Die Arbeitsbedingungen der Postmitarbeiter sollen wieder an die von Staatsdienern angeglichen werden, wenn es nach dem Willen der Gewerkschaft OGBL geht.

Die Escher Gewerkschaft OGBL kritisiert in einer Pressemitteilung den Kollektivvertrag bei der Luxemburger Post. Der OGBL kritisiert vor allem die Loslösung der Gehälter der Postmitarbeiter von denen der Beamten im Staatsdienst. Diese Loslösung sei zurückzuführen auf den 2013 unterschriebenen Kollektivvertrag. Dieser wurde von der Konkurrenzgewerkschaft LCGB verhandelt, die zu diesem Zeitpunkt noch die Mehrheit innerhalb des Post-Konzerns hatte.

1,5 Prozent mehr Gehalt für Mitarbeiter

Durch einen Abänderungsvertrag, der am 5. November dieses Jahres unterschrieben wurde, trat bei der Post eine am 6. August 2016 beschlossene Gehaltserhöhung von 1,5 Prozent in Kraft. “Die Umsetzung dieses letzten Punktes erlaubte es den Gewerkschaften, das Abkommen anzuprangern und neue Gehaltsverhandlungen für die Mitarbeiter von Post Luxembourg anzugehen.”

Am 21. November haben die Gewerkschaften der Direktion der Post einen Katalog mit Forderungen vorgestellt. Gleichzeitig stellte die Post Forderungen an die Gewerkschaften, was laut OGBL ein Novum ist.

Novum: Forderungen der Arbeitgeber

Der Forderungskatalog der Gewerkschaften enthält acht Punkte, schreibt der OGBL. Vor allem ginge es um eine Verbesserung der Gehälter, um einen Rahmen für Heimarbeit, die Einführung von Arbeitszeitkonten und das Recht zum Abschalten. Unter letzterem Punkt versteht man allgemein das Recht der Mitarbeiter, in ihrer Freizeit nicht für Vorgesetzte erreichbar zu sein.

Die Arbeitgeberseite stellt laut OGBL sieben Forderungen. Diese betreffen Arbeitszeiten, Sonderurlaube, eine Überarbeitung des Mitarbeiterbewertungssystems und eine Anpassung der Lohntabelle.

Die Direktion habe die Forderungen allerdings nicht bis ins Detail dargelegt, teilt die Gewerkschaft mit. Allerdings befürchtet der OGBL, dass das Unternehmen ein Gehaltssystem “à la carte” und nach eigenem Gutdünken einführen will. Der Gewerkschaftsbund hält eine Überarbeitung der Gehälter bei der Post für dringend notwendig. Allerdings auf eine andere Art, wie es die Direktion wahrscheinlich tut. Der 2013 vom LCGB ausgehandelte Kollektivvertrag habe zu einer Baisse der Gehälter von bis zu 45 Prozent geführt, behauptet der OGBL.

Dienstleistungen seit 2013 privatisiert

Dem OGBL selbst hingegen sei es nicht nur gelungen, die Arbeitsbedingungen der Staatsangestellten bei der Post zu erhalten, sondern auch ihren Status als  Staatsangestellte.

Seit 2013 sind Post-Dienstleistungen in Europa liberalisiert. D.h., die Post muss sich, obwohl sie immer noch dem Staat gehört, wie ein privates Unternehmen am freien Markt gegen Konkurrenten behaupten. Derzeit gibt es im Betrieb Mitarbeiter mit Beamtenstatus, solche mit dem Status eines Staatsangestellten und reguläre Mitarbeiter. Unterschiede bei den Gehältern zwischen diesen Gruppen müssten abgeschafft werden, so der OGBL, der fordert, dass der Staat das Postunternehmen von einer neo-liberalen Ideologie befreit, bei der nur der Profit zählt. Der Betrieb solle wieder in den Dienst des Allgemeinwohls gestellt werden.

Im März 2019 finden in Luxemburg Sozialwahlen statt. Die Gewerkschaften konkurrieren derzeit um die Zustimmung der Luxemburger Arbeiterschaft.

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