Als in Schüttringen eine Viererkoalition die meistgewählte Partei in die Opposition schicken wollte, sprach Dan Kersch von einem Gesetz, um gegen diese “Magouillen” vorzugehen. In Monnerich saß er als Präsident der Lokalsektion am Koalitionsverhandlungstisch. Nun wird dem LSAP-Innenminister vorgeworfen, sich zu stark eingemischt zu haben. Er selbst sieht da kein Problem, wie er im Tageblatt-Interview erklärt.

Tageblatt: Was hat Sie genau gestört an dem, was jetzt in Schüttringen fast passiert wäre? 

Dan Kersch: Ich habe den Eindruck, dass man aufpassen muss, bei Wahlen nicht Erster zu werden. Sonst riskiert man, von den Nächstgewählten in die Minorität verdrängt zu werden. Es gibt zwar manchmal Argumente, die stärkste Partei nicht in die Verantwortung zu lassen. Aber das sind außergewöhnliche Situationen. Wenn aus einer außergewöhnlichen Situation die Regel wird, dann haben wir ein Problem. Wir müssen uns zusammensetzen und diskutieren, ob man daran nichts ändern sollte.

Aber genau so ist doch die Regierungskoalition entstanden?

Absolut nicht. Das war eine außergewöhnliche Situation. Wir hatten Neuwahlen. Der damalige Premierminister wollte keine Konsequenzen ziehen, aus dem, was passiert ist, und hat seinen Rücktritt nicht eingereicht.

Sie haben auf Facebook geschrieben, dass Ihnen ein Gesetz vorschwebt. 

Ja und dazu stehe ich. Das, was passiert ist, darf nicht zur Normalität werden. In Belgien hat beispielsweise der Meistgewählte das Initiativrecht. Ich habe auch auf Facebook ganz klar gesagt, dass ein Minister das nicht alleine entscheiden kann, sondern dass ein überparteilicher Konsens entstehen muss. Das, was zurzeit geschieht, ist ungesund. Das ist nicht gut für unsere Demokratie und sorgt dafür, dass das bisschen verbliebene Vertrauen in die Politik verloren geht.

Wenn der Erstgewählte das Initiativrecht hätte, wäre das bei den Parlamentswahlen 2013 die CSV gewesen.

Das stimmt. Sie hatte auch das Initiativrecht. Sie konnte aber keine Koalition auf die Beine stellen, weil sich die anderen drei Parteien nicht mit ihr zusammentun wollten. Auf nationaler Ebene sind wir auch in einer anderen Logik. Bei den Kommunalwahlen werden schon am Wahlabend in irgendeinem Bistro Koalitionen gebildet, aus Angst, dass ein anderer schneller sein könnte. Das ist doch nicht seriös. Noch bevor die Wahlresultate feststehen, wird schon rumtelefoniert.

Ihr Einmischen hat für viel Wirbel gesorgt. 

Ich finde das erstaunlich. Wenn man sich Gedanken um unsere Demokratie macht, die, wenn es so weitergeht, gegen die Mauer fährt, wird man dahingestellt, als hätte man ein “sonderbares Demokratieverständnis” (Anm. d. Red.: Vorwurf der CSV an Dan Kersch). Es ist anscheinend nicht mehr möglich, unter demokratischen Parteien nach einer gemeinsamen Basis zu suchen, die dieser Entwicklung entgegentreten könnte. Das ist anscheinend schon zu viel.

Das heißt, Sie sehen sich als Innenminister in Ihrer Rolle, wenn Sie sich einmischen? Immerhin könnte man Ihnen vorwerfen, etwas zwischen den Stühlen zu sitzen, da Sie auf Regierungsebene für die Gemeinden zuständig sind. 

Wenn der Innenminister sich keine Gedanken über die Demokratie in den Gemeinden macht, wer macht es dann?

In Monnerich wurde Ihnen von der CSV vorgeworfen, dass Sie als Innenminister und gleichzeitig als Sektionspräsident bei den Koalitionsgesprächen am Verhandlungstisch saßen. Sehen Sie da auch kein Problem? 

In dem Moment hat es keinen gestört. Ich kenne vier Innenminister, die Parteipräsident waren. Ich kenne auch vier Premierminister, die Parteipräsident waren. Das ist auch kein Geheimnis, dass ich Präsident der LSAP Monnerich bin. Das ist seit 20 Jahren der Fall.

Sehen Sie keinen Interessenkonflikt? 

Wo ist das Problem? Wo ist der Interessenkonflikt, wenn ich mich für meine Partei und insbesondere für meine Lokalsektion einsetze?

Als Minister sind Sie nicht Minister für die LSAP, sondern für das ganze Land. 

Natürlich! Aber die CSV hat das doch auch gemacht. Wir haben hier wieder das klassische Beispiel, dass die CSV Sachen tun darf, die die anderen nicht machen dürfen. Bei ihr ist das eine Selbstverständlichkeit, aber wenn ein anderer es macht, wird es plötzlich zum Problem. Das verstehe ich nicht.

26 Kommentare

  1. LSAP daarf, déi aner daarfen net. Als Minister soll en jideren vertrieden – egal wéi eng Kaart en huet.
    Mat der Magouille vun der Regierungsobsetzung 2013 as dest Këscht obgemeet gin.
    Et ass eng Magouille wëll keng Partei vun der Gambia virun de Wahlen gesot huet – dass se egal wéivill Stemmen ze kreien – nie awer nie an eng Koalitioun mat der CSV get. Se hun dest dem Wähler obgezwongen.
    Bis lo as d’ Uklo géint den Här Junker nach net bewissen gin. Keen enzegen Punkt.
    Et wor just een Putsch !! E Putsch géint den Här Junker an eng Verleumdungcompagne.
    Wofir as d’Obklärung no de Wahlen direkt gebremst gin… ?

  2. Die Argumente des Innenministers sind nicht redlich, wenn man seine politische Karriere kennt: vone extrem links bis zum Kaviar Sozialist ist keine Empfehlung für einen Politiker über die Demokratie zu urteilen: Koalitionsbildung is ein Ur-Demokratisches Prinzip, und nicht die stärkste Partei nach einer Wahl kann daraus ein Vorrecht ableiten und sich anderen auf zu zwingen als Federführend bei einer Regierungsführung bz Regierungsbildung, das ist marxistisches Gedankengut…das geht villeicht noch so in Nordkorea aber nicht in Luxemburg Herr Kerch…..

  3. An alt erem CSV huet daat och gemacht.Dass net waat dei eng machen dass dei aner dast och mussen machen .Et kritt een awer geschwönn den Ekel an dei ganz Politik

  4. E Gambianer verlangt e Gesetz dat verhënnert, datt Parteien sech zesummen doen fir déi Partei mat de meeschte Stëmmen an d’Oppositioun ze schécken. Ech hu selten an deenen 4 lescht Gambia-Joren esou gelaacht. L’hôpital qui se fout de la charité!

      • @ Cinderella
        Beleidegen kann jiddereen, ech kéint och lo soen op Iech soll “Hirn” falen, mee op deen Niveau loossen ech mech net erof. (d’Verb heescht iwwregens “liesen”, net “leisen”, souvill zum Thema “Hirn”…)
        En revanche, argumentéieren kann net jiddereen, an dir schonn guer net. De Journalist vum Artikel stellt jo genau déi selwecht Fro : “Wenn der Erstgewählte das Initiativrecht hätte, wäre das bei den Parlamentswahlen 2013 die CSV gewesen.” D’LSAP huet sech mat der DP an de Gréngen zesummegedoen fir déi stäerkste Partei an d’Oppositioun ze schécken, an lo verlaangt en LSAP-Minister datt dat soll verbuede ginn, majo dann wier hien guer net Minister.
        Ech fäerten fir Iech Cinderella, datt Dir den Artikel einfach net verstaan hutt…

  5. Här Kersch,
    Fir dasst der et besser verstidd. Fir dass der och verstidd firwat d’LSAP op Plaatzen esou vill verluer huet.

    Ausser d’Parteizaldoten kennen d’Leit (d’Wieler) naischt mat Ärer Suffisanz ufänken (sorry, esou gesait dat aus wann een Iech net kennt, villaicht awer och wann een Iech kennt)

    Fir en Netparteizaldot get et nemmen eng Ligne, an déi ass riicht.
    Net kromm, an keen zickzack.

    Wann der vun Moral a Wielerwellen en général wellt schätzen, d’accord. Esou awer net.
    2013 krutt Är Regierun mat 48% vun de Stëmmen 32 vun 60 Sëtz an der Chamber. Ass net Ären Feeler, eisen System ass esou. Mä dofir ass et net méi gerecht.

    Wann der Är Wieler, oder den Wieler wellt rekupéréieren:
    – lauchtert hinnen einfach emol no
    – halt op hinnen wellen ze erklären wéi een denken muss, Dir hut net méi Erfahrung wéi soss een
    – gauche, droite, centre… dat sinn aal Tireng, di meescht Mënschen sinn vun allem e bessen awer naischt exclusi, ausser Parteizaldoten
    – di meescht Wieler sinn keng parteizaldoten
    – erklärt dat Ären deen aaneren Memeber aus Äerer Fraktioun

    An wann der de Wieler erëmfond hut… dann klappt dat och…

  6. Haer Kersch, bei der leschter Regierungsbildung huet Lsap, Dp an dei Grëng dei Partei mat bei weitem dene meeschten Stemmen aus der Regierung geworf. Et guef gesot eng Majoriteit as eng Majoriteit. Abe och zu Schetter zum Beispill as dest och elo geschitt. An dat as keng Magouille. Am anere Fall muss ech iech un dei lescht Chamberwahlen erenneren.

  7. Amplaz haart iwwer e Gesetz nozedenken, dat politesch Koalitiounen sou wäit anengt, bis no all Wahl nëmme nach eppes eräuskomme kann, dat dem Här Kersch passt, sollt ee vläit besser e Gesetz aféieren, dat Regierungsmemberen verbidd, sech an hirer Gemeng einfach esou mol hannert de Buergermesschterpult ze setzen an Koalitiounsverhandlungen ze féieren. Wou si mer hei? Nordkorea? Oder ass een als Innenminister ganz einfach net äusgelaascht?

    • Genau darum geht es Herrn Kersch ja. Was er nicht bedenkt: Auch seine LSAP könnte eines Tages zu diesen “kleinen” Parteien gehören. Die deutsche Schwesterpartei SPD ist ja schon fast dort angekommen.

  8. Oh Här Kersch mat esou Aussoen wie an den Interview do schued der nemen ierch an ärer Partei.
    Sot äerem Bodri 80% vun den Leit sin net sou wie hin dat gesot huet.
    Dir wellt et einfach net wuer hun dass bei esou Aussoen den Schoss nach meih no hannen lassgeht.
    Et ass just nemmen Een Joer bis die nächst Wahlen.
    Well Leit vergiessen net meih sou seier.

  9. Esoulang Käpp, an eenzeg an eléng Käpp gewielt gin, esoulang erméiglecht de System Korruptioun an all sénge Varianten!
    Daat eenzegt Land wou d’Politik nach Senn ze mache schéint as d’Schwéiz!
    Vierwat?
    An der Schwéiz gi Referenden ofgehalen, an de schwéizer Bierger stemmt fir oder géint e Projet!

  10. Also
    Leit wielen eng person dann soll deen wou dei mechten stemmen huet buergemeechter gin un point c’est tous an nett daat zesummen setzen an deen wou dei meechten stemmen huet eraus kicken.Daat ass egal waat an ech gin just nach blanco ziedel of.

  11. Ah – Gambia war eng Ausnahm?
    ma dass di 4 Parteien an enger Gemeng geint déi 5. an stärksten koaléiren gouf et jo och nach net esou oft…dat ass dann wuel och eng Ausnahm…
    Wat en Quatsch!

  12. Dan Kersch.
    Sie machen sich Gedanken über die Demokratie!
    Nein Sie machen sich keine Gedanken über die Demokratie.
    Sie legen sich nur alles so zu Recht wie es Ihnen passt!
    In solchen Sachen sind Sie Weltmeister.
    In Wirklichkeit machen Sie sich nur Gedanken über Ihre politische Karriere.

  13. Wer im Glashaus sitzt, der werfe nicht mit Steinen. Dan Kersch beschmutzt die LSAP und Demokratie mit diesen Äusserungen. Gibt es denn Keiner in der Partei, der im zurechtweisen oder zurück pfeifen kann? Unglaubwürdig bis zum Abwinken.

  14. Här Kersch, där kennt soen wat der wellt, da do kafen ech iech net of. Där wart vun Uffank un een vun den Protagonisten vun Neiwahlen, well der eng Chance fir iech an är Partei gesin hutt. Är Prämisse war et, CSV endlech an Oppositioun ze drecken, well der et bei normalen Wahlen net färdeg brengt. D’Leit sin net dom an e futtissen Fesch, dee stenkt. An d’Leit richen daat. Dofir sid der elo ofgestroft gin. An wann der net oppasst, get et nechst Joer nach vill mei schlemm. Corrigeiert emol är Feeler als Innenminister. Där hutt eng Reform vum Beamtenstatut ennerhol, an deenen eneschten Karrieren Pei an Pensioun gekirzt, an zwar op eng verstoppten Art a Weis. Wat fir en Signal send der domat dem Privatsecteur? Grad als Sozialist misst der iech dofir schummen.

  15. “Wa Wahlen eppes géife veränneren, da wiere se scho laang verbueden”, hunn ech alt scho mol héieren. Wéi och ëmmer, et gëtt kee “Wielerwëllen”, well jidderee kann sech d’Resultat esou zerechtleeë wéi hien et wëll. Déi Partei wou déi meeschte Stëmme krut muss fir deen een dobäi sinn, dat ass deem säi Wielerwëllen. Déi Partei ass awer net majoritär gewielt, mä all déi aner Parteien hunn zesumme méi Stëmme krut, a missten dann och zesumme regéieren, esou leeën sech anerer de “Wielerwëllen” aus. Wien huet dann elo Recht? Keen a jiddereen. Et dierfte fir et méi gerecht ze maache guer keng Koalitioune no dem aktuelle System gi mä déi Gewielte géifen als eng eenzeg grouss Koalitioun zesumme schaffen, am Interesse fir hier Gemeng a fir d’Bierger, amplaz sech ënnert eneen ze zerfleeschen a mat klengleche Streidereien hier Energie ze verschwenden!

  16. Nonndikass wat sin hei vill Expairen um Site. An de Kommentaren no bestimmt vill CSV ler.
    Nach eng Ke’er VIRUN de leschte Landeswahlen, bei de Gemengewahlen huet de Wolter schon zu Kaerjeng esou eppes
    gedeichselt, een von der CSV also. Dofir de Ball nidreg halen. Den D. Kersch huet recht, Dei Mauscheleien mussen
    ophalen, an dat geet nemen iwert e Gesetz. Wetten dass CSV esou e projet net matdreit?
    Bei dese WAHLEN ass net eng Partei dei propper do steet. Von der Staad Letzeburg iwer Esch asw an asf
    Et brauch keen sech op Scheller ze klappen…….

  17. ech ginn dem Dan Recht . et muss dringend eng nei Regelung kommen mat dem Wahltrara . Och wannet mat Nogeschmach opgeholl get – ma muss awer emol enkeier eng Regierung dat unschwätzen . z.b. hei zu Schëtter dierf Grossverlierer LSAP erem mat dirigeieren . Net korrekt mengen ech . Een BanannenDuché .

  18. Den Här Kersch ass just drun intresséiert dass seng Partei an hien am helle Schain stin a soss naischt.
    op gut Letzeboiesch kann een bei him roueg soen – vun Tuuten a blosen keng Ahnung awer bei allem de Fanger hiewen subaal et net sou geet wi et him passt, an als Minister hued hien jo Muecht an di notzt hien och ouni Skruper, sou könnt et eriwer

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