Mitarbeiter der Justiz haben am Mittwoch Büroräume der Beschäftigungsinitiative CIGR Syrdall untersucht. Hintergrund sind offenbar die Arbeiten, die CIGR-Beschäftigte bei Kommunalpolitikern geleistet haben.

Von Roger Infalt

In der Affäre um die Beschäftigungsinitiative CIGR Syrdall geht es nun Schlag auf Schlag. Erst am Mittwochmorgen hat die Justiz laut Tageblatt-Informationen eine weitere Vergewaltigungsklage einer CIGR-Mitarbeiterin gegen den Generalkoordinator aus Mangel an Anhaltspunkten „ad acta“ gelegt. Wie aus CIGR-Kreisen am Mittwochmittag zu erfahren war, hat die Justiz Stunden zuvor eine Hausdurchsuchung in den Büroräumen des CIGR Syrdall gemacht. Der Hintergrund: Mitarbeiter der Beschäftigungsinitiative haben mutmaßlich privat bei Mitgliedern des Verwaltungsrates Arbeiten durchgeführt. 

Frühere und heutige Mitarbeiter berichteten im Vorfeld, dass Beschäftigte des CIGR 2012 Maurer- und Betonarbeiten am Haus der Mutter des Verwaltungsratsmitglieds und heutigen CIGR-Präsidenten Mike Hagen (LSAP) ausgeführt haben. Später seien der Mutter 87 Arbeitsstunden zum ermäßigten Tarif von je 7,83 Euro (ohne Mehrwertsteuer) in Rechnung gestellt worden.

105 Arbeitsstunden zum ermäßigen Preis

In einem weiteren Fall geht es um Bauarbeiten am Haus des langjährigen Mitglieds des CIGR-Verwaltungsrates und Vertreters der Gemeinde Sandweiler, Léon Müller (CSV). Hier sollen Mitarbeiter der Beschäftigungsinitiative eine Terrasse angelegt haben. 105 Arbeitsstunden seien zum ermäßigten Preis verrechnet worden.

Um ganze 380 Arbeitsstunden im Fall John Breuskin (CSV). Laut Schriftstücken, die dem Tageblatt vorliegen, stellte ihm die Beschäftigungsinitiative 380 Arbeitsstunden zu je 7,83 Euro (ohne Mehrwertsteuer) in Rechnung. Diese Rechnungen wurden am 15. Dezember 2011 sowie am 26. und 27. April und 4. Mai 2012 ausgestellt. Breuskin vertrat damals die Gemeinde Sandweiler im Verwaltungsrat des CIGR Syrdall – und bekleidete zudem das Amt des Kassierers.

Gemeinde klagte gegen CIGR

Die Gemeinde Contern (Mitglied des CIGR Syrdall) hatte am 10. Oktober Klage gegen die Beschäftigungsinitiative eingereicht. Arbeitsminister Dan Kersch war ebenfalls mit dem Dossier befasst worden, gab es aber gleich an die Justiz weiter. Diese reagierte nun am Mittwochmorgen mit einer Durchsuchung der Büroräume des CIGR Syrdall. Die Ermittler hatten offenbar vor allem die Buchhaltung im Visier, wo sie Computer, Unterlagen und Schnellhefter beschlagnahmten.

Anwesend soll laut unseren Informationen neben Verwaltungsratspräsident Mike Hagen auch die frühere Leiterin der Buchhaltung gewesen sein, die sich laut unseren Informationen – wie zwei weitere Mitglieder des Direktionsstabs – allem Anschein nach nicht mehr mit der Vorgehensweise des Verwaltungsrates identifizieren konnte und bereits vor Monaten gekündigt hatte.

3 Kommentare

  1. Es wird höchste Zeit dass die Luxemburger Justiz in dieser Angelegenheit aktiv wird. Die Zustände sind vielen Leuten bekannt und nun ist ein Ausmisten angebracht.

    • Beim CIGR Mertert-Wasserbillig (Rent a Bike) sieht es leider nicht besser aus. Direktes Denunzieren ist nicht OK, aber wäre der Missstand nicht so schlimm, hier trotzdem ein kleiner Hinweis: Fahrer ohne Führerschein. Untergeordnete Mitarbeiter trauen sich nicht es zu melden.

  2. Bei enger annerer Beschäftigunginitiativ sin Aarbechter och bei hieren directeur général schaffen gangen, do huet ewer dovunner geschwaad ,komesch, oder geht et just dorems den CIGL färdech zemachen

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