Mit einem positiven Rück- und Ausblick hat sich die Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften in die Sommerferien entlassen. Für ihren Dekan, Professor Stefan Braum, war es zusätzlich eine Bilanz seiner fünf Jahre an ihrer Spitze.

„In einem sich stetig verändernden Umfeld hält die Fakultät an den klar definierten Werten fest, die ihr als Grundlage ihrer Aktivitäten dienen und Beständigkeit in bewegten Zeiten gewährleisten“, hieß es gleich zum Auftakt der Bilanz. Das hat auch eine Forschungsevaluation bestätigt, die das Ministerium in Auftrag gegeben hatte. Darin wird die hohe Qualität der Arbeiten der drei Forschungseinheiten hervorgehoben. Ihnen wird auch bescheinigt, hervorragend in der Zivilgesellschaft verankert zu sein.

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Genauso positiv wurden die internationalen Kontakte bewertet: Es gibt hier Vereinbarungen mit der Universität in Brasilien sowie mit Bamako (Mali) und Vientiane (Laos). Letztere kamen durch die Kooperationsvereinbarungen mit dem Außenministerium zustande. In der gleichen Perspektive ist auch der Stiftungslehrstuhl der ADA zu sehen, wo es um Mikrofinanz geht. 22 Studenten aus 14 Ländern haben hier ihr Fachwissen verbessern können. Eine weitere Partnerschaft bringt chinesische Studenten nach Luxemburg, die hier die Organisation der chinesischen Rechtswissenschaften erforschen und gegebenenfalls den europäischen Regeln anpassen können.

„Klinik der Rechtswissenschaften“

Europa hat natürlich einen privilegierten Platz in der Forschung der Uni Luxemburg. Die europäischen Rechtswissenschaften sind eine ihrer Vorzeigedisziplinen. Hier bietet der britische Austritt neues Forschungspotenzial. Eines davon ist die Möglichkeit, punktuelle Finanztätigkeiten aufzufangen. Allerdings ist die Konkurrenz in diesem Bereich groß, ganz besonders aus Deutschland oder von Finanzplätzen wie Singapur.

Positives kommt auch aus dem Bereich der Finanztechnologien, wo Jura und Finanzen eng mit der Informatik zusammenarbeiten, um innovative Instrumente für den Finanzplatz zu entwickeln. Innovativ ist die Arbeit über das luxemburgische Weltraumgesetz. Pädagogisch wertvoll ist die „Klinik der Rechtswissenschaften“, wo sich die Studenten zusammen mit Fachleuten in die Lösung präziser Rechtsfälle im Bereich des Verbraucherschutzes einbringen. Der praktische Nutzen ist so groß, dass das Experiment auf den Bereich des Rechtsschutzes der Flüchtlinge ausgedehnt werden soll.

Den dadurch entstehenden Verdacht, die Uni Luxemburg sei hier möglicherweise zu eng mit den Akteuren der Wirtschaft verbunden und vergesse vor lauter praktischen Aufträgen ihren reinen Forschungsauftrag, weist Braum zurück. Die Forschungsarbeit sei völlig unabhängig. Stolz ist der Dekan über das ISO-Zertifikat, das die Fakultät zum dritten Mal in Folge erhalten hat. Es sei eine Anerkennung der Bemühungen zur Verbesserung der Verwaltungsabläufe.

Stefan Braum gibt sein Amt zum 1. September 2017 an eine Spezialistin europäischen Kriminalrechts, Prof. Dr. Katalin Ligeti, ab. Sie wird im kommenden akademischen Jahr gleich zwei Geburtstage feiern können: Der Master in „Entrepreneurship and Innovation“ feiert zehn, die „Luxembourg School of Finance“ 15 Jahre. Mit dem Master in „Logistics and Supply Chain Management“ startet nächstes Jahr eine neue, für Luxemburgs Entwicklung zukunftsträchtige, Ausbildung.

1 Kommentar

  1. “Vereinbarungen mit der Universität in Brasilien”? Brasilien ass e grousst Land, méi grouss wi Lëtzebuerg, mat méi wi enger Uni, an Fakultéiten vun ganz ënnerschiddlechen Niveau’en an Qualitéiten! Di sin kaum iwwert een Leescht ze zéihen.

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