1,50 Meter Durchmesser hat der größte Dreikönigskuchen Luxemburgs und ist damit so hoch wie ein kleiner Mensch. Von dieser Riesentorte wurden am Donnerstag großzügig unter dem Glasdach des Hauptbahnhofs Stücke an Passanten verteilt.

“Der hat gerade mal so in unseren Ofen gepasst”, verrät Jos Neuberg von der Bäckerei “Jos & Jean-Marie”. Er hat den Riesenkuchen gebacken. Zwei Stunden hat er dafür insgesamt gebraucht. Im Inneren des Blätterteiggebäcks hat er nicht nur eine, sondern gleich 15 kleine Weihnachtsfiguren versteckt.

Drei Tage vor Dreikönigstag tummelten sich also schon 15 Könige und Königinnen unter dem Glasdach des Bahnhofs, wo der Kuchen am Donnerstagnachmittag feierlich von der “Fédération des patrons boulangers-pâtissiers” präsentiert wurde. Denn so will es die Tradition: Wer die Figur im Kuchen findet, darf sich für einen Tag wie der König in seiner Familie fühlen.

“Mit der Präsentation des größten Dreikönigskuchens hierzulande wollen wir ein wenig Werbung für unseren Beruf machen”, sagt Jean-Marie Neuberg in seiner Ansprache, “damit die Menschen am 6. Januar auch den Weg in unsere Läden finden, um einen leckeren Kuchen zu kaufen.”

Ein Geheimnis für einen gelungenen Dreikönigskuchen haben die Bäcker nicht wirklich. “Wir backen nach dem klassischen Rezept mit Mandeln und Blätterteig. Das variiert aber von Bäcker zu Bäcker. Die einen tun mehr Butter hinein, die anderen mehr Eier”, meint Jos Neuberg, der den Riesenkuchen gerade in kleine Stücke schneidet und an die Passanten verteilt.

Der Ursprung

Der Brauch der französischen “Galette des rois”, wie sie bei uns in Luxemburg verbreitet ist, geht bis auf die Römerzeit zurück. Die alten Römer feierten jedes Jahr ein siebentägiges Fest, die Saturnwoche, bei dem die Kinder mit Kuchen beschenkt wurden. Dieses Fest fand zeitgleich mit den Lehensabgaben statt – daher der Name “Königskuchen”.

Ein weiteres wichtiges Datum in der Geschichte der “Galette des rois” ist das Konkordat von 1801, mit dem Napoleon den geistlich-weltlichen Kampf mit der katholischen Kirche in seinem Sinne beendete. Mit diesem Konkordat wurde der 6. Januar als Datum für das Epiphaniefest, das Fest der Heiligen Drei Könige, festgelegt.

Durch diese zwei historischen Ereignisse entstand unser Brauch mit dem Dreikönigskuchen. Die Besonderheit besteht darin, dass eine sogenannte “fève”, eine dicke Bohne oder auch eine kleine Figur, in dem Kuchen versteckt ist. Wer auf diese “fève” stößt, bekommt eine Pappkrone aufgesetzt und ist König für einen Tag. In Frankreich ist es Tradition, dass der Eintageskönig jedes Mal, bevor er trinken will, den Satz “Le roi boit” sagt – und dann müssen alle am Tisch mittrinken. MH/cs

1 Kommentar

  1. Respekt und Lob an unsere Bäckermeister,
    Verteilen an Passanten war eine bessere Idee
    als an profitgierige Politiker Kuchen zu verteilen,
    diese haben sowieso nichts übrig für das Handwek.

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