Mehr als jeder Fünfte in Luxemburg ist durch Armut und soziale Ausgrenzung gefährdet. Junge Menschen sind dabei viel öfter dem Armutsrisiko ausgesetzt als ältere Mitbürger.

Ganze 21,5 Prozent der Menschen in Luxemburg sind von Armut oder von sozialer Ausgrenzung gefährdet. Das geht aus Zahlen hervor, die die europäische Statistikbehörde Eurostat gestern anlässlich des Internationalen Tags für die Beseitigung der Armut veröffentlicht hat. Den Zahlen zufolge macht das Risiko von Armut oder von sozialer Ausgrenzung keinen sehr großen Unterschied zwischen den Geschlechtern. 22,8 Prozent der Frauen und 20,3 Prozent der Männer sind von Armut bedroht. Wesentlich stärker diskriminiert das Risiko beim Alter. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind 23,6 Prozent armutsgefährdet. Von den Senioren ab 65 Jahren sind dies nur 11,8 Prozent. Das macht sich auch bei den Haushalten bemerkbar.

Haushalte, in denen Kinder leben, haben ein höheres Risiko, in die Armut abzurutschen oder sozial ausgegrenzt zu werden, als kinderlose Haushalte. Bei Ersteren sind 23,3 Prozent armutsgefährdet, bei Letzteren nur 19 Prozent. Wenig überraschend auch: Menschen mit Job sind weitaus weniger von Armut und von sozialer Ausgrenzung bedroht als Menschen, die nicht in Lohn und Brot sind. 13,9 Prozent der Beschäftigten sind armuts- und ausgrenzungsgefährdet gegenüber 62,3 Prozent der Arbeitslosen.

Ein Arbeitsplatz schützt vor Armut

Zur Erinnerung: Die Arbeitslosenquote ist in Luxemburg seit Monaten rückläufig. Am 31. August zählte das Arbeitsamt ADEM 14.936 Arbeitssuchende. Ein Rückgang von 803 Menschen bzw. 5,1 Prozent binnen einem Jahr. Die Arbeitslosenquote pendelte sich damit Ende August bei 5,5 Prozent ein. Was die Armuts- und Ausgrenzungsgefahr angeht, liegt Luxemburg ziemlich genau im europäischen Mittelfeld. Der Anteil der armuts- und ausgrenzungsgefährdeten Personen an der Bevölkerung liegt in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union bei 22,5 Prozent (gegenüber 21,5 Prozent in Luxemburg).

An der Spitze der europäischen Statistik steht übrigens Bulgarien. Dort sind 38,9 Prozent der Bevölkerung von Armut und sozialer Ausgrenzung gefährdet. Die wenigsten von Armut und Ausgrenzung bedrohten Menschen leben in der Tschechischen Republik. Dort sind es gerade einmal 12,2 Prozent. Auch die Nachbarländer des Großherzogtums schneiden alle besser ab als Luxemburg. In Belgien sind 20,3 Prozent der Bevölkerung von Armut und Ausgrenzung bedroht, in Deutschland sind es 19 Prozent und in Frankreich sogar nur 17,1 Prozent. Der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut wurde 1992 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Seitdem findet er jedes Jahr am 17. Oktober statt. Ziel dieses Tages ist, den Widerstand der Betroffenen gegen Armut zu würdigen und ihnen Gehör zu verschaffen.

Wohnen belastet Familien

Die Mieten und Immobilienkredite in Luxemburg sind für Haushalte mit geringem Einkommen eine große Belastung. Wirtschaftlich schwache Haushalte geben 42 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Mieten aus. Das berichtete die luxemburgische Statistikbehörde Statec bereits am Montag. Demnach bleiben bei den ärmsten Haushalten nach den Ausgaben fürs Wohnen nur noch 58 Prozent des Einkommens übrig.

2012 waren es noch 66 Prozent. Statec zufolge haben die zehn Prozent der Haushalte mit dem niedrigsten Einkommen im Schnitt 1.011 Euro pro Monat zur Verfügung. Die zehn Prozent der Haushalte mit dem höchsten Einkommen verfügen über durchschnittlich 8.159 Euro im Monat. Die Wohnungspreise werden bei Eurobarometer-Umfragen von den Menschen regelmäßig als größtes Problem in Luxemburg genannt.

8 Kommentare

  1. Dies ist die Schattenseite von Luxusburg.
    Das interressiert alles kein Politiker,nur machtbesessen an
    ihren Stühlen kleben und Reichtum fördern.
    Arme werden immer ärmer im reichen Grossherzogtum.
    Traurig und armselig das Ganze.

  2. In der Vergangenheit hat der Staat viel zu wenig gegen die sich ausbreitende Armut getan! Es wird höchste Zeit, dass der Staat endlich die nötigen Geldbeträge für eine ordentliche Armutsbekämpfung in die Hand nimmt, statt das Augenmerk auf Investitions- und Wachstumsrekorde zu legen!

  3. Von wegen Arbeitsplatz schützt vor Armut, denn allein stehende Leute mit dem Mindestlohn können auch nicht aufatmen nach dem sie ihren wohl verdienten Lohn erhalten haben denn Sie kommen trotzdem nicht über die Runden nach der Zahlung der Miete.

  4. Vollkommen korrekt der Staat sollte viel mehr für Mindestlohnempfänger und den Mittestand machen, aber nein es ist ja besser den Reichen Steuervergünstigungen zu geben und ausländischen Großunternehmen Steuerversprechen zu machen damit sie ihren Sitz nach Luxemburg verlegen.
    Arbeitsplätze die gut bezahlt werden gehen doch nur an Leute die einen kennen der einen kennt ( Vetternwirtschaft ) oder man stellt ausländische Mitarbeiter ein die für die gleiche Arbeit weniger Gehalt bekommen als ein Luxemburger, unser System ist kaputt in einigen Jahren habe wir das gleiche Malheur wie in Great Britain ARM oder REICH dazwischen gibt es nichts. Bei der heutigen Automatisierung der Arbeitsplätze kann doch keiner mehr von Sicherheit sprechen, selbst Menschen die ein Unternehmen über zig Jahre mit aufgebaut haben werden gnadenlos entlassen, es interessiert keinen Unternehmer was die in die Jahre gekommenen Mitarbeiter dann machen und wie sie Überleben. Die Menschen werden wie in einer Wegwerfgesellschaft behandelt aus den Augen aus dem Sinn.

    • Bislang ist regierungsseitig lediglich ein gesetzliches/politisches Minimum für die Armutsbekämpfung geschehen!
      Hier muss sich drastisch was ändern um das Steuer herumzuwerfen! Armutsbekämpfung muss endlich politische
      Priorität haben! Eine angemessene soziale Absicherung ist das Erste was der Staat seinen Bürgern schuldet!

  5. Was soll man da noch alles über Armut im reichen Luxusburg
    kommentieren, es geschieht sowieso dreimal nichts.
    Auswandern und das Land den fremden reichen Bonzen überlassen.

    • wie vor siebzig Jahren ” Herrenmenschen “, dann wird eine große Mauer um Luxemburg gebaut und Einlaß bekommen nur noch welche die eine Mitgliedskarte vorzeigen können.

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