Paukenschlag in Bissen: Auch Gemeinderätin Cindy Barros will ihr CSV-Parteibuch abgeben. Erst am Dienstag hatte Bürgermeister Jos Schummer erklärt, aus der CSV auszutreten (das Tageblatt berichtete). Schummer sah sich in der Causa Datencenter sowohl von seiner Partei als auch von zwei der CSV-Räte im Stich gelassen. Eine von ihnen war Cindy Barros. 

Von Roger Infalt

„Es ist mir nicht leicht gefallen, aus der lokalen CSV-Fraktion und aus der Partei auszutreten“, erklärt Rätin Cindy Barros am Mittwoch gegenüber dem Tageblatt. Sie sei mit der CSV-Mannschaft bei den vergangenen Kommunalwahlen ins Rennen gegangen, da sie vom Programm dieser Fraktion überzeugt war. „Wir haben auch viel Positives zu vermelden“, sagt die 37-Jährige. „Aber in letzter Zeit ist vieles nicht mehr so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte.“ Sie möchte aber nicht weiter in die Einzelheiten gehen, sagt Barros weiter, „das geschieht an anderer Stelle.“ Ihr liege es fern, in der Öffentlichkeit über Fraktions-Interna zu sprechen.

„Ich habe nach langer Überlegung für mich persönlich den Entschluss gefasst, in Zukunft als politisch Unabhängige im Gemeinderat zu bleiben“, sagt sie. „Ich werde aber mit anderen Ratsmitgliedern das Gespräch suchen, da ich der Meinung bin, dass es viele gemeinsame Ideen gibt, die es zu verwirklichen gilt.“ Sie sei weiterhin motiviert, sich für die Interessen der Bürger in der Gemeinde einzusetzen.

Knappe CSV-Mehrheit

Die CSV ergatterte bei den vergangenen Kommunalwahlen, bei denen in der Gemeinde zum ersten Mal nach dem Proporzsystem gewählt wurde, nur eine Knappe Mehrheit im Bissener Gemeinderat: Sechs Stimmen gegenüber den fünf Oppositionsstimmen der Gruppierung „Är Leit“. Bereits zweimal kam es in den vergangenen Monaten vor, dass CSV-Räte gegen den CSV-Schöffenrat stimmten.

Das passierte auch am Donnerstag in der vergangenen Woche, als die beiden CSV-Räte Christian Hoscheid und Cindy Barros gegen die Umänderung des Bebauungsplans zum geplanten Datencenter in Bissen stimmten. Nur weil die fünf Oppositionsräte sich ihrer Stimme enthielten, konnte die Umänderung mit nur vier Stimmen angenommen werden.

Hoscheid will sich nicht äußern

Gegenüber dem Tageblatt gab Hoscheid zu verstehen, dass er sich auch weiterhin nicht dazu äußern möchte, wie seine politische Zukunft aussehen wird. Er warte eine Unterredung mit dem Rest der CSV-Fraktion ab, um dann eine Entscheidung zu treffen.

Im Moment sieht die Zusammensetzung des Gemeinderates demnach wie folgt aus: Nur noch vier CSV-Leute (die Schöffen Clement und Mulbach sowie die Räte Hoscheid und Fagny), zwei Unabhängige (Bürgermeister Schummer und Rätin Barros) und fünf Räte der Gruppierung „Är Leit“ (Viaggi, Brune, Lucius, Englebert und Saurfeld).

5 Kommentare

    • Mit dem Google-Datenzentrum wird leider noch mehr ausbluten. Das ist ekologisch schnell festzumachen, und man ahnt es schon wenn man den Verlauf dieses Dossiers über die letzten Tage und auch Monate, etwas verfolgt.
      Aber wie sagte ja letztens Frau Reding in einem und dem selben Atemzug: “man solle die Sorgen der Bürger in Sachen 5G ernst nehmen, …, aber,…, Luxembour hinke in Sachen Technologie anderen Ländern weit hinterher und das sollte man ändern…”.
      Nun wird man ja erkennen was wichtiger sein wird, “die schönen glitzernden Euronen” oder “die Ekologie/Gesundheit der Bürger”. Zumal unser Premier in seiner Rede letzte Woche gemeint hat, er finde es gut und gebe den Jugendlichen Recht wenn sie auf die Strasse gingen um sich für das Klima einzusetzen und Aenderungen zu fordern”…

  1. Das ist doch alles oberpeinlich. On off Politiker die an ihren Stühlen festhalten um weiter in Sinne der Bürger zu handeln. Alles Quatsch. Die meisten wären doch ohne die CSV Zugehörigkeit nicth dort wo sie sind

  2. Es ist völlig normal, dass in einer relativ kleinen Ortschaft wie Bissen die politische Gemeindeführung sowie die Gesellschaft insgesamt durch ein umstrittenes Megaprojekt wie Google auseinander brechen wird.
    Das würde überall passieren.

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