Trotz eines schwierigen Saisonstarts haben die Musel Pikes am kommenden Samstag im Kampf um die Titelgruppe alle Karten in der Hand. Ein wichtiger Faktor des Aufschwungs der Moselaner in den letzten Wochen war dabei zweifelsohne das Comeback von Joé Kalmes.

Am 8. Dezember, am zwölften Spieltag in der Total League, feierte Joé Kalmes bei den Musel Pikes sein Saisondebüt, ausgerechnet gegen den Hauptkonkurrenten im Kampf um die Titelgruppe, die Sparta Bartringen. Ein gutes Omen, denn die Moselaner gewannen diese eminent wichtige Partie mit 76:71 und durften somit wieder Richtung Top sechs schielen. In seiner ersten Partie erzielte der 23-Jährige vier Punkte und eroberte sechs Rebounds.

Für die bis dahin vom Verletzungspech arg gebeutelten Musel Pikes ein neuer Hoffnungsschimmer. Denn die zwei Meter große Verstärkung kam gerade zum richtigen Zeitpunkt: „Mit Yann Herrmann und Tom Steffen fielen gleich zwei groß gewachsene Spieler aus oder mussten ihre Karriere sogar ganz beenden. Unser großer US-Spieler (Quinterian McConico, d. Red.) war somit unter dem Korb fast ganz auf sich alleine gestellt, keine einfache Situation. Meine Rolle ist es, ihm hier zu helfen“, erklärte der Spieler, der auf dem Parkett die Nummer Zwölf trägt.

Keine zu große Umstellung

Dass Kalmes in seiner ersten Partie sofort wieder 15 Minuten Einsatzzeit bekam, war keine Selbstverständlichkeit. Der 23-Jährige, der in der letzten Saison 28 Spiele für die Musel Pikes bestritt und aus dem Kader nicht mehr wegzudenken ist, entschied sich dazu, die Grundausbildung bei der Polizei zu absolvieren. Bis Dezember stand er seinem Club somit nicht zur Verfügung, verzichtete sogar komplett darauf, Basketball zu spielen. „Drei Monate habe ich ganz ohne Ball trainiert, da ich kein Verletzungsrisiko eingehen wollte.“

Im Bereich der Kondition hatte Kalmes bei seinem Comeback keine Probleme, doch das Ballgefühl und die Systeme unter dem neuen Coach Stephan Völkel mussten erst einmal wieder antrainiert und erlernt werden: „In der kleinen Winterpause habe ich viele Stunden alleine mit dem Trainer in der Halle geschuftet. Da ich noch die Saisonvorbereitung mit dem Team bestritten hatte, kannte ich bereits einen der beiden US-Spieler. Somit hatte ich zuvor nur mit unserem neuen Amerikaner (Sherrod Wright, d. Red.) nicht gespielt. Sich an nur einen neuen Spieler gewöhnen zu müssen, ist dann auch keine zu große Umstellung.“

Vier von sechs Partien gewonnen

Seit dem Comeback des 23-Jährigen sind nun sechs Spieltage vergangen. Im Schnitt stand Kalmes in diesen Begegnungen 24 Minuten auf dem Parkett, hat es inzwischen wieder in die Starting Five geschafft und die Form wird von Woche zu Woche besser. Am Samstag gegen die Arantia Fels (100:92), bei der ein Sieg absolute Pflicht war, erzielte Kalmes elf Punkte und steuerte zehn Rebounds bei. Hatten die Moselaner zuvor nur drei Siege eingefahren, konnte man seit dem Saisoneinstand des groß gewachsenen Luxemburgers vier von sechs Partien gewinnen, nur gegen die Top-Teams Ettelbrück und Esch unterlag man. Am kommenden Samstag kann nun das wichtigste Saisonziel, der Einzug in die Titelgruppe, geschafft werden.

Ein neuer Aufschwung ist bei den Musel Pikes jedenfalls deutlich sichtbar. Inzwischen kann man im Training wieder auf zehn Spieler zurückgreifen, in der Winterpause konnten Verletzungen auskuriert und das Jahr 2019 mit neuem Elan angegangen werden. In den letzten Wochen präsentierte sich so etwa auch Tom Welter in einer starken Form und erzielte vor drei Tagen gegen die Arantia mit 29 Punkten seinen bisherigen Saisonbestwert.

Dennoch will man sich noch nicht zu früh freuen: „Nach dem Sieg gegen Fels war die Freude natürlich groß, doch von Erleichterung ist noch nicht zu reden. Wir müssen auch gegen Steinsel fokussiert sein und wollen uns nicht darauf verlassen, dass Bartringen sein Spiel verliert. Sonst geht es schlussendlich doch noch schief. Unser Trainer wird uns sicherlich gut auf die kommende Aufgabe vorbereiten, so wie er es auch bereits gegen Fels getan hat“, fasste Kalmes abschließend zusammen.

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