Grenzgänger aus Belgien verdienen in Luxemburg mehr als ihre Kollegen aus Deutschland und Frankreich. Arbeitnehmer aus Frankreich erhalten durchschnittlich am wenigsten.

In Luxemburg arbeiteten im letzten Jahr rund 182.500 Grenzgänger. Der Großteil von ihnen stammt aus Frankreich – 52 Prozent. Deutschland und Belgien sind heute gleichauf mit jeweils 24 Prozent. Franzosen verdienen hierzulande weniger als ihre Kollegen aus anderen Ländern. Im Schnitt 46.756 Euro pro Jahr. Das liegt laut Statec daran, dass sie überproportional in weniger gut bezahlten Berufen arbeiten. Das Statistikamt nennt das Gaststättengewerbe, den Handel und die Leiharbeit. Grenzgänger aus Deutschland erhalten im Schnitt 53.956 Euro pro Jahr und jene aus Belgien 56.532 Euro. Somit bekommen die belgischen Arbeitnehmer im Vergleich das höchste Gehalt, fast 10.000 Euro mehr als die Grenzgänger aus Frankreich.

Verglichen mit den Grenzgängern, die nach Luxemburg kommen, arbeiten nur sehr wenige Einwohner des Großherzogtums im Ausland. 12.490 Einwohner Luxemburgs gelten in den Zahlenreihen des Statec als „frontaliers sortants“. Allerdings überqueren nur sehr wenige von ihnen – 1.451 an der Zahl – regelmäßig die Grenze auf dem Weg zur Arbeit. Bei 88 Prozent der „frontaliers sortants“ handelt es sich um Mitarbeiter von europäischen und internationalen Institutionen. Diese gelten deshalb als Grenzgänger. Zu diesen Institutionen gehören etwa die Europäische Kommission, die Europäische Investitionsbank und der Europäische Gerichtshof, aber auch die Logistikabteilung der NATO, die NSPA.

Im letzten Jahr hat Luxemburg insgesamt 10,6 Milliarden Euro an Grenzgänger aus dem Ausland gezahlt. Im selben Jahr verdienten Luxemburgs Einwohner 1,5 Milliarden im „Ausland“. Unter dem Strich verzeichnet das Luxemburger Sozialversicherungssystem ein Plus bei den Grenzgängern, die nach Luxemburg kommen. Diese zahlen 183 Millionen Euro mehr ein, als sie in Form von Sozialleistungen erhalten. Die Zahl der „Frontaliers“, die in Rente gingen, sei im Moment im Vergleich zu den aktiven Grenzgängern noch sehr niedrig, schreibt Statec.

3 Kommentare

  1. Ganz schlimm, dieser reisserische Titel unseres nationalen Statistikinstituts:
    “Les frontaliers belges gagnent plus que leurs collègues allemands ou français “.
    Diskrimierend und fast schon aufhetzend. Und das von einer staatlichen Behörde, deren erste Pflicht die Objektivität sein sollte!

    Ein Titel wie der folgende wäre die seriöse Wahl gewesen:
    “Les frontaliers belges travillent dans des secteurs mieux rémunérés que leurs collègues allemands ou français”

  2. VDan. sie haben vollkommen Recht es wäre besser gewesen einfach das zu sagen was ist: ” Les frontaliers belges travaillent dans des secteurs mieux rémunérés que leurs collègues allemands ou français” . Alles andere könnte missverstanden werden.. und Ressentiments schüren..

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