Das abgelaufene Jahr 2018 war ein schwieriges an den Märkten. Dementsprechend mager war die Rendite für viele Investoren.

Neben der insgesamt negativen Entwicklungen an den Börsen haben sich im letzten Jahr auch “nur rund 30 Prozent aller Fonds besser geschlagen als ihr betreffender Vergleichsindex”, erklärt François Chauvet, Doktor der Wirtschaftswissenschaften und Spezialist von Risikoberechnungen.

Trotzdem empfiehlt er den Anlegern nicht, aktiv gemanagte Investmentfonds (für die Manager müssen Kommissionen bezahlt werden) zu ignorieren und auf preisgünstigere passive Indexfonds (die einen Aktienindex maschinell nachbilden) zu setzen. “Auf keinen Fall”, entgegnete er dem Tageblatt auf die entsprechende Frage. “Immerhin haben sich 30 Prozent der Fonds besser entwickelt als ihr entsprechender Vergleichsindex. Und mit unserer Rechenmethode identifizieren wir diese Fonds. Sie hilft bei der Auswahl.”

30% der Fonds besser als Vergleichsindex

Weiter erklärt er, dass seine Methode gar “vorausschauend” sei. “Die Fonds, die vor zwei Jahren fünf Sterne von uns erhielten, haben im Schnitt besser abgeschnitten als die, die vor zwei Jahren vier Sterne von uns erhielten usw.” Wer hingegen nur auf einen Index setze, der erhalte nur ein “durchschnittliches Resultat”, so der Franzose.

François Chauvet ist der Kopf hinter der European Funds Trophy. Im Jahre 1996 hatte er eine Ausschreibung der französischen Tageszeitung Le Monde gewonnen. Es ging darum, eine neue, andere, originelle und seriöse Analyse über Investmentfonds zu bieten. Nach Überprüfung seiner Methodologie wurde 1998 ein erstes – damals noch rein französisches – Ranking von Fonds erstellt.

Europäisches Ranking seit 1999

Ein Jahr später, zu Zeiten der Euro-Einführung, wurde dann auch ein europäisches Ranking eingeführt. Dahinter stand neben Le Monde bereits ein komplettes Konsortium aus europäischen Zeitungen. Vom Tageblatt und Le Jeudi aus Luxemburg bis hin zu La Stampa aus Italien und El País aus Spanien. “Eine Preisverleihung für die Gewinner gab es damals noch nicht”, erinnert sich Chauvet. “Der Gewinn war die Veröffentlichung in den Medien.” Erst viel später, im Jahr 2007, wurde auf Wunsch der Gewinner hin zudem eine Preisverleihung organisiert.

Seit dem Jahr 2005 sind es außerdem nicht mehr die Medienbetriebe, die die Veranstaltung finanzieren, sondern die beiden Unternehmen von François Chauvet, Fundclass und Aptimum. In ihren Datenbasen gibt es Zahlen zu 350.000 Investmentfonds.
Um die Preisträger für die diesjährige Ausgabe der European Funds Trophy zu errechnen, hat er die Zahlen von insgesamt 80.000 europäischen Investmentfonds unter die Lupe genommen.

Niemand kann sich bewerben

Die Fonds können sich nicht aktiv für den Preis bewerben, sie können nicht einmal auswählen, in welcher Kategorie sie auftreten wollen. “Ich nehme alle Fonds. Wir kaufen die Daten und geben sie in unser Modell ein.”

Danach werden die Zahlen verglichen. Hier wird nicht nur auf die Entwicklung in einem Zeitraum von einem Jahr geachtet. “Wir schauen uns die Entwicklung über insgesamt vier Jahre an”, so Chauvet. Zusätzlich werden die Resultate immer von einer Jury überprüft.
Belohnt wurden am letzten Donnerstag in Paris Investmentfonds aus mehreren Kategorien (internationale Aktien, Schwellenländer usw.). Auch ausgezeichnet wurden die besten Asset-Management-Gesellschaften pro Land. Letztere werden nach Größe (Zahl der Fonds) aufgeteilt und danach wird sich die Entwicklung der Fonds angeschaut.

Was die Resultate für Luxemburg angeht, so fällt auf, dass die BCEE, die in den letzten Jahren regelmäßig Bester in ihrer Kategorie war, vom ersten Posten verdrängt wurde. Banque de Luxembourg Investments konnte hingegen in seiner Kategorie den ersten Platz halten.

 

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