In unserer Rubrik „Auf den Punkt mit …“ fühlen wir Akteuren aus der BGL Ligue etwas anders auf den Zahn. Der Jeunesse-Spieler Alessandro Fiorani kennt sich mit Cannabis und dem Bier danach aus.

Tageblatt: Warum nennt man Sie eigentlich Pato?
Alessandro Fiorani: Seit Kindesbeinen bin ich Fan des AC Mailand. In meiner Anfangszeit bei der ersten Mannschaft der UN Käerjeng trug ich oft ein Trikot meines Lieblingsvereins. Unser damaliger Kapitän Paulo da Costa hat irgendwann angefangen, mich Pato zu nennen – so wie den brasilianischen Stürmer. Der Name hat sich danach immer mehr etabliert. Mein eigentlicher Vorname war endgültig Geschichte, als auch der ehemalige Progrès-Trainer Pascal Carzaniga angefangen hat, mich Pato zu nennen. Teilweise wissen einige Leute nicht mehr, dass ich eigentlich Alessandro heiße.

Sie arbeiten im Gesundheitsministerium. Sind Fußballer öfter krankgeschrieben als andere?
Diese Frage kann ich nicht für jeden beantworten. Würde ich bei der CNS arbeiten, würde mir die Antwort wahrscheinlich leichter fallen. Ich arbeite nun seit vier Jahren im Gesundheitsministerium und war noch nie krankgeschrieben. Ich arbeite an ein paar interessanten Dossiers. Zuletzt habe ich an der öffentlichen Ausschreibung für den Erwerb von Cannabis mitgewirkt.

Was ist eigentlich aus dem wilden Dribbler Fiorani geworden?
Vor zehn Jahren war ein Pass für mich ein Fremdwort. Wenn ich einen Gegenspieler getunnelt hatte, war ich überzeugt, dass ich gut war, dabei war meine Leistung eher schlecht. Mit der Zeit bin ich jedoch reifer geworden und außerdem wurde ich vom Flügelspieler zum Rechtsverteidiger umgeschult. Wenn man auf dieser Position zu viel dribbelt, kann das einen teuer zu stehen kommen. Ich muss den Ball sauber herausspielen und kann mir keine übertriebenen Dribblings mehr erlauben. Letzte Saison gegen Niederkorn hätte ich jedoch fast ein Solo über den ganzen Platz mit einem Tor abgeschlossen.

Andrea Fiorani trainiert als Kind des Südens jetzt den FF Norden. Halten Sie ihn für verrückt?
„Änder“ ist nicht, wie einige glauben, mein Vater oder mein Onkel, sondern der kleine Cousin meines Vaters. Ich verstehe mich sehr gut mit ihm, warum er jedoch dorthin gewechselt ist, ist mir heute noch schleierhaft. Er wohnt in Schifflingen, arbeitet in Contern und trainiert im Norden. Eigentlich macht er jeden Tag eine Tour de Luxembourg. Für mich kommt ein Verein, der weiter als 30 Kilometer von meinem Wohnort entfernt liegt, nicht in Frage. In diesem Fall wäre es für mich zu anstrengend, Sport und Arbeit miteinander zu kombinieren.

Als Käerjenger wären Sie fast mal nach Petingen gewechselt. Wäre das gutgegangen?
Die Rivalität war deutlich größer vor der Fusion, als der Verein noch CS Petingen hieß. Damals war es ein absolutes No-go, zum Erzrivalen zu wechseln. Niederlagen gegen Petingen waren verboten. Aber auch mein Wechsel nach Niederkorn hat die wenigsten Käerjenger gefreut, weil es der Nachbarverein ist.

Adrien Portier ist weg. Müssen Sie jetzt das Bier mit den Jeunesse-Anhängern leeren?
Unter anderem diese Aufgabe muss ich übernehmen. Ich sage nicht Nein zu einem guten kühlen Bier nach einem Spiel. Das gehört für mich dazu. Vor allem nach gewonnenen Spielen. „Poket“ fehlt jedoch an allen Ecken und Enden. Er hat immer für die richtige Stimmung gesorgt.

Deine WhatsApp-Gruppe „Tropas“ wartet bereits ungeduldig auf den nächsten Grillabend. Wann können sie damit rechnen?
In dieser Gruppe sind vor allem ehemalige Niederkorner vertreten. Wir treffen uns normalerweise einmal im Jahr zum Grillen. Auch der Durst wird nicht vernachlässigt. In den vergangenen beiden Jahren fand dieser Nachmittag stets bei mir statt. Jetzt warte ich auf eine Einladung der Jungs, denn ich bin in diesem Jahr definitiv nicht an der Reihe.

Dein ehemaliger Mitspieler Ben Vogel behauptet, dass Sie im Bundesliga-Managerspiel nicht gerade zu den Besten gehören. Woran liegt es?
Ich wurde erst eine Woche vor Beginn des Spiels gefragt, ob ich mitmachen will. Ich bin kein Bundesliga-Experte und habe u.a. den Mainzer Stürmer Jean-Philippe Mateta verpflichtet. Der hat mir vergangene Saison gut gefallen, aber ich wusste nicht, dass er verletzt ist. Hätten wir ein Managerspiel der Serie A oder der Premier League gemacht, würde ich auf dem ersten Platz stehen.

2011 waren Sie bei Mjøndalen in Norwegen und bei GAIS Göteborg aus Schweden im Probetraining. Warum ist aus Ihnen kein Skandinavier geworden?
GAIS wollte mich nach einem Probetraining im Winter im darauffolgenden Sommer noch mal sehen. Daraus wurde jedoch nichts, weil die Mannschaft erfolglos war und der Trainer ausgetauscht wurde. Danach wollte mich der Berater in Deutschland unterbringen. Damals standen jedoch für mich die Studien an der Universität im Vordergrund und die wollte ich nicht gefährden. Im Nachhinein war dies die richtige Entscheidung.

Grenz United (Jeunesse) oder Black and Yellow Boys (Niederkorn)?
Grenz United. Ich weiß, dass ich mit dieser Aussage meinen guten Freund Jean-Marie enttäusche. Der Capo der Niederkorner ist immer gut gelaunt, empfängt die Neuzugänge sehr herzlich und schlägt etwas zu fest auf die Trommel. In Niederkorn ist zwischen uns eine Freundschaft entstanden. Grenz United ist bei jedem Spiel dabei und unterstützt uns auch, wenn mal ein Spiel verloren geht.


Zwei Fragen zum Wochenende

Die Jeunesse ist mittlerweile wieder in die Spur und hat drei Spiele nacheinander gewonnen. Hat euch die 0:4-Schlappe am ersten Spieltag gegen Niederkorn gutgetan?
Diese Niederlage war wie ein Elektroschock für die Mannschaft und den Trainer. Ich habe mich in diesem Spiel machtlos gefühlt. Nach der Europa League haben wir uns wohl zu stark eingeschätzt. Die Müdigkeit war auch keine Entschuldigung, denn der Progrès hatte die Spiele gegen die Rangers auch in den Beinen. Danach haben wir im Training richtig Gas gegeben und mit Martin Boakye einen Stürmer hinzubekommen, der uns sehr gut tut und an fast jedem Tor bisher beteiligt war.

Was erwartet euch an diesem Spieltag gegen Rodange?
Ein typischer „match piège“. Irgendwann holt Rodange auch seinen ersten Punkt. Wir dürfen nicht selbstgefällig sein und ihnen unser Spiel aufdrängen. Alles andere als drei Punkte kommt nicht in Frage. del

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