Wer sich schon mal gedacht hat, dass die Schokolade in Luxemburg anders schmeckt als in Italien, liegt vielleicht gar nicht falsch. Eine neue Studie der EU-Kommission erklärt nun dieses Phänomen und die Gründe dahinter. 

Von Marie Schusterschitz

Das Joint Research Centre (JRC), eine Abteilung der Europäischen Kommission, hat am Montag eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass es bei einigen Lebensmitteln innerhalb der EU Diskrepanzen gibt. Sie werden sehr ähnlich, wenn nicht sogar identisch präsentiert – obwohl sich ihre Inhaltsstoffe dennoch unterscheiden.

An der Studie haben 19 EU-Mitgliedsländer teilgenommen – Luxemburg war nicht dabei. Insgesamt wurden 128 verschiedene Produkte analysiert. Die Lebensmittel wurden in neun Gruppen eingeteilt und in Bezug auf ihre Verpackung und ihren Inhalt verglichen.

Glukose-Fruktose Sirup vs. Zucker

Tatsächlich haben die Prüfer Unterschiede bei verschiedenen Produkten festgestellt. Die werden von ihren Machern hauptsächlich damit begründet, dass es in einigen Mitgliedsländern nationale Regelungen gibt, wenn es um den Zusatz bestimmter Stoffe geht. Man darf zum Beispiel bei Cerealien in Deutschland und in Dänemark keine Vitamine und Mineralien hinzufügen, da dies in den beiden Staaten verboten ist.

Weitere Unterschiede liegen darin, dass bestimme europäische Regionen von unterschiedlichen Produktionsstellen beliefert werden. Außerdem wird immer auf die „regionale Verfügbarkeit von Inhaltsstoffen“ geachtet. Hier stellt sich beispielsweise heraus, dass ein Softdrink in Ungarn mit Glukose-Fruktose Sirup gesüßt wird, in Spanien aber mit herkömmlichem Zucker.

Unterschiede in ganz Europa

Die Studie zeigt, dass sich von den 128 analysierte Produkten 33 Prozent inhaltlich nicht unterscheiden – aber auf verschiedene Weise präsentiert werden. Neun Prozent unterscheiden sich inhaltlich – aber nicht in der Präsentation. 27 Prozent sind sowohl bei den Zutaten als auch in ihrer Präsentation ungleich.

Grund für diese Untersuchung war, dass sich die Länder Tschechien, Polen und Slowakei darüber beschwert hatten, dass westliche Konzerne deutlich schlechtere Produkte in den Osten schickten. Das Joint Research Centre konnte durch seine Studie aber feststellen, dass dies nicht stimmt – und dass Unterschiede sich durch ganz Europa verteilen.

1 Kommentar

  1. Die Leute sind ja auch verschieden.
    Die Spanier waschen ihre Wäsche am liebsten kalt.
    Die Griechen kochen alles.
    Die Franzosen wollen ihre Wäsche von oben einfüllen.
    Deutsche von vorn.
    Die Chinesen haben verschiedene Waschprogramme für Herren und Damenwäsche.

    Die Waschmittelhersteller und die Waschmaschinenhersteller müssen das alles berücksichtigen.

    Dasselbe gilt natürlich für alle anderen Produkte auch.

    Marketing heißt das Ganze.

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