Marion Bartoli hat vor kurzem die Trainergeschicke von Jelena Ostapenko übernommen. Die ehemalige Weltranglistensiebte soll die French-Open-Siegerin von 2017 wieder auf Vordermann bringen. Die Lettin hat bisher keine einfache Saison hinter sich. Vergangene Woche in Linz waren Zeichen auf Besserung zu erkennen – dies auch dank Bartoli.

Die Überraschung war Marion Bartoli in der letzten Woche in Linz sicherlich gelungen, als sie plötzlich an der Seite von Jelena Ostapenko erschien. Die Französin, selbst ehemalige Nummer sieben der Welt, hatte 2013 ihr Karriereende erklärt und arbeitete seitdem als Fernsehmoderatorin. Die ehemalige Wimbledon-Gewinnerin blieb dem Tennissport somit weiterhin als Kommentatorin verbunden.

Bei Ostapenkos bisher größtem Titel, dem Sieg bei den French Open, wurde die Lettin von ihrem jetzigen Coach sogar interviewt. „Sie hat Unglaubliches geleistet. Dem Druck war sie gewachsen. Seitdem fragte Jelena immer wieder nach einem Ratschlag in Bezug auf verschiedene Spielerinnen, weil ich deren Partien kommentieren musste“, so Bartoli.
Wie man sieht: Die beiden kennen sich schon seit einer gewissen Zeit. Seit über zwei Jahren sind Ostapenko und Bartoli schon gute Freundinnen – und treffen sich meist bei den Grand-Slam-Turnieren auf einen Kaffee. Als die ehemalige Wimbledon-Gewinnerin Anfang des Jahres ihre Ferien in Dubai verbrachte, leistete die Lettin ihr Gesellschaft.

Dort wurde schon über eine mögliche Kooperation gesprochen. Die aktuelle Nummer 63 der Welt wollte zu diesem Zeitpunkt weiterhin mit ihrem damaligen Trainerteam zusammenarbeiten. Die Erfolge blieben aber in der Folgezeit aus. Aus diesem Grund hatte sich Ostapenko dazu entschieden, nach dem Turnier in Schanghai, das Ende September stattfand, den Kontakt zu Bartoli aufzunehmen. Dann ging alles sehr schnell.

Bisher harmoniert das Duo gut. In Linz erreichte Ostapenko das Finale. In Luxemburg hat die ehemalige Weltranglistenfünfte ihre Auftakthürde gegen Catherine McNally erfolgreich gemeistert.

Dass beide sich fast blind verstehen, liegt auch daran, dass Bartoli ein großes Verständnis für Ostapenkos Spielstil hat. Die Spielweise der Lettin erinnert doch stark an jene von Bartoli: Beide lieben ein offensives Grundlinienspiel. „Sie hat ein gutes Spiel von der Grundlinie. Daran gibt es nicht viel auszusetzen. Es hilft aber, wenn du einen klaren taktischen Plan verfolgen kannst. Sie hört gerne zu und setzt die Anweisungen schnell um“, sagt die Französin.

Aus diesem Grund will Bartoli auch nichts an der Technik verändern. Doch sie weiß, wo die Hebel anzusetzen sind: „Beim Aufschlag kann sie noch viele Fortschritte machen. Die Zeit ist jetzt aber zu knapp, um große Veränderungen vorzunehmen“, meint sie. Für sie ist es eher wichtig, Ostapenkos Selbstvertrauen wieder aufzufrischen und ihr eine gute Dynamik bis zum Ende der Saison zu verleihen.

Ob die Zusammenarbeit auch noch im nächsten Jahr Bestand haben wird, weiß das Duo noch nicht. Ostapenko möchte kommendes Jahr das Tennisspielen wieder richtig genießen können. In ihrem Heimatland Lettland will sie Anfang 2020 das Training wieder aufnehmen und zur alten Stärke zurückfinden – mit oder ohne Bartoli, lautet hier die Frage.

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