Der Wechsel an der Spitze der SPD vollzieht sich möglicherweise schneller als bislang geplant. Nach einem Bericht der “Bild am Sonntag” soll die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles bereits an diesem Dienstag zur kommissarischen Parteivorsitzenden ernannt werden. Dies werde in der für diesen Tag angesetzten SPD-Präsidiumssitzung geschehen, schreibt das Blatt, ohne Quellen zu nennen.

Noch-Parteichef Martin Schulz hatte am vergangenen Mittwoch angekündigt, er werde nach Ende des Mitgliedervotums zur großen Koalition am 2. März zurücktreten. Am Freitag hatte Schulz auf das Amt des Außenministers verzichtet, das er zuvor im Fall einer erneuten großen Koalition für sich beansprucht hatte.

Rote Karte für ein Foulspiel

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil forderte in der Zeitung erneut ein Ende der Personaldebatten in seiner Partei. Personalfragen würden erst nach dem Mitgliedervotum entschieden. “Wer meint, er müsste Personaldebatten vorher anheizen und Foul spielen, der muss mit der Roten Karte rechnen”, sagte Klingbeil.

Nach einer Emnid-Umfrage für die “Bild am Sonntag” glauben nur 33 Prozent der Bürger, dass die SPD unter Nahles wieder erfolgreicher wird. 52 Prozent gehen davon nicht aus. 57 Prozent der Befragten wünschten sich eine Zustimmung der SPD-Mitglieder zur großen Koalition, 38 Prozent hofften auf eine Ablehnung. Bei den SPD-Anhängern waren 84 Prozent für Zustimmung, bei den Unions-Anhängern 87 Prozent.

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