Im kleinen Auditorium des Kulturzentrums „opderschmelz“ fand vor Kurzem die Präsentation von „Im Schatten des Johannisbergs – Budersberg: Geschichte und Geschichten“ statt. Das Buch, das sich dem Düdelinger Viertel widmet, wurde von
Raymond Schmit verfasst und vom „Interesseveräin Butschebuerg“ herausgegeben.

Von Frank Barone

Schon vor Beginn war der Saal bis auf den letzten Platz besetzt, sodass später einige Besucher stehen mussten. Der komplette Schöffenrat, viele Einwohner aus Düdelingen und natürlich auch aus Budersberg waren anwesend.

Pier Capitani, Präsident des Interessenvereins, meinte gleich zu Beginn: „Endlich ist es uns nach so vielen Jahren gelungen, dieses Buch zu veröffentlichen! Ich hatte fast nicht mehr damit gerechnet.“ Er bedankte sich unter anderem bei dem Autor, bei Evelyne Waldbillig, die bereits vor etwa 22 Jahren mit den Recherchen für das Buch begonnen hatte, und bei allen anderen, die ihren Beitrag zur Realisierung dieses Projekts beigetragen haben.

Mischung aus Literatur und Wissenschaft

Bürgermeister Dan Biancalana beschrieb das Werk als eine Mischung aus Wissenschaft und Literatur. „Das Buch hat nicht nur autobiografische Züge mit persönlichen Anekdoten aus der Kindheit des Autors – es erzählt ebenfalls die Geschichte Budersbergs bis ins 21. Jahrhundert hinein.“ Er wies anschließend darauf hin, dass „Butschebuerg“ so wie alle anderen Stadtviertel der Gemeinde Düdelingen einen eigenen Charakter aufweise – etwas, das die „Forge du Sud“ so einzigartig mache.

„Budersberg ist neben Schengen sicherlich das bekannteste Dorf Luxemburgs – es gibt sogar ein bekanntes Lied darüber“, sagte Mars Di Bartolomeo in Anlehnung an das Gesangsstück „An engem klengen Dueref“. Er fügte hinzu, dass er allen Mitwirkenden dankbar sei, dass sie dieses Abenteuer eingegangen sind und die schwere Aufgabe auf sich genommen haben, ein Buch wie dieses zu veröffentlichen. Mit dem Zitat „Was lange währt, wird endlich gut“ beendete der Vize-Präsident der „Chamber“ seine Ansprache und spielte somit auf die 22 Jahre an, die von der Idee bis zum fertigen Buch vergangen sind.

„Kee Buch fir an d’Regal“

Dann ließ der Autor ein paar Abschnitte aus seinem Buch vor, darunter kurzweilige und lustige Anekdoten, alte Sagen sowie interessante historische Fakten. Der Autor, der selbst „Stackbutschebuerger“ ist, konnte das Publikum unterhalten: „Wenn mich meine Mutter bei der Hand nahm, um nach Düdelingen zu gehen, dann verhieß das in der Regel nichts Gutes. Das war entweder mit dem Gang zum Zahnarzt oder mit dem großen Einkauf verbunden. Beides war mir zuwider“, so Raymond Schmit. Oder auch: „Ab Herbst 1944 waren in der Budersberger Schule amerikanische Soldaten einquartiert. Der Unterricht für die unteren Klassen wurde vorübergehend wieder in das alte Schulgebäude auf dem Gymnich-Platz verlegt. Die älteren Schüler wurden zum Schulunterricht nach Düdelingen geschickt.“

Nach seiner kurzweiligen Lesung bedankte sich Schmit beim Interessenverein, bei Evelyne Waldbillig, Ady Christoffel, Claude und Aitana Kugeler, Albert Rausch sowie bei Verantwortlichen der Gemeinde. Besonderer Dank galt dem Autor und Journalisten Jang Spirou, der sein ehemaliger Lehrer war. Letzterem wurde dann auch die Ehre zuteil, die letzte Ansprache des Abends zu halten – und hierfür fand er sehr schöne Worte: „Et ass kee Buch fir an d’Regal, mä fir ze genéissen. Et ass e bleiwend Denkmal fir Butschebuerg a fir Diddeleng an dofir soen ech mengem ale Schüler merci!“

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