Es geht endlich voran mit der Schaffung der Umgehungsstraße von Dippach-Gare. Die letzte Enteignungsprozedur ist abgeschlossen. Das gesamte benötigte Gelände ist jetzt in öffentlicher Hand. Nun kann mit der Verwirklichung des Projektes begonnen werden.

Jeden Tag das gleiche Bild: Eine Blechlawine, die vor dem Bahnübergang in Dippach darauf wartet, dass sich die Schranken endlich öffnen. Und das kann dauern. Besonders zu den Stoßzeiten, zwischen 7 und 9 Uhr und von 17 bis 19 Uhr, kann die Wartezeit schon mal Dreiviertelstunde betragen. Die Verkehrsteilnehmer müssen jeden Tag viel Geduld auf dem Arbeits- oder Heimweg mitbringen. “Der Weg über die Drei-Kanton-Straße ist eigentlich gut. Wäre die Schranke jedoch nicht, dann wäre ich viel eher zu Hause”, beklagt sich Lutz aus Dahlem. Neben den Autofahrern nervt der Bahnübergang aber auch die Anrainer. “Tagtäglich ein Stau vor der Haustür, das ist enorm lästig. Der Lärm, die Luftverschmutzung. Kinder können da auf keinen Fall draußen spielen”, sagt Louise.

Die Lage könnte sich in ein paar Jahren aber erheblich verbessern. Im Juli wurde nämlich eine lange Enteignungsprozedur endlich abgeschlossen. Ein Einwohner aus Reckingen/Mess wollte partout sein Gelände  dem Staat nicht abtreten und ging durch sämtliche juristische Instanzen. Er zweifelte den öffentlichen Nutzen des Projektes an. Jetzt haben die Richter entschieden, dass das Grundstück sehr wohl von öffentlichem Nutzen sei und an den Staat übergehen soll. Damit könnte eine lange Entstehungsgeschichte endlich enden.

Zum ersten Mal wurde eine Umgehungsstraße vor etwa 20 Jahren ins Gespräch gebracht. 2011, als die Bahnlinie Petingen-Luxemburg zweigleisig ausgebaut wurde, hatte man die Schaffung eines “contournement” der N13 versprochen. Nun soll er endlich Wirklichkeit werden, sehr zur Freude von Dippachs Bürgermeisterin Manon Bei-Roller (LSAP). Auch ihr Kollege Carlo Muller aus Reckingen/Mess hat vor kurzem in einer Gemeinderatssitzung den Fortschritt im Dossier begrüßt.

Sackgasse

Die Umgehungsstraße beginnt am Eingang von Dippach und endet am Ausgang von Bettingen-Mess. Die Brücke, unter der die neue Straße entstehen soll, steht schon. Dort, wo sich jetzt der Bahnübergang befindet, werden auf beiden Seiten Sackgassen eingerichtet. “Dann wird es ruhiger in Dippach-Gare. Die Baugenehmigung wurde letztes Jahr unterschrieben. Ende 2019 soll die Ausschreibung erfolgen. Die Vorarbeiten wurden bereits beendet. Ich hoffe, dass die Arbeiten nächstes Jahr beginnen können. Sie sollen bis voraussichtlich 2023 dauern”, so die Bürgermeisterin. Das Projekt soll ungefähr 17 Millionen Euro kosten.

Im Rahmen der Neugestaltung des Areals wird der Bahnhof umgebaut. Der Bahnsteig wird verlängert.  Ebenfalls vorgesehen ist die Einrichtung eines Fahrradparkplatzes, einer sogenannten “mBox”. Im Allgemeinen legt man in Dippach viel Wert auf die Förderung der sanften Mobilität, vor allem für kurze Wege zwischen den Dörfern der Gemeinde, ergänzt die Bürgermeisterin.

Noch nichts Konkretes

Daneben steht noch ein weiteres Projekt an: die lang ersehnte Umgehungsstraße der N5. Sie soll vor allem die Ortschaften Schouweiler und Dippach entlasten. Auch auf der N5 gibt es oft Staus. Zudem haben sich bereits mehrere schwere Unfälle dort ereignet.

Bis diese Umgehungsstraße steht, wird aber wohl noch viel Zeit vergehen. Im Augenblick sei man lediglich dabei, mögliche Varianten zu analysieren, heißt es vonseiten der Straßenbauverwaltung. Konkretes gebe es noch nicht zu vermelden. Studien wurden auch noch keine in Auftrag gegeben. Im sektoriellen Leitplan Transport wurde das Projekt aber inzwischen von der Prioritätsstufe 3 auf 2 gehoben. Das bedeutet, dass es bis 2030 verwirklicht werden soll.

Manon Bei-Roller ist sich bewusst, dass ihre Gemeinde unter dem Verkehr leidet. “Wir sitzen an einigen Verkehrsknotenpunkten, das können wir im Augenblick leider nicht ändern”, bedauert sie. Deshalb mache die Gemeinde Druck auf die staatlichen Instanzen, um das Projekt N5-Umgehungsstraße schnellstmöglich in die Tat umzusetzen. Derzeit würden Verkehrszählungen durchgeführt, um sich ein genaues Bild über die Lage zu machen. 

Editpress

Mindestens zweimal am Tag muss sich der Autofahrer hier in Geduld üben

Illustration: Ponts et chaussées

Die Streckenführung der “kleinen Umgehungsstraße”, wie die örtliche Bevölkerung sie nennt

4 Kommentare

  1. Witzeg! “Bald ein Ende. Bahnschranke wird 2023 verschwinden”!! Wéi traureg an aremséileg. Lauter Nullen déi un dem Projet rembastelen. Zum Vergleich: An der Schweiz as den Gotthard-Strossentunnel am Joer 1970 ugefang gin an am September 1980 as en fir den Verkéier opgang. Also 10 Joer Bauzeit fir 16,9 km. Zu Dippech-gare get einfach nemmen eng Stross gebaut mat engem Kreesverkéier op all Seit. Stross geet ennert enger Eisenbunnsbreck duerch déi schon johrelang ferdeg gebaut as. Déi Stross huet jo bestemmt net méi wéi 2 km. An doufir brauch een zu Lëtzebuerg 3 Joer Bauzeit. Do as irgendwou ferrem den Wuerm dran.

  2. Ist es nicht äußerst traurig, wie schlampig die Politik und Verwaltung an jene Umgehungsstraße heran ging. Das entstehende Problem war schon vor 20 Jahren erkannt worden. Die damals sofort ihre Zustimmung zum Abtreten der benötigten Ländereien gegeben hatten, wollte man den damals ausgehandelten Preis bezahlen, und sicherlich wie oft beim Staat üblich, diese Emprisen erst nach weiteren 15 Jahren bezahlen. Die Bürgermeisterin pocht auf das Anlegen von vielen Radwegen. Ihr ist scheinbar nicht bewusst, dass diese später auch viel Unterhalt kosten werden. Schon heute werden viele Verschönerungen in der Gemeinde Dippach kaum noch unterhalten.

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