Gegenwärtig schlagen die Wellen hoch in der Gemeinde Weiswampach, die rund 1.900 Einwohner zählt. Die kürzlich ins Leben gerufene „Biergerinitiative Gemeng Wäiswampich“ hatte genügend Unterschriften zusammen, um ein kommunales Referendum über das umstrittene Freizeitresort „Suneo Park“ zu erzwingen. Am Donnerstag wird die Bürgerinitiative die Liste bei der Gemeinde deponieren. Dann liegt der Ball bei Bürgermeister Henri Rinnen.

„Wir haben mittlerweile 422 Unterschriften zusammen bei ca. 930 Wahlberechtigten in unser Gemeinde. Das zeigt einerseits, wie groß das Interesse ist, und andererseits, dass die Bürger aufgeklärt werden wollen“, so Pol Holweck (Foto), der Präsident der zehnköpfigen „Biergerinitiative Gemeng Wäiswampich“, die Ende April gegründet wurde. Hintergrund ist, dass die „Groupe Lamy“, ein Bauunternehmen aus Belgien mit Sitz in Huldingen, mit dem Segen der Gemeinde bei den beiden Seen ein 50 Millionen Euro teures Urlaubsresort samt Hotelkomplex und einem Feriendorf auf einer Fläche von insgesamt 20 Hektar errichten will.

Genau das ist den Mitgliedern der Bürgerinitiative aber ein Dorn im Auge. Ihrer Meinung nach komme es mit dem geplanten Bau der Ferienanlage zu starken Einschränkungen beim öffentlichen Zugang zu den beiden künstlichen Seen, die je sechs Hektar groß sind und im Jahr 1973 angelegt wurden, um den Tourismus im Norden Luxemburgs zu fördern. Zudem gehört der bisherige Campingplatz mit seinen knapp 300 Stellplätzen der Vergangenheit an. Nicht einverstanden ist man seitens der Bürgerinitiative auch mit dem Pachtvertrag zwischen Kommune und Betreiber für das 20 Hektar große Gelände. Die Gemeinde hat vor, dem Bauträger das Areal 99 Jahre lang im Rahmen eines sogenannten „bail emphytéotique“ für 25.000 Euro pro Jahr zur Verfügung zu stellen. In den Augen von Pol Holweck ist „diese Summe einfach nur lächerlich“.

Liste (und Ball) liegen bald beim Bürgermeister

Am Donnerstagmorgen um 9 Uhr wird die Bürgerinitiative die Liste bei der Gemeinde deponieren. Dann liegt der Ball bei Bürgermeister Henri Rinnen (Foto). Rinnen muss dann innerhalb einer Frist von drei Monaten das Referendum organisieren, an dem die wahlberechtigen Bürger teilnehmen müssen. Der Ausgang des Referendums ist für die Gemeinde allerdings nicht bindend, da es sich ja „nur“ um eine Volksbefragung handelt. Dennoch: „Als guter Demokrat täte Rinnen aber gut daran, dem Verdikt Rechnung zu tragen“, so Pol Holweck weiter.

Die Fragestellung des Referendums ist jedenfalls unmissverständlich: „Sind Sie einverstanden mit dem Projekt Suneo Park, begreifend unter anderem einen Hotelkomplex mit ca. 90 Wohneinheiten zwischen den Seen mit ca. 100 Ferienhäusern auf dem Areal des Campings Weiswampach, dies während 99 Jahren?“

Holweck geht fest davon aus, dass sich eine große Mehrheit der Bürger gegen das geplante Projekt aussprechen wird. Der Ausgang ist wie gesagt für den Bürgermeister und den Schöffenrat nicht bindend. Ungeachtet dessen wollen sich Holweck und sein Team in Zukunft intensiver mit dem Thema Bauen in der Gemeinde Weiswampach beschäftigen.

“Dubiose Baugenehmigungen”

„Denn in der Hinsicht liegt in unseren Augen manches im Argen“, so Holweck und spricht von „komischen Interpretationen bei der Bauhöhe, dubiosen Baugenehmigungen sowie einer Reihe von PAPs, die verschiedene Promotoren nicht hätten machen müssen“. Bürgermeister Rinnen lässt sich derweil von dem Referendum nicht aus der Ruhe bringen. „Dann ass et eben esou“, so Henri Rinnen, der Eigentümer einer Spedition ist und in den Jahren 1985 bis 1993 mit Ehefrau, Schwester und Schwager den Campingplatz in Weiswampach betrieb. Viel mehr war Rinnen nicht zu entlocken, der zudem von einer Art „Kampagne“ spricht.

Im Tageblatt-Interview im Sommer des vergangenen Jahres, kurz nachdem die Nachricht vom geplanten Bau und der Investition in Höhe von 50 Millionen Euro der Anlage bekannt geworden war, sagte er, „nur eine grüne Wiese und einen See anzubieten, ist zu wenig. Heute wollen die Besucher mehr“. Das geplante Urlaubsparadies „Suneo Park“, dessen Baubeginn schon für letzten Herbst geplant war, liegt derzeit wegen fehlender Genehmigungen vorerst auf Eis. Man darf gespannt sein, ob das nach dem Referendum auch so sein wird und Rinnen sich dem Willen seiner Bürger beugt. Vorausgesetzt, es kommt so, wie Pol Holweck prognostiziert.

 

11 Kommentare

  1. Richtig so! Die Bürger sollen sich wehren. Es geht schliesslich um ihre Umwelt und um ihre Lebensqualität. Ein Urlaubsparadies auf Kosten der Einwohner von Weiswampach? Der Bürgermeister täte effektiv gut daran auf die Stimme der Betroffenen, auf die des Volkes, zu hören! ” Dat ass eben esou “!

  2. en gewëssen No-Geschmaach huet esou eng”Biirgerinitiativ” wann se vuan énem Architekt an Liewen geruff gouff. Op do just dem Vollek seng Stëmm schwaätzt???

  3. Genau, die Bauern, die Menschen über 50 und alle ohne Kinder sind dagegen, wie immer und überall.

    Referenden sind Quatsch. Die Hälfte der Bevölkerung hat einen IQ von unter 100, was erwarten Sie denn da?

    • Verallgemeinern ist falsch und ungerecht. Die Bauern, die älteren und kinderlosen Menschen sind nicht immer und überall ( ? ) gegen alles. Referenden sind nicht unbedingt und immer Quatsch, sie gehören zur Demokratie. Wer behauptet, ausser Ihnen, dass die Hälfte der Bevölkering einen niedrigen IQ Wert hat? Träfe das zu, müsste auch in Ihrem Verwandten-, Freundes-und Bekanntenkreis jeder zweite dumm sein wie Stroh. Man kann nicht alle Mitmenschen, die nicht meiner Meinung sind, als dumm resp.als geistig weniger bemittelt einstufen. In diesem konkreten Fall geht es um dubiose Baugenehmigungen und um die Verschandelung der Natur und dem Umfeld eines idyllischen Ardennerdorfes. In der Schweiz gibt es viele grüne Wiesen und Seen ohne grossartige Freizeitparks mit allen bekannten Nebeneffekten und Nachteilen. Die Bürger, die gegen dieses fragwürdige Projekt sind und sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben, sind weitsichtig, verantwortungsvoll und haben ihren Verstand eingesetzt. Es sind keine dummen alte kinderlosen Bauern oder Egoisten!

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