Die Menschen in Luxemburg wollen ungestört zusammenleben und scheren sich nicht besonders um politische und juristische Sachverhalte. Das ist das Resultat der Umfrage „Vivre ensemble au Luxembourg“ des Demoskopie-Instituts TNS-Ilres. Die Befragung hat im Zuge des 40-jährigen Bestehens der ASTI stattgefunden.

Die ASTI („Association de soutien aux travailleurs immigrés“) ist besorgt. Viele Einwohner Luxemburgs sehen die politische Teilhabe nicht als notwendig an, um Teil der luxemburgischen Gesellschaft zu sein. In diesem Punkt sind Migranten und Luxemburger erstaunlich einig. Viele Einwanderer sehen sich selbst als „Bürger Luxemburgs“(84 Prozent) oder als „Luxemburger“(60 Prozent), ohne dass das Wahlrecht oder die im Pass verbriefte Nationalität eine besonders große Rolle spielen.

Ein weiteres, für die ASTI überraschendes Resultat der Befragung: Die Einwohner definieren sich gar nicht besonders über ihre Nationalität. Als Grundlage der persönlichen Identität sehen 71 Prozent die Familie, für 47 Prozent ist es die gesprochene Alltagssprache, beziehungsweise die Muttersprache.

„Allgemeiner Mangel an politischem Interesse“

80 Prozent der Einwanderer selbst sind der Ansicht, dass  man mindestens fünf Jahre in Luxemburg leben sollte, um das aktive Wahlrecht ausüben zu dürfen. Ein Drittel von ihnen plant auch gar nicht, sich ins Wählerregister eintragen zu lassen – sie begründen das mit ihrem „allgemeinen Mangel an politischem Interesse“.

Um Luxemburger zu werden, ist es den Menschen laut der Umfrage auch nicht wichtig, ob man in Luxemburg geboren ist oder luxemburgische Eltern hat. Dieser Ansicht sind nur 15 Prozent respektive 9 Prozent alle Befragten. Viel wichtiger ist es den Menschen, dass die „luxemburgische Lebensweise“ angenommen wird (79 Prozent) und eine der Landessprachen gesprochen wird (72 Prozent). 66 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass diese Sprache das Luxemburgische sein sollte.

Insgesamt stellt die ASTI fest, dass das gewünschte Lebensmodell der Menschen in Luxemburg trotz der unterschiedlichen Herkünfte und der Diversität der Kulturen eher der Assimilation als der Integration entspricht. Anders gesagt: Vielfalt ist den Menschen, sowohl Luxemburgern wie Einwanderern, nicht so wichtig wie die Anpassung an die luxemburgische Gesellschaft.

20 Kommentare

  1. Der Unterschied zwischen der Story des Filmes “Und täglich grüsst das Murmeltier” und dem Gezetere der ASTI ist der, dass in dem Film die Hauptperson langsame Fortschritte und schlussendlich ihr Ziel erreichte, während die ASTI nicht zu merken scheint, dass sie nur Rückschritte einsteckt, und ein immer höherer Prozentsatz der ausländischen Mitbürger nichts mit der ASTI zu tun haben will.

  2. Wei’vill Auslaenner liewen zu Letzeburg ?
    Wei’vill sin der ob den Gemengenwahlleschten angeschriwen ?
    Wei’vill hun der tatsaechlech gewiehlt ?

    Dei’ Zuehlen geifen d’d’ASTI an hir Mme ob den Buedem vun den Taatsaachen zereck brengen !

  3. De Referendum war klor, och wann d’ASTI et nach emmer net bereift: fier stemmen ze goen muss een eben Letzeburger sibnn, Aus an Amen…..an sowieso och vill Lezteburger interesseiren sech net fir d’Politik, well et kann een neicht bewierken, dei gewielten Politker maachen dach wat se wellemn duerno..!

  4. Es geht gar nicht um die ASTI, sondern um die Ausländer, die kein Interesse an der Luxemburgischen Politik haben. Der Grund dafür ist wohl beim im Referendum ausgedrückten Wunsch zu suchen, dass alle hier lebenden Ausländer Luxemburgisch sprechen sollten. Es gibt aber viele Ausländer, die weder zu Hause noch in der Arbeit mit Luxemburgisch in Kontakt kommen. Also ist man nicht integriert, fühlt sich auch nicht so, und interessiert sich eher für die Politik im Geburtsland.

  5. Interesselosigkeit! Kein Wunder. Nach den Wahlen ist vor den Wahlen, es ändert sich nichts. Dabei spielt die parteipolitische Zusammensetzung der Entscheidungsträger keine Rolle. Es ist Jacke wie Hose!

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