Ab heute und ab sofort an jedem Samstag werden wir in unserer neuen Rubrik „Auf den Punkt mit …“ Akteuren aus der BGL Ligue etwas anders auf den Zahn fühlen. Tom Schnell redet im Interview über sein Faible für Haargel und faule Mitspieler.

Tageblatt: Hand aufs Herz: Wann sind Sie eigentlich das letzte Mal ohne Haargel aus dem Haus gegangen?
Tom Schnell: Oh, das weiß ich nicht mehr, das ist schon etwas länger her und kommt auch nicht oft vor. Und wenn, dann nur abends nach dem Training, wenn ich sofort nach Hause gehe.

Ihr Schwiegervater ist Frisör. Mischt er sich manchmal ein?
Nein, der berät mich in dieser Hinsicht eigentlich nicht. Er ruft nur ab und zu an, um zu fragen, wann ich wieder vorbeikomme.

Sie gelten als harter Hund auf dem Platz. Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Platzverweis?
Ich war damals 16 Jahre alt und habe für die Union mein erstes Spiel in der Nationaldivision bestritten. Nach 34 Minuten musste ich nach Fouls an Sébastien Rémy und Johan Bellini mit Gelb-Rot vom Platz.

Sie übernehmen gerne das Kommando. Welchen Mitspieler haben Sie im Laufe Ihrer Karriere während einer Partie am meisten angeschnauzt?
Ohne Zweifel Dave Turpel. Wenn er nicht läuft, dann bekommt er was zu hören. Aber das weiß er auch. Leider vergisst er das ab zu auf dem Platz und dann muss ich ihm das lautstark mitteilen. Auch wenn er Torchancen vergibt, bekommt er es zu hören.

Dave (Turpel) bekommt was zu hören, wenn er nicht läuft

Nehmen Ihnen die Kollegen das manchmal übel?
Nicht jeder nimmt das positiv auf. Mit der Zeit habe ich verstanden, welche Spieler ich durch Anschreien motivieren kann und wer das überhaupt nicht verträgt. Aber Probleme gab es nie deswegen.

Nach dem Spiel sind Interviews ab und zu nicht einfach. Welche Frage nervt Sie am meisten?
Als Düdelinger Spieler muss man damit leben, dass bei einer Niederlage immer alles negativ ist. Es wird sofort von einer Krise gesprochen.

Wie hat sich Ihr Verhältnis zur Presse über die Jahre verändert?
Wenn man jung ist, dann achtet man darauf, wie man in der Presse bewertet und zitiert wird. Und wenn das nicht stimmt, kann einen das schon verärgern. Mittlerweile gehe ich jedoch ganz cool damit um und mache mir keine Gedanken mehr.

Am Anfang Ihrer Karriere galten Sie als schludriges Talent. Was hat Sie zum Umdenken bewegt?
Als ich von der Eintracht Trier nach Luxemburg zurückgekehrt bin, war es etwas schwierig, mit dieser Situation umzugehen. Bei der Union war ich gesetzt und deshalb habe ich mich etwas gehen lassen. Als ich irgendwann nicht mehr Teil der Nationalmannschaft war, habe ich mir vorgenommen, mehr an mir zu arbeiten, und dann ging es wieder bergauf.

Im Sommer haben Sie mit Düdelingen Europa aufgemischt. Welcher Moment ist hängen geblieben?
Das Gefühl nach dem Schlusspfiff in Cluj war unbeschreiblich. Es ist einfach nicht in Worte zu fassen, was in mir vorging, als wir uns für die Gruppenphase qualifiziert haben.

Kickers oder Tom und Jerry?
Auf jeden Fall „Kickers“, weil ich das immer als Kind gesehen habe. Da kann auch die moderne Version von mir und Jerry Prempeh nicht mithalten.

F91-Mäzen Flavio Becca soll den Verein bald verlassen. Gehen Sie mit ihm?
Mit mir hat noch keiner über meinen auslaufenden Vertrag geredet. Aber wenn Trainer Dino Toppmöller bleibt, kann ich mir durchaus vorstellen, zu verlängern.

Sie pflegen ein freundschaftliches Verhältnis zu Progrès-Präsident Fabio Marochi. Wie oft wollte er Sie bereits nach Niederkorn holen?
In diesem Jahr noch nicht. Er hat es vor einiger Zeit mal versucht. Wenn wir uns treffen, reden wir meistens über andere Sachen.


3 Fragen zum Wochenende

Ist der F91 bereit für die Aufholjagd in der Meisterschaft?
Ob wir bereit sind, werden wir gegen Differdingen sehen – aber wir haben uns sehr gut in den vergangenen Wochen vorbereitet.

Werden die ersten vier Spiele über den Meisterschaftsausgang entscheiden?
Die Meisterschaft wird oft in den Spielen gegen die kleineren Mannschaften entschieden. Gewinnen wir unsere vier ersten Spiele, dann stehen wir wahrscheinlich auf dem ersten Platz und das ist gut für die Zukunft, denn damit würden wir ein Zeichen setzen.

Auf was für einen Gegner habt ihr euch für Sonntag eingestellt?
Differdingen ist ein unangenehmer Gegner, der Fußball spielen kann. Diese Duelle waren in der Vergangenheit immer intensiv und das wird auch diesmal so sein.

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