Die große Cyclocross- Euphorie war nach der Weltmeisterschaft in Beles recht schnell verpufft. Dennoch macht die Disziplin momentan eine Entwicklung durch. Und die zeigt laut Nationaltrainer Michel Wolter in die richtige Richtung.

Die Cyclocross-Saison nimmt so langsam Fahrt auf. Während die ersten regionalen Rennen noch bei sommerlichen Temperaturen und mit hohem Sonnenbrand-Risiko ausgetragen wurden, so hat sich nun auch das Wetter an den Cross angepasst.

Die Saison-Höhepunkte (nationale Meisterschaften am 13. Januar und die Weltmeisterschaften am 2. und 3. Februar) sind noch einige Wochen entfernt und Nationaltrainer Michel Wolter ist dabei, seine Schützlinge punktgenau vorzubereiten. “Wir haben die Planung im Vergleich zu den letzten Jahren etwas anders gestaltet. Die Weltcups in Bern und Tabor sind nicht gerade um die Ecke. Eine Teilnahme hätte eine lange Reise für ein kurzes Rennen bedeutet”, sagt Wolter.

Der Verzicht ist aber nicht nur mit der Anreise zu begründen. Wie bereits erwähnt, ist es noch etwas hin bis zu den “wichtigen” Rennen der Saison. Es bringt also nichts, zu früh in Form zu sein. “Im Cross ist es fast nicht möglich, über vier Monate in Topform zu sein. Auf der Straße kann man sich bei einigen Rennen auch mal ins Peloton zurückziehen und sich schonen, das geht beim Cross nicht.” Aus dem Grund haben sich Wolter und sein Team dazu entschieden, in den ersten Monaten vor allem auf regionale Rennen zu setzen. “Diese reichen aus, um die Form aufzubauen.”

Ende Dezember greifen die FSCL-Athleten dann auch vermehrt bei internationalen Rennen an. Davon ausgenommen ist Christine Majerus, die auch im Querfeldein zu den weltbesten Fahrerinnen zählt und deshalb fast ausschließlich internationale Rennen bestreitet. Am 23. Dezember startet für die restlichen WM-Kandidaten die heiße Phase mit dem Weltcup in Namur. Drei Tage später geht es nach Zolder. “Vom 23. Dezember bis zur Weltmeisterschaft werden wir acht große internationale Rennen bestreiten.”

Es geht in die richtige Richtung

Somit haben die Fahrer ausreichend Gelegenheiten, sich für die WM in Dänemark in Bestform zu bringen. “In den letzten Jahren kam es vor, dass bei der WM die Formkurve bei einigen unserer Fahrer bereits nach unten gezeigt hat. Das wollen wir dieses Jahr vermeiden.”
Beim Nachwuchs haben einige Fahrer nach der kräftezehrenden Straßensaison eine Pause eingelegt und sind momentan dabei, in die Cross-Saison einzusteigen.

Was den Nachwuchs betrifft, so ist Wolter ohnehin recht optimistisch. “Wir haben dieses Jahr bei den Espoirs etwa drei Kandidaten für eine WM-Teilnahme. Das ist eine Steigerung im Verhältnis zu den vergangenen Jahren.” Als Wolter sein Amt 2015, also zwei Jahre vor der Heim-WM in Beles, antrat, hatte er bereits betont, dass er an einer langfristigen Entwicklung der Cross-Disziplin arbeite.

Erfolgsrezept Skoda Cross Cup

Die scheint zu fruchten – woran der Skoda Cross Cup sicherlich auch seinen Anteil hat. “Die Einführung des Cross Cups hat die Attraktivität der regionalen Rennen hierzulande definitiv gesteigert. Wir haben mittlerweile auch einige Fahrer aus Frankreich und Belgien, die regelmäßig bei uns an den Wettkämpfen teilnehmen.”

Das Niveau der Rennen in Luxemburg ist um einiges höher als in Lothringen zum Beispiel, aber zugleich niedriger als bei den Rennen in Flandern. Fahrer, die im nahen französischen Grenzgebiet um den Sieg mitfahren, streiten sich beim Skoda Cross Cup um den siebten oder achten Platz. Für Wolter steht fest, dass die Entwicklung in die richtige Richtung zeigt.
Das kann das FSCL-Team in den kommenden Monaten unter Beweis stellen. Die Cross-Saison ist noch jung.

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