Die Gehälter beim Staat sind angemessen, findet der Präsident der Beamtengewerkschaft CGFP. Die Privatwirtschaft solle vielmehr dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter besser bezahlt werden. 

“Diese Diskussion nützt keinem”, meinte Romain Wolff, Präsident der Beamtengewerkschaft CGFP, am Freitagmorgen in einem Interview mit RTL. Guy Hoffmann, Präsident des Bankenverbands ABBL, hatte am Donnerstag kritisiert, dass die Gehälter beim Staat zu hoch seien. Die Privatwirtschaft könne nicht mithalten und würde all die guten Leute an den Staat und die Gemeinden verlieren.

Das sieht Wolff anders. “Die Anfangsgehälter beim Staat und den Gemeinden sind nicht zu hoch”, findet er. Er ist der Meinung, dass vielmehr die Privatwirtschaft nachziehen und ihre Anfangsgehälter an die des öffentlichen Dienstes anpassen solle. “Es kann nicht sein, dass Menschen jahrelang in prekären Verhältnissen leben”, sagt der CGFP-Präsident. Junge Leute würden sich eine Existenz aufbauen wollen und müssten dementsprechend bezahlt werden.

“Der Staat hätte gerne die besten Mitarbeiter”

Was die Top-Gehälter angeht, weist Wolff darauf hin, dass diese in der Privatwirtschaft viel höher liegen als im Staatsdienst. Er nennt eine Studie über Gehälter, bei der die Banken zwar ihren Kollektivvertrag offenlegten, aber nicht angaben, wie viel die Mitarbeiter in den Chef-Etagen verdienen. Da der Staat gerne die besten Mitarbeiter hätte, sei es auch wichtig, dass die Anfangsgehälter im öffentlichen Sektor hoch seien. “Die Staatsbeamten sorgen dafür, dass das Land überhaupt funktioniert”, meint Romain Wolff.

Die Diskrepanz der Gehälter zwischen dem Staat und der Privatwirtschaft ist seit Jahren ein Streitthema. Das Patronat kritisiert immer wieder, dass der Staat ihnen die guten Leute wegschnappe. Die Löhne könnten sie aber nicht erhöhen, weil sie dann nicht mehr kompetitiv seien. Die Staatsbeamten und die Gewerkschaften sehen das anders. Die Gehälter in der Privatwirtschaft sollten nach oben angepasst werden, finden beide. Die Löhne und die Sicherheit beim Staat sollen als Vorbild für die restliche Wirtschaft gelten.

Die Staatsbeamtengewerkschaft CGFP gilt als die politisch mächtigste Gewerkschaft Luxemburgs. Der Staat ist bei Weitem der größte Arbeitgeber des Landes und da zahlreiche Mitarbeiter im öffentlichen Dienst Luxemburger sind, vertritt die Gewerkschaft einen Großteil des Wahlvolkes.

21 Kommentare

  1. Wolffs Worte in Patrons Ohr. H. Wolff sollte sich mal in den kleinen Betrieben der Privatwirtschaft umsehen, da würde er sehen wie der moderne Sklavenhandel manchmal funktioniert. Mittlerweile fängt es auch in den Banken an zu rumoren. Gehälter in den Chefetagen sollte man hier nicht berücksichtigen. H. Wolff bitte mal mit Herrn Würth Rücksprache nehmen, der weiß wie es in der Privatwirtschaft läuft.
    Wie viele Pleiten hatten wir 2018?

    • A propos kleine Betriebe. Als Beispiel eine kleine Gastwirtschaft irgendwo im Land. Zwei Patrons, 6 Mann Personal die arbeiten. Und die Patrons? Die nehmen meistens den Kunden die Hocker vor der Theke weg um sich selbst drauf zu setzten. Im Sommer das gleiche Spiel auf der Terasse. Und immer dabei sich zu beschweren über die hohen Kosten.

  2. Eine sehr einseitige Betrachtungsweise finde ich. Attraktive Arbeitsplätze zeichnen sich nicht nur durch die Höhe der Bezahlung aus. Etwas mehr Phantasie und Einfühlungsvermögen seitens der Arbeitgeber im Privatsektor wäre wünschenswert.

  3. Wenn Herr Wolf meint dass das Land nicht ohne die Staatsbeamten funktionieren
    würde,klingt etwas übertrieben und lächerlich.
    Wenn so im Privatsektor gearbeitet würde wie im Staatsapparat,dann gute Nacht.,das
    Dieser Mann gibt manchmal irgend etwas von sich was hirnlos klingt.
    Nur immer meckern,das ist seine Spezialität.

    • Wie das ohne Staatsapparat läuft, sehen wir ja gerade in den USA: gar nicht.
      Ohne Staatsbeamten… keine Polizei, keine Schulen, keine öffentlichen Verwaltungen, keine Steuerverwaltung, keine Nationalstraßen oder Autobahnen, kein Flughafen, keine Justiz, keine Überwachung von Gesundheitsregeln, keine/kaum Notfalldienste, keine CNS, usw. Können wir gerne alles privatisieren, mal sehen, wie schnell wir dann britische Zustände erreichen.

  4. Wann iergendwann, vläit gezwongenermooßen, d’Auslännerwahlrecht kennt, as ganz séier Schluss mat de Cadeauen fiir Staatsbeamten. Wann de Wellen do wier, kéint de Staat mat vill manner Humane Ressourcen funktionéiren, an hätt scho vill manner Rekrutementsproblemer. Mee da géif een als Politiker de kierzeren zéien, well méi wéi d’hallef Wielerschaft beim (Para-)Staat schafft.
    Déi héich Staatspeien hun näischt mat der Gnod vun de Politiker ze dinn oder der super Qualitéit vum Staatsappart, et läit reng um gréisseren Hiewel…

    • Wat e Brach, déi meeschten Administratiounen hunn net genuch Personal a komme chronesch net mat der Aarbecht no. Do kann een um Internet braddelen, datt déi net séier genuch schaffen, wann een awer manifestement keng Ahnung huet, hëlleft dat net vill.

      • Ech kennen dat ganzt Gewurschtels bei den Administratiounen. Wann do mol sérieux Prozeduren analyséiert an dann verbessert géife gin, kéint vill Personal agespuert gin. (Ech hun e.a. dat studéiert a sin uptodate wat et haustesdags alles gett)

  5. Ma jo, hei get een geint den aneren ausgespillt. “Diviser pour regner” An den privaten Chefetagen a ganz besonnesch op de Banken do gin et Souen ze schleefen. Eng ABBL soll dach nemmen rouhech sinn.

  6. Ich finde die Debatte irgendwie Lustig. Wenn das ganze nicht so traurig wäre.
    Lustig, weil es politische Modelle gibt, in denen die Debatte nicht stattfindet: wenn z.B. einfach alle das gleiche verdienen würden, wie in kommunistischen Modellen..aber weder die die nicht genug haben und schon gar nicht die die unverschämt zuviel haben wählen die. Cherchez l’erreur..
    Nuje, ich persönlich kann mit viel mehr Geld am Ende des Monates eigentlich nicht viel anfangen, weil ich dann auch irgendwie nie unbefristete Verträge bekomme, die es mir erlauben würden einen Kredit bei einer Bank zu bekommen, um mir etwas zu gönnen was andere sich mit einem Wochengehalt leisten können. Und wenn, dann mit unverschämten Zinsen, weil ich ja ein Risiko bin…Bänker bevorzugen als Kunden eben Menschen mit gesicherten Verträgen und hohen Einkommen. Who is it, ja wer hat denn soviel Sicherheiten, na… 😉
    Ich muß davon ausgehen, daß ich mit meinem Gehalt Reserven für die Zeit nach meinem befristeten Vertrag ansparen muß. Bis zum nächsten befristeten Vertrag.
    Da ich ein begnügsamer Mensch bin, macht es mir aber nichts aus, nicht alle 6 Monate ein neues Schlau-Gerät zu haben, nicht 3 mal im Jahr eine lange Flugreise ins All-Inklusive Hotel am anderen Ender der Welt zu machen, und schon gar kein neues Auto alle 3 Jahre zu fahren, derweil immer noch genug Geld übrig ist um einen Kredit für eine Immobilie und die Autos abzuzahlen, das eigene, und den Zweitwagen für die Statd, und den ersten GTi für den Nachwuchs…
    Da ich mit Geld umgehen kann, fehlt mir nicht einmal etwas zum Leben wenn ich nur einen Teilzeitjob habe.
    Dann muss sich auch niemand in der Familie externe Hilfe leisten müssen, um zu überleben, wie z.B. eine ältere Person, eine Mutter, die Parkinson hat, und mit der ich einkaufen gehe, koche und sonstiges erledige, weil das für mich normal ist, diese Person hat mich großgezogen, meine Windeln gewechselt, mich gefüttert und meine Macken ertragen bis ich unabhängig war. So etwas kann Geld nicht zahlen.
    Sie könnte auch langsam aber sicher arm werden, wenn sie sich eine Firma leistet, und emotional und sozial verkümmern, weil ja alle in der Familie an allen Tagen der Woche arbeiten müssen . . .
    Derweil ich eben keinen Teilzeitjob unbefristet finde, und das ganze System es auch bevorzugt, daß alle Vollzeit arbeiten und ein Fremder sich für unanständig wenig Geld und ungaubliche Verantwortung um die Familienangehörige andererer kümmert, der auch nur befristet arbeitet, der vielleicht auch noch pendeln muss und Miete zahlt. Derweil seine Familie von unterbezahlten Fremden versorgt wird..
    Was wollte ich eigentlich sagen?
    Ach ja, unbefristete Verträge, das ist es, was viele Leute schon mal wollen.
    Einen Minilohn aufteilen, um Rechnungen und Lebensmittel zu zahlen, das können mittlerweile viele, eigentlich die wahren Finanzexperten, die kleine Budgets ohne Verluste effizient nutzen, weil es einfach kein Kapital gibt.
    Und keine Sicherheit. Keine Möglichkeit, über Vertragsende hinaus zu planen…
    Es ist wirklich unglaublich, wer sich da über was für Gehaltsvortellungen aufregt, und mit welchen Argumenten.
    Wenn ich nur wüsste, wer die Unsicherheit im Wirtschaftssystem säht?
    Wer spekuliert denn über seine Möglichkeiten hinaus? Wo kommt denn das Geld für faraminöse Gehälter her?
    Wenn es immer noch Hungerlöhne gibt.
    Unanständig, diese Debatte, dégoutant.
    Indignez-vous!

  7. In Deutschland werden die Daten von Politikern und Prominenten von einem 20 jährigen Schüler gehackt. Die IT-Experten im Staatsdienst sind nicht unbedingt die Elite in dem Bereich und so konnte der Schüler diesen “Joke” durchziehen. Bei 4000 Euro brutto gehen die IT-Leute lieber in die Privatwirtschaft, wo bedeutend mehr verdient wird. Man muss also genau wissen was man will und was man den Bürger zumuten will.

  8. Margaret Thatcher übernehmen sie !

    Elo 61 Joer… Virun all Wahl (oder kuerz duerno) kréien eis Staatsbeamten iergend eppes, egal op den Inneminister rout, blo oder schwaarz ass. Dat mam Congé usammelen ass einfach nëmmen nach lachhaft ! War an enger Ronn mat Staatsbeamten (iwwer 50) déi Rechnen elo schon wei se mat dem System éischter a Pensioun kenne goen oder eng schéi Som mat der Pensioun aus bezuelt kréin ! Dat aas kee Witz!

    Ufanksgehälter beim Staat sinn ze Heesch ! Kurz ee Fall wou engem Kolleg, e vu senge Kanner do ugwangen huet an net woust wat hie geiwe Verdengen. Beim erhalle vun der Owrechnung “Ma hunn dei se nach all!”

    • Dat heescht de “Jean Marc” ka jo dann nëmmen dofir sinn, datt och am Staatsdéngscht muss déi Onsécherheet bestoen, déi an der Privatwirtschaft leider existéiert.

      À propos Thatcher. Déi gutt Madamm huet alles am UK privatiséiert, si an hire Copain Reagan hu Gewerkschafte gebrach, hu Leit erausgehait, déi et gewot hunn ze streiken. Déi gutt Madamm sief hei zitéiert, datt se behaapt huet d’Privatiséierung vun der Waasserwirtschaft géif fonctionnéieren. Deen Avis gouf a Südamerika gehéiert, et gouf privatiséiert an a ville Géigende refuséieren Entreprisë wéi Nestlé elo fir a Wunngebidder d’Waasserversuergung iwwerhaapt mol ze bauen. Ma jo, loosse mer mol weider d’Thatcher an hir mënschefeindlech Ideologie verteidegen.

  9. Naja. Einerseits wird sich darüber aufgeregt dass man sich keinen Wohnraum mehr leisten könne, bzw. das Leben in Luxemburg zu teuer verglichen mit den Gehältern ist. Andererseits fordern viele “nivellement vers le bas”. Verrückte Welt.

    • Neid, alles nur Neid. Die alten Mittel der Privatwirtschaft, um sich gegen eine Erhöhung der Gehälter zu wehren. Sieht man ja auch gerade bei Cargolux, wo trotz regelrechter Rekordgewinne jegliche Erhöhung verweigert wird und man sich jetzt in Schlichtung begeben muss.

  10. Es ist doch einfach
    Wir haben die schönsten Schulen, die besten Gehälter gegenüber unseren Nachbar Länder. die wenigsten Stunden, Unkündbare Arbeitsstellen, sicheres Gehalt, aber immer große Probleme bei der Ausbildung.
    Kein erfolgsdruck
    Und Trotzdem nie zu frieden
    Sobald einer was ins Gespräch bringt was jedem klar sein sollte fängt der H Wolff an mit den Füssen zu scharen und erpresserische Drohungen auszusprechen.
    Und unsere Minister fallen immer wieder darauf rein, ich hoffe das mal ein Minister sagt jetzt ist es genug, und Basta

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