Seit einigen Jahren fliegen Bienen auch vermehrt in den Städten, da durch die Städteentwicklung immer mehr Bienenzüchter vom Land in die Stadt ziehen. Nicht nur in den Gärten von Hobbyimkern, sondern auch auf Dächern von Hotels und Geschäftshäusern finden die fliegenden Honigmacher ein neues Zuhause. Tageblatt-Praktikantin Jodie Schmit hat sich in Luxemburg nach Stadt-Bienen umgesehen.

Die Stadt kann sich durchaus mit der Natur verbinden und „zusammenwirken“. Denn nicht nur ländliche, sondern auch städtische Gebiete sind durchaus als Lebensraum für Bienen geeignet. Warum das so ist? In der Stadt herrscht eine große Auswahl an Blüten, in denen jede Biene ihre passende Verpflegung findet. Diese Nahrungsvielfalt wirkt sich positiv auf das Immunsystem der Bienen aus und sichert ein stetiges Sortiment an Nektar.

Zudem werden in urbanen Gebieten weniger als in ländlichen Gebieten Pestiziden eingesetzt, die der Gesundheit der Insekten schaden. Viele Imker sind daher überzeugt, dass es kaum einen besseren Ort als die Stadt gibt, um Bienen zu züchten.


Kulinarische Kreationen:

Im Hotelrestaurant des Sofitel Europe bei Sous-Chef Dany Mertens und seinem Team dreht sich beim Frühstück manchmal alles um den Honig, aus dem sie genussvolle Kreationen gestalten. Wie Mertens in einem früheren Gespräch mit Tageblatt erklärte, habe der Frühjahrshonig eine festere Konsistenz, während der Honig, der im Sommer produziert wird eher flüssig ist und sich leichter verarbeiten lässt. Die Sommervariante findet daher bevorzugt Einsatz in den kulinarischen Kreationen der Hotelrestaurants.


Königlicher Honig:

Auch das Hotel Le Royal in Luxemburg lässt Bienen auf seinem Hoteldach wohnen und arbeiten. Wie Cynthia Blasczcyk auf Tageblatt-Anfrage erklärt, wurden die Bienenstöcke nach langen Überlegungen im vergangenen Sommer auf dem Dach des „Ecolabel“-zertifiziertem Hotels aufgestellt. Da sich das Hotel in der Nähe von einem wunderschönen Park befindet, können die Bienen problemlos die Gegend erforschen. Wie Blasczcyk erklärt, haben Studien gezeigt, dass die Honigproduktion in der Stadt gesünder als die auf dem Land ist. Daher freut sich das Hotel den eigenen Honig seinen Frühstücksgästen anzubieten.


Bio-Honig gegen das weltweite Bienensterben:

Wie das Lebensmittelgeschäft Cactus auf Tageblatt-Anfrage erklärt, hat es, um seinen Beitrag im Kampf gegen das weltweite Bienensterben zu gewährleisten und die Artenvielfalt zu schützen, auf seinen Grundstücken in Bascharage, Redange, der Belle Etoile und Windhof zusammen mit lokalen Imkern Bienenstöcke aufgestellt. Die Bienen werden hier von lokalen Imkern unterhalten und der geerntete Honig wird in den einzelnen Filialen verkauft.


Kultur trifft Bienen:

Das „Centre culturel de rencontre Abbaye de Neumünster“ hat dem Verband der Imker vorgeschlagen, mehrere Bienenstöcke in den Terrassengärten entlang der Alzette, in unmittelbarer Nähe zur Abtei, aufzustellen. Hier stehe den Tieren eine vor Pestiziden und Umweltverschmutzung geschützte Umgebung zur Verfügung. Zudem hat sich das Kulturzentrum vorgenommen, grün zu werden. Die Bestäubung durch die Bienen im Tal und der Honig, den sie produzieren, tragen dazu bei, schreibt das Kulturzentrum auf seiner Webseite.


Bienen werden zum Maskottchen:

Frank Stoltz, Partner bei der Beratungsgesellschaft KPMG, besitzt privat schon seit über 20 Jahren Bienenvölker und wurde im Laufe der Zeit ein richtiger Fachmann. Nachdem KPMG 2014 ihre neuen Räumlichkeiten am Boulevard John F. Kennedy bezogen hatte, schlugen die Mitarbeiter vor, dass er einige Bienenstöcke auf dem Dach unterbringen könnte.
Wie er Tageblatt gegenüber erklärte, befinden sich mittlerweile zwischen sechs und acht seiner Bienenvölker auf dem Gebäudedach, die restlichen seiner insgesamt 12 Völker befinden sich in einem Naturreservat auf Kirchberg. In den letzten drei Jahren wurden die Bienen vom Stoltz-Arbeitgeber als Maskottchen übernommen – sie sind auf den Weihnachtskarten des Unternehmens zu sehen und der Honig wird an Kunden verschenkt.


„Nichts gleicht der Seele so sehr wie die Biene. Sie fliegt von Blüte zu Blüte wie die Seele von Stern zu Stern und sie bringt den Honig heim wie die Seele das Licht.“ Victor Hugo

2 Kommentare

  1. Gibt es irgendwo eine Bestandsaufnahme oder Schätzung über die Zahl der Bienen? Beobachte nur, dass es seit 4 -5 Jahren immer weniger werden. Dieses Jahr keine mehr an den Apfelblüten!

    • Das hängt ganz davon ab wo sie wohnen.
      Gibt es Imker sind Bienen da .Gibt keine Imker gibt es auch keine Bienen.
      Die Biene ist nämlich ein Nutztier.

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