Touristen gefiddert gin an Gänsen och.

  5. Korrekt dass hei den Responsabelen vun dem Klub Stellung hëllt, an ganz kloer den Problem beschreiwt. Also un wem haengt et elo fir de Problem ze leisen ? Lokal oder national ? Mir hun jo och eng Waasser-Police fir den Weekend Patroullen ze fueren, wann déi Rowdyen do hieren Ego pinselen an ganz bewosst d’Sau eraus loossen an d’Emwelt schiedegen.

    • “den Responsabelen vun dem Klub”
      Na ja, um Internet ka jidderee behaapten, datt en en Zebra ass. Net datt et onméiglech ass, mä bei sou Behaaptunge muss ee mol fir d’éischt hannerfroen, ob déi Persoun d’Wourecht seet oder eis wëllt eng kréckelen. Zemol dee “President” jo séier d’Verantwortung un d’Auslänner weiderschiebe wëll, wou dach awer d’Rumeur sech hält, datt et grad Lëtzebuerger Fils-à-Papa sinn, déi sech op der Musel austoben… hmm.. tjo… wiem gleewen.

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