Seit Mittwoch kann Arnaud Démare das Trikot des besten Sprinters überstreifen. Mit zwei Top-Platzierungen auf den beiden letzten Etappen überholte der Franzose Pascal Ackermann in der Punktewertung. Das zyklamenfarbene Trikot will der 27-Jährige jetzt auch nicht mehr hergeben.

In der ersten Woche der Italien-Rundfahrt sprangen für Arnaud Démare schon die Plätze zwei und drei heraus. Die Formkurve zeigte indes an den beiden letzten Tagen noch einmal nach oben. Am Dienstag ließ er mit einem ersten Platz aufhorchen. Sein Erfolg auf der zehnten Etappe von Ravenna nach Modena war sein erster Sieg überhaupt beim Giro – und zugleich der erste Sieg in dieser Saison.

Der mentale Vorteil 

„Ich wusste, dass es keine Frage der Beine war. Ich war des Öfteren ganz vorne bei den Sprints dabei. Das Wichtigste war, dass mein Vertrauen weiterhin intakt war. Ich blieb also ruhig. Ich musste diese positive Einstellung beibehalten, denn ich wusste, dass eines Tages der Moment kommen würde, an dem ich strahlen kann“, sagte der Franzose nach seinem Premierensieg bei der Italien-Rundfahrt.

Nach diesem Tagessieg rückte Démare auf einen Punkt an den bis dato Führenden der Punktewertung, Pascal Ackermann, heran, der auf diesem Teilstück einen schweren Sturz hinnehmen musste. „Ich habe jetzt den mentalen Vorteil auf meiner Seite. Ich möchte mir unbedingt das ‘Maglia ciclamino’ holen“, lautete Démares Kampfansage nach seinem Triumph.

Gesagt, getan. Auf dem gestrigen Teilstück mischte der Teamkollege des Luxemburgers Kevin Geniets wieder ganz vorne mit, obwohl er dem Australier Caleb Ewan diesmal den Vortritt überlassen musste. Am Ende wurde er Zweiter. Wieder ein Top-Resultat. „Es war nicht einfach für mich. Ich habe einen Fahrer vor mich gelassen und damit wurde mir auf den letzten Metern der Weg versperrt. Deshalb reichte es heute nicht zum Sieg“, analysierte Démare nach dem Rennen.

Es wird schwierig werden

In den nächsten Tagen wird es ruhiger um die Sprinter um Démare und Co. werden. Abgesehen von den zwei Einzelzeitfahren standen bis dato ausschließlich flache Etappen auf dem Programm.

Aufgrund dieser Ansetzung standen Gerüchte im Raum, dass die Sprint-Asse wie Caleb Ewan oder Elia Viviani einen Ausstieg nach den ersten elf Etappen in Erwägung ziehen würden, denn danach hätten sie keine Gelegenheit mehr, sich auszuzeichnen. Quick-Steps Viviani verkündete am Mittwoch, dass er in der Tat nicht an den Start der zwölften Etappe gehen werde und sich lieber zu Hause von den Strapazen erholen wolle. Das wird bei Démare aber sicherlich nicht der Fall sein. Er verfolgt ein ganz anderes Ziel: „Ich möchte unbedingt in Verona ankommen. Es wird schwierig werden, dessen bin ich mir bewusst. Doch wenn ich die nötigen Beine habe, um die Berge zu überwinden, werde ich sicherlich nicht dazwischen aufgeben“, sagte der Franzose.

Warum auch? Schließlich will er sich sicherlich nicht die Chance entgehen lassen, das Sprinter-Trikot in Verona präsentieren zu können. Nur das 18. Teilstück, eine Sprint-Etappe, könnte ihm diesbezüglich noch einen Strich durch die Rechnung machen. „Hier muss ich noch einmal in Topform sein“, so der französische Sprint-Star.

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